Kultur

«Wir hätten den Final verdient gehabt»

Von Marc Krebs, Moskau. Aktualisiert am 13.05.2009 21 Kommentare

Die Lovebugs waren nach dem Ausscheiden im Eurivision Song Contest sehr enttäuscht. Sie teilen ihr Schicksal mit Formationen aus anderen Nationen, die zu wenig Länder überzeugen konnten.

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Gitarrist Thomas Rechberger und Schlagzeuger Simon Ramseier scherzen in der Hotellobby des Novotel. Immerhin: Trotz Ausscheiden haben sie den Humor nicht verloren.
Bild: Marc Krebs

   

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Nachgefragt

Adrian Sieber über die Gründe des Scheiterns:

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Gitarrist Thomas Rechsteiner auf die Frage, ob die Gitarrenband Lovebugs am Eurovision Song Contest am falschen Ort war:

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Novotel Moskau, 2 Uhr nachts. Der schwarze Lidstrich ist leicht verschmiert. «Natürlich sind wir extrem enttäuscht», sagt Sänger Adrian Sieber gegenüber der Basler Zeitung. «Wir hätten uns den Einzug in den Final sehr gewünscht und ich glaube, wir hätten ihn auch verdient. Aber wir waren Aussenseiter, musikalisch und politisch», so Sieber.

So verpasste die Schweiz gestern Nacht zum wiederholten Mal den Einzug in den Final beim European Song Contest. Das, obschon die Basler Lovebugs ihre Sache gut gemacht und solide performt haben. Und selbst wenn ihr Lied «The Highest Heights» – ein Stadionrocksong à la U2 angereichert mit «Tarzan Boy»-Chören – nicht das stärkste Stück Musik ihrer 15-jährigen Karriere ist: Im Unterschied zu DJ Bobo müssen sie sich nicht schämen für viel zu viele falsche Töne und eine abgestandene Danceproduktion. Doch gegen die von Sängerinnen dargebotenen Balladen aus Island, Israel und Malta hatten sie beim europäischen Fernsehpublikum keine Chance, ebenso wenig gegen die folkloristisch-poppig angehauchten Darbietungen aus Bosnien-Herzegowina, Portugal und der Türkei. Hinzu kam, dass das Up-Tempo-Lied der Lovebugs, «The Highest Heights», fürs Eurovision-Publikum eine Spur zu rockig war.

Anders lässt es sich nicht erklären, dass der grausame Eurodance-Beitrag von Finnlands Gruppe Waldo’s People («Lose Control») in den Final gewählt wurde, oder der rumänische Titel «Balkan Girls» weiterkam. Die Mischung aus Operngesang und altmodischem Dancebeat, den Schweden ins Rennen schickte, hinterliess ebenfalls ein schales Gefühl.

Zweifelhafte Entscheidung des Fernsehpublikums

Auch Israels Lied «There Must Be Another Way» kann es nicht mit der Eingängigkeit und Energie der Lovebugs aufnehmen, doch dürfte hier der politische «Ein bisschen Frieden»-Effekt eine gewichtige Rolle gespielt haben: Mit Noa und Mira Awad reichten sich eine Jüdin und eine Palästinenserin auf der Showbühne die Hand. «Sie haben immerhin eine Message», sagt Gitarrist Thomas Rechberg. Und auch Schlagzeuger Simon Ramseier findet es okay, dass dieses Lied des Inhalts wegen weitergekommen ist. «Sie wohnen im selben Hotel, wir haben Freundschaft geschlossen, für mich das schönste, was ich mit nach Hause nehmen werde.»

Die fünf Basler werden bereits am Donnerstag in die Heimat zurückfliegen. Was sie, die sich selbst immer zu den Aussenseitern zählten, trösten darf: Auch Andorra, die mit einem wunderbar flockigen Popsong antraten, vermochte zu wenig Länder zu überzeugen. Ebenso wenig die Komiker-Gipsygruppe aus Tschechien, deren Sänger sich als Superschnauz inszenierte. Dass der furchtbare 80er Power-Rock von Mazedonien und Weissrussland wieder in die Herkunftsländer zurückkehren würde, ist allerdings mehr als gerecht.

Letzte Schweizer Teilnahme?

Das Schweizer Fernsehen wird sich nach dem erneuten vorzeitigen Ausscheiden aus dem Liederwettbewerb überlegen müssen, ob es weiterhin am kostenaufwändigen Concours festhalten will. Die Österreicher haben aufgrund der «Ländersympathienoten» der letzten Jahre bereits die Konsequenz gezogen. Und sind aus dem Contest-Verbund ausgestiegen.

Einen Lichtblick gabs zumindest für einen Lovebug: Bassist Florian Senn klettert morgens um fünf aufs Dach des Novotel, im 18. Stock. Und gönnt sich bei einem Gläschen Wodka den Sonnenaufgang hinter der 11-Millionen-Stadt. «Das hätte ich gerne als Gewinner erlebt», sagt er, ehe auch er einen Abgang macht. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.05.2009, 09:09 Uhr

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21 Kommentare

Sunny Bird

13.05.2009, 09:11 Uhr
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Es gäbe nur eine Lösung, und zwar dass man nicht für seine Nachbarländer anrufen dürfte. Dann wären die Nordländer und der Balkan nicht so bevorteilt. Es geht doch nur noch um Freunde bei diesem Event. Nicht nur Österreich hat es richtig gemacht, auch Italien ist schon lange ausgestiegen. Die Schweiz macht sich ja jedes Jahr NACH dem ausscheiden Gedanken, aber dann sind wir wieder dabei :-( Antworten


Robert Schmid

13.05.2009, 08:17 Uhr
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Der Song wäre nicht schlecht gewesen, doch bin ich von den Lovebugs enttäuscht. Enttäuscht wie schlecht Adrian gesungen hat. Er hat die Töne so falsch getroffen wie im vorigen Jahr DJ Bobo. Kein Wunder dass die Lovebugs zu wenig Stimmen erhielten, von mir hätten sie auch keine gekriegt. Wenn ich an die Sängerinnen von Island, Malta oder der Türkei denke, die konnten singen, und wie! Antworten




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