Kultur

Beschwingte Stimmungsbilder zu Jazzmusik

Basels Tanzchef Richard Wherlock hat mit Ohad Naharin einen der besten Gastchoreografen eingeladen - und selber mit «Milk and Honey» ein fulminantes Tanzstück zu Jazzmusik choreografiert.

Viel Applaus für «Milk and Honey».

Viel Applaus für «Milk and Honey».
Bild: Ismael Lorenzo / Theater Basel

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Der Israeli Ohad Naharin ist in der Schweiz kein Unbekannter mehr. Er hat fürs Ballett des Zürcher Opernhauses choreografiert und gastierte mit seiner eigenen Company, der Batsheva Dance Company, beim Tanzfestival Steps.

In Basel zeigt er nun zwei Stücke, die durch ihre Schlichtheit und Intensität beeindrucken: «Humus», ein Frauenstück und «Black Milk», ein Männerstück.

Innen und Aussen

In «Humus» bewegen sich Frauen synchron in der Gruppe. Harte, uniforme Bewegungen wechseln sich mit weichen, erotischen Gesten ab. Dabei entsteht eine eindrückliche Dynamik von inneren und äusseren Impulsen, funktionellen Schrittfolgen und beseelten Verspieltheiten.

Ein ähnliches Zusammenspiel von Gruppe und Individuum entfaltet sich auch in «Black Milk». Wie die Männer sich in Ritualen von Kraftgesten finden, um sich immer wieder aus solchen zu lösen und in eigenen Schrittfolgen aufzugehen, erzeugt viel Spannung.

Wie Naharin aus einfachen Schritten und Gesten eine komplexe Landschaft von innerlichen und äusserlichen Bewegtheiten zaubern kann, berührt und fasziniert.

Hommage an Basel

Viel fulminanter geht es in «Milk and Honey», der Choreografie von Richard Wherlock zu und her. Zu Live-Musik des Basler Jazzkomponisten George Gruntz zeigt der Ballettchef einen Bilderbogen, den er als Hommage an Basel versteht.

Gruntz hatte «Milk and Honey» einst für das Basler Fasnachts Comité komponiert : eine irrlichternde Klangkulisse von Trommelwirbeln, Pauken und Trompeten, von Skurrilem und Mitreissendem, exzellent vom Basler Sinfonieorchester gespielt.

Spritziger Bilderbogen

Wherlock hat dazu einen frechen, sinnlichen, hochdynamischen Bilderbogen kreiert. Narrentum und Eleganz wechseln sich dabei ebenso ab wie showmässige Unterhaltung und sperrige Akrobatik.

Reizvoll auch, wie die Musikerin und Performerin Erika Stucky mit Handorgel und Besenstielen hantiert und sich dabei unter die Tänzerinnen und Tänzer mischt.

Die Tänzerinnen und Tänzer des Basler Balletts brillieren mit Ausdruckskraft und Virtuosität. Das Premierenpublikum vom Freitag war begeistert und bedankte sich mit tosendem Applaus. (amu/sda/)

Erstellt: 25.04.2010, 16:00 Uhr

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