Kultur
Theater Basel mit grossen Kisten und innovativen Projekten
Aktualisiert am 29.04.2010 3 Kommentare
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Der Saisonauftakt ist ein Statement: Händels «Alexanderfest» feiert das Theater nicht in der Stadt, sondern im Baselbiet, im römischen Amphitheater von Augusta Raurica. Delnon will dort an den Erfolg vom Vorjahr anknüpfen, als diese Spielstätte neues Publikum erschloss.
Nach Händels Barock-Oper openair mit der Sinfonietta (20.8.2010) folgt «Aïda» in der Regie des immer wieder als «Skandalregisseur» apostrophierten Calixto Bieito (14.9.) mit dem Sinfonieorchester auf der Grossen Bühne. Den selben Stoff verlegt das Theater Basel auch ans Rheinufer um die Mittlere Brücke - das Schweizer Fernsehen will die Strassen-Aïda im Herbst live übertragen.
«Parzifal» und «Heidi»
Opernchef Dietmar Schwarz betonte am Donnerstag vor den Medien die Kontinuität im Saisonprogramm. Unter anderem bringt er noch das Musical «My fair Lady» (11.11.) unter der Regie von Tom Ryser, Tschaikowskis «Pique Dame» (10.12.) und Wagners «Parsifal» (3.4.2011). Wiederaufgenommen wird Mozarts «Figaro» (19.2.).
Als Beitrag zum Frisch-Jahr kündigte Schauspielchef Elias Perrig «Graf Öderland» (10.9.2010) als erste Premiere an. Bei Molières «Amphytrion» (7.4.2011) führt Werner Düggelin Regie. Mit Spyris «Heidi» (18.11.) oder Wedekinds «Frühlingserwachen» (14.1.2011) verspricht Perrig bekannte Texte in aktuellen Intepretationen.
Die Bühne wird auch zum politischen Parkett: Das drei-Figuren- Drama «Waisen» (22.10.) von Dennis Kelly über den Umgang mit dem Islam hinterfragt westliche Moralvorstellungen. Mehr Heiterkeit verspricht der Trinker-Schwank «Durst» (im Herbst), der auf Beizentour im Kanton Baselland gehen soll.
Ballett-Dekade
Ballettchef Richard Wherlock inszeniert mit «Giselle» (12.1.) selber eine Uraufführung. Auf seine zehn Jahre in Basel blickt er an einem Jubiläumsabend (6.11.) mit berühmt gewordenen Ex- Ensemblemitgliedern zurück. Vorwärts blickt «Dance Lab 3», eine Kooperation von Ballett-Tanzenden mit Komponierenden der Basler Hochschule für Musik.
Mit Neuem kratzt das Theater Basel mitunter an den Genre-Grenzen. So hat Christoph Marthalers Projekt einen Termin (12.11.), aber noch nicht einmal einen Namen. Im Drama «Future Sounds» (24.3.) mit Jugendlichen raufen sich Aussenseiter auf der Bühne zu einer Band zusammen - diese soll auch nach der Theatersaison weiter auftreten.
Das unter Spardruck stehende Basler Dreispartenhaus hat im März von den Regierungen beider Basel Subventionserhöhungen in Aussicht gestellt bekommen. Dass Baselland seinen übersichtlichen Anteil stärker steigern soll, missfällt der SVP. Dem Publikum gefällt das Theater: Trotz Krise zeichnet sich 2009/10 ein Zuschauer-Plus ab.
Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von morgen Freitag. (jg/sda/)
Erstellt: 29.04.2010, 13:33 Uhr
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3 Kommentare
Herr Hasler: würden Sie auch ins Theater gehen anstatt nur dagegen zu schimpfen würden Sie sehen, dass es durchaus eine Rolle spielt, wie man es macht und wie gut. Ich gehe regelmässig und gern ins Theater. Es gibt viele, die das Theater schätzen und dann auch jene die sich lieber dem Laientheater zuwenden. Es braucht eine Vielfalt - jedem das Seine. Antworten




Dominik Hasler
@Herr Häkensen: Da geb ich ihnen Recht das ein breites Kulturangebot für die Region wichtig ist. Aber ist nicht irgendwann die Schmerzgrenze an Subventionen erreicht? Ich kenn z.B. einen ehemalgen Bühnenbildner der mir erzählt hat wie verschwenderisch da mit Geld umgegangen wird. Nur die teuersten Stoffe waren gut genug, alles Sonderanfertigungen mit besten Materialien für ein paar Auftritte etc.. Antworten