Leben

An diesen Schmuckstücken klebt viel Blut

Aktualisiert am 07.09.2010 11 Kommentare

Die Dekadenz der Drogenbosse in Mexiko kennt keine Grenzen. Dies zeigt die spektakuläre Waffensammlung eines Museums in Mexico City, welche erstmals Journalisten präsentiert wurde.

1/6 Protzig: Medaillon des Drogenkartells Zeta.
Bild: Keystone

   

Verhaftungen nach Massaker

Nach dem Massaker an Auswanderern in Mexiko hat die ecuadorianische Polizei nach eigenen Angaben einen Verdächtigen festgenommen. Es handle sich um den Schlepper eines Ecuadorianers, der das Verbrechen auf einer Ranch im Norden Mexikos überlebt hatte.

Bei dem Mann seien belastende Dokumente sichergestellt worden und es lägen Zeugenaussagen gegen ihn vor, berichteten die Medien des Landes am Montag. Am 23. August hatten mutmassliche Mitglieder eines Drogenkartells 72 Migranten aus Mittel- und Südamerika auf einer Ranch im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas getötet.

Diese hatten sich geweigert, sich von der kriminellen Organisation anwerben zu lassen. Der Ecuadorianer war bei dem Massaker verletzt worden und hatte die Behörden informiert. Er ist inzwischen in seine Heimat zurückgekehrt.

Er soll gegenüber den Behörden von mindestens drei weiteren Überlebenden des Massakers berichtet haben, darunter ein Honduraner in Mexiko und ein Salvadorianer in den USA. Beide stünden unter Zeugenschutzprogrammen.

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In Mexiko herrscht Krieg. 50'000 Soldaten und Polizisten hat Präsident Felipe Calderón in den Kampf gegen die Drogen-Mafia geschickt. Seit Beginn der Offensive vor vier Jahren haben die Behörden 35'000 Fahrzeuge, tonnenweise Munition und 84'000 Schusswaffen sichergestellt.

Einige dieser Waffen sind in einem Museum des Verteidigungsministeriums in Mexico City ausgestellt. Darunter sind Vergoldete Gewehre und diamantenbesetzte Pistolen. Einige Gangster schmückten ihre Waffen mit Schlangen, andere mit der Jungfrau Maria.

Gockeln und Kronen

Seit 1985 gibt es das Museum. Doch bisher hatten nur Militärs, Polizisten und Studenten Zugang. Erstmals durfte jetzt aber eine Reihe von Journalisten die früheren Besitztümer der Drogenbosse besichtigen, wie «Spiegel online» schreibt.

In der Ausstellung findet sich auch der mit Gockeln und Kronen verzierte Sattel von Ignacio «Nacho» Coronel. Coronel war einer von drei Anführern der mächtigen Sinaloa-Organisation, er wurde Ende Juli bei einem Gefecht mit Soldaten erschossen.

Waffen kommen aus den USA

Mit den Initialen «ACF» ist der Griff einer weiteren Pistole im Museum markiert, sie stehen für Amado Carrillo Fuentes, ein ehemaliger Boss des Juárez-Kartells.

«Spiegel online» schreibt, dass viele der Waffen aus den USA geschmuggelt wurden. Die Kartelle profitieren von den laxen Waffengesetzen. 90 Prozent der Waffen, die im Drogenkrieg sichergestellt werden, lassen sich auf Händler in den USA zurückverfolgen. Der Hersteller Colt benennt neue Modelle sogar in Anlehnung an mexikanische Drogenkartelle – El Rey und El Presidente. (bru/miw)

Erstellt: 06.09.2010, 23:51 Uhr

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11 Kommentare

Edwin Hitz

07.09.2010, 08:43 Uhr
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@Ulrich Künzi Sie haben recht : Solange die in den USA konsumierten illegalen Drogen so teuer verkauft werden können wird der Drogenkrieg weitergehen. Erst wenn alle konsumierten Drogen zu fairen Preisen und guter Qualität in Apotheken verkauft werden, kann der illegale Drogenmarkt ausgetrocknet werden. Doch dafür braucht es ein politisches Umdenken. Antworten


Ulrich Künzi

07.09.2010, 04:35 Uhr
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Solange die USA unfähig sind den Drogenkonsum im eigenen Land zu bekämpfen, wird Mexico die Durchlaufstelle sein. Schuld an der Misere haben die USA. Solange in den USA Drogen verkauft werden können, ist Mexico Durchgangsstrasse. Mexico kann die Unfähigkeiten der USA nicht korrigieren. Antworten




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