Kultur

Barbara Frey bringt Heuschrecken und Körper ins Schauspielhaus

Die neue Schauspielhaus-Direktorin Barbara Frey präsentierte heute ihren ersten Spielplan. Sie füllt den Schiffbau mit tausenden lebenden Heuschrecken, bringt grosse Regisseure und spektakulären Tanz nach Zürich.

Pragmatisch und bitterernst: Die neue Schauspielhaus-Direktorin Barbara Frey (rechts) präsentiert das Programm. Neben ihr, von rechts, Chefdramaturgin Andrea Schwieter, Dramatiker Lukas Bärfuss und Dramaturgin Katja Hagedorn.

rb

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Die Premieren (Auswahl)

Pfauen

18.09.2009
Martin Salander (Uraufführung)
von Thomas Jonigk nach Gottfried Keller
Regie: Stefan Bachmann

04.12.2009
Calvinismus Klein (Uraufführung)
von René Pollesch
Regie: René Pollesch

22.01.2010
Das letzte Band / Bis dass der Tag euch scheidet
von Samuel Beckett und Peter Handke
Regie: Jossi Wieler

05.03.2010
Was ihr wollt
von William Shakespeare
Regie: Barbara Frey
Koproduktion mit dem Burgtheater Wien

20.05.2010
Ein neues Stück (Uraufführung)
von Lukas Bärfuss
Regie: Martin Kušej

Schiffbau/ Halle

17.09.2009
Maria Stuart
von Friedrich Schiller
Regie: Barbara Frey

29.10.2009
Körper
Regie & Choreographie: Sasha Waltz
Gastspiel

14.01.2010
Der Hofmeister
von Jakob Michael Reinhold Lenz
Regie: Frank Castorf

10.05.2010
Industry and Idleness (Uraufführung)
Szenisches Konzert des Collegium Novum Zürich
Regie und Musik: Heiner Goebbels

20.06.2010
Eine neue Choreographie (Uraufführung)
von Sasha Waltz
Im Rahmen der Zürcher Festspiele

Schiffbau/ Box

19.09.2009
Heuschrecken (Uraufführung)
Projekt von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll)

23.01.2010
Der Tausch
von Paul Claudel
Regie: Christof Loy

10.04.2010
Der Hodler (Uraufführung)
Komposition und Regie: Ruedi Häusermann

Sie wolle das Ensemble wieder stärken, sagt Barbara Frey gleich zu Beginn. Und will damit sagen: Es kommt zu einem Neuanfang am Schauspielhaus. Unter Matthias Hartmann spielten meist Gaststars die Hauptrolle, nun soll das auf 27 Schauspieler aufgestockte Ensemble im Zentrum stehen. Allerdings, so betont Frey, daure es in der Regel einige Jahre, bis sich ein Ensemble etabliert habe.

Auch sonst macht sie einiges rückgängig, was Hartmann eingeführt hatte. So heisst die Halle 2 im Schiffbau wieder Box, anstatt als One-Man-Show tritt die Leitung wieder mehr als Team in Erscheinung. Frey bleibt aber ihrem Vorgänger verbunden, indem sie mit Shakespeares «Was ihr wollt» bei einer Co-Produktion mit Hartmanns neuer Wirkungsstätte, dem Wiener Burgtheater, Regie führt.

Grosse Regisseure

Dramatiker Lukas Bärfuss sass mit auf dem Podium, das die kommenden Projekte ernst und hoch konzentriert präsentierte. Bärfuss wird für das Schauspielhaus ein noch unbekanntes Stück schreiben und eine Diskussionsreihe leiten. Wiederum wird eine Tanzkompagnie Einzug halten, mit Sasha Waltz konnte eine herausragende Choreografin verpflichtet werden. Als erstes wird sie im Schiffbau ihren spektakulären Klassiker «Körper» mit viel nackter Haut zeigen.

Auch einige grosse Regisseure, die man im Schauspielhaus noch nie oder schon lange nicht mehr gesehen hat, konnte Frey gewinnen. Zum Beispiel Stefan Bachmann, René Pollesch, Jossi Wieler, Martin Kusej, Christof Loy oder Frank Castorf. Bemerkenswert ist sicherlich das neue Projekt von Stefan Kaegi vom Regiekollektiv Rimini Protokoll, der die Schiffbau-Box mit tausenden von lebenden Heuschrecken füllen möchte. Und so das Thema «Heuschrecken» von der Plage bis hin zu Wallstreet Bankern untersuchen wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.05.2009, 13:46 Uhr

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2 Kommentare

Robert Lzicar

19.05.2009, 15:58 Uhr
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Endlich hat Zürich wieder sein ERNST ZU NEHMENDES Schauspielhaus zurück. Das neue Programm liest sich, nach den Volkstheater-Inszenierungen der Hartmann-Jahre, erleichternd schwer. Ich freue mich auf Frau Frey und die kommende Saison und wünsche der Hartmann-Diktatur viel SPASS in Wien! Auf nimmer wiedersehen… Antworten


Marie-Françoise Eigner

19.05.2009, 13:59 Uhr
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Was soll das?? 1000 lebende Heurschrecken im Theater! Fragt sich nur, wer hier die grössere Plage ist. Etwa krampfhaft um Popularität und Originalität bemühte Regisseure unterstützt von neuer Theaterdirektorin? Marie-Françoise Eigner, Zürich Antworten



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