Kultur
Anne-Marie Blanc ist tot
Video und Filmographie (Auswahl)
Ausschnitt aus «Gilberte de Courgenay» (Quelle: Youtube)
Filmographie (Auswahl)
- 1939: Wachtmeister Studer
- 1941: Gilberte de Courgenay
- 1952: Palast Hotel (Palace Hotel)
- 1954: Heidi und ihre Freunde / Frühlingslied
- 1961: Via Mala
- 1965: Im Reiche des silbernen Löwen
- 1978: Heidi (Serie)
- 1988: Klassezämekunft
- 1991: Anna Göldin, letzte Hexe
- 1999: Lüthi und Blanc
- 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman
Die Schauspielerin Anne-Marie Blanc starb am gestrigen Donnerstag im Alter von 89 Jahren an ihrem Wohnort im Alterswohnheim Zürich-Enge.
Die am 2. September 1919 in Vevey geborene Theater- und Filmschauspielerin wurde durch ihre Rolle im Film «Gilberte de Gourgenay» im Jahre 1941 landesweit bekannt und verehrt. In Franz Schnyders Werk spielte sie eine schöne Wirtstochter, die die Kriegsmoral der Soldaten hochhält. Der Film gilt als Klassiker, der Titelsong wurde ein Gassenhauer.
Sie gehörte dem Ensemble des Zürcher Schauspielhauses an und wirkte in zahlreichen Filmen und TV-Produktionen mit. 1986 wurde Blanc mit dem Hans-Reinhart-Ring ausgezeichnet.
Bis ins hohe Alter wirkte Blanc in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen mit. Ihren Bühnenabschied gab sie rund zwei Monate nach ihren 85. Geburtstag am Zürcher Schaupielhaus in «Savannah Bay» von Marguerite Duras.
Sie war mit dem Filmproduzenten Heinrich Fueter (1911-1979) verheiratet und war Mutter von drei Söhnen, darunter der Filmproduzent Peter-Christian Fueter.
Gnädinger: «Schauspielerin mit spezieller Aura»
Mathias Gnädinger hat die verstorbene Anne-Marie Blanc als eine der tollsten Schauspielerinnen gewürdigt, die es in der Schweiz je gegeben habe. Er sei traurig, kenne auch die Angehörigen sehr gut und fühle mit ihnen, sagte der Schauspieler auf Anfrage. Gnädinger spielte unter anderem in der Serie «Lüthi und Blanc» mit der am Donnerstag verstorbenen Blanc zusammen. Als er sie zuletzt auf der Bühne gesehen habe, habe sie gesagt, man müsse einfach weitermachen, das Gedächtnis müsse frisch bleiben. Das gebe auch ihm Mut weiterzumachen. Blanc sei eine grossartige Schauspielerin gewesen und habe eine ganz spezielle Aura um sich gehabt. Manchmal habe man gedacht, die dürfe man nicht anfassen. Aber wenn man sie dann getroffen habe, habe sie einem plötzlich einen Kuss gegeben und gesagt: «Ich habe Dich gern.»
Glaser: «Charmant und reizend»
Stephanie Glaser hat die verstorbene Anne-Marie Blanc als «wunderbare Schauspielerin» gewürdigt. Sie habe sich durch ihre Natürlichkeit ausgezeichnet und man habe ihr geglaubt, was sie gesagt habe, sagte Glaser auf Anfrage. Die beiden Schauspielerinnen hatten im Film «Klassezämekunft» im Jahr 1988 zusammen vor der Kamera gestanden. Sie hätten damals zusammen gearbeitet und nicht viel gesprochen, sagte Glaser. Dazu hätten sie einfach keine Zeit gehabt. Sie habe Blanc aber als charmant und reizend in Erinnerung. Es tue ihr sehr leid, dass sie nicht mehr da sei.
Ledergerber: «Eindrückliche Persönlichkeit verloren»
Mit Anne-Marie Blanc hat Zürich, hat die Schweiz «eine ganz eindrückliche Persönlichkeit verloren», wie der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber am Freitag auf Anfrage sagte. Als grossen Verlust, der eine starke Betroffenheit auslöst, bezeichnete Ledergerber, der als Stadtpräsident für die Kultur in Zürich zuständig ist, den Tod der bekannten Schauspielerin. Anderseits habe Anne-Marie Blanc «ein schönes und langes Leben» gehabt.
Noch im hohen Alter sei sie «mit beneidenswerter Präsenz» auf der Bühne gestanden. Anne-Marie Blanc, die als eine der «Grandes Dames» des Schweizer Theaters gilt, habe «in Zürich, in der Schweiz und über die Schweiz hinaus» grosse Spuren als Kulturschaffende und Schauspielerin hinterlassen, sagte er weiter. (mbr/sda)
Erstellt: 06.02.2009, 12:45 Uhr
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