Kultur
Wird das Opernhaus ins Abseits dirigiert?
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 05.02.2010 1 Kommentar
Dossiers
Artikel zum Thema
- «Ich möchte alle kennen, und alle sollen gleich viel wissen»
- Fabio Luisi wird Generalmusikdirektor am Opernhaus Zürich
Stichworte
Rochaden am Opernhaus
Alexander Pereira bleibt noch bis 2012 Direktor des Zürcher Opernhauses, auf ihn folgt Andreas Homoki. Pereira ernannte letzten Sommer Daniele Gatti als neuen Chefdirigenten. Er löste Franz Welser-Möst ab. Gatti wird zeitgleich mit Pereira das Opernhaus wieder verlassen. Nach ihm folgt Fabio Luisi, der offiziell den Titel «Generalmusikdirektor» tragen wird.
Eine Ausstiegsklausel hat er keine in seinem Vertrag stehen. Trotzdem gab Fabio Luisi diese Woche per E-Mail seinen Rücktritt als Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Orchester der berühmten Semperoper, bekannt. Gemäss Medienberichten soll er sich mit den Musikern und der Leitung der Oper verkracht haben und in letzter Zeit oft krank gewesen sein. Luisi begründet den Rückzug offiziell mit «unterschiedlichen Auffassungen zu den künstlerischen Kompetenzen und letztendlich zur künstlerischen Ausrichtung». Er sah seine «vertraglich festgelegten Initiativ-, Zustimmungs- und Konsultationsrechte klar verletzt».
Nirgends ist auch nur ein Wort des Bedauerns über Luisis Abgang zu vernehmen, weder von der Oper noch von den Kritikern. In der «Sächsischen Zeitung» heisst es gar, in der Orchesterdirektion tanze man «quasi Freudentänze». Direktor Jan Nast sagte gegenüber der Zeitung: «Erleichtert sind wir darüber, dass wir jetzt wieder positiv in die Zukunft schauen können.»
«Opernhaus vor grossen Schwierigkeiten»
2010 kommt Luisi als musikalischer Leiter (Generalmusikdirektor) ans Opernhaus Zürich. Dort will sich niemand zu den Vorkommnissen in Dresden äussern, auch Verwaltungsratspräsident Josef Estermann schweigt. Unter dem Opernhaus nahen Kreisen wird jedoch schon länger moniert, die Wahl Luisis sei ein Schnellschuss gewesen.
Im Juni 2009 präsentierte der abtretende Direktor Alexander Pereira mit Daniele Gatti eine beim Orchester wie beim Publikum geschätzte Persönlichkeit als Chefdirigenten für seine letzten drei Spielzeiten in Zürich. Für seinen designierten Nachfolger, Andreas Homoki, kam eine Weiterverpflichtung Gattis nicht in Frage. Er stand unter Zugzwang, möglichst rasch jemanden zu finden, der Gatti 2012 ablöst. Was ihm auch gelang. Mit Luisi präsentierte er allerdings einen Generalmusikdirektor, den das Orchester kaum kennt.
Droht in Zürich dasselbe Ungemach wie in Dresden? Für den Opern-Experten Bruno Franzen sind mögliche Schwierigkeiten mit dem Generalmusikdirektor nur das geringste Problem, mit dem das Opernhaus beim Abgang von Alexander Pereira konfrontiert sein wird. «Viele Sponsoren werden den Direktoren-Wechsel zum Anlass nehmen, aus ihrem Engagement auszusteigen», glaubt Franzen. Er fürchtet, dass das Opernhaus schon nur aus finanziellen Gründen von der Top-Liga in das Mittelmass absteigen werde. Franzen zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario: «Das Zürcher Publikum ist sehr verwöhnt, es wird Abstriche bei der Qualität kaum akzeptieren». (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.02.2010, 16:15 Uhr
Kommentar schreiben
1 Kommentar
Ich kenne F. Luisi nicht und weiss nicht ob er eine Fehlbesetzung ist. Ich weiss aber, dass man auch mit wesentlich weniger Mitteln gute Oper bieten kann. Beispiel: Das Saarbrücker Staatstheater, das ich mit meiner Frau oft besuche. Der Intendant war bis vor 2 Jahren ein Schweizer. Dort reicht es nicht zum "Startheater". Es wird aber Beindruckendes geboten. Zürich kann sich ein Beispiel nehmen. Antworten
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Grandioses Berg-Erleben.
Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!








