Leben

Auslaufmodell Schwarzenegger

Aktualisiert am 21.05.2011 39 Kommentare

Schürzenjäger sind nicht sexy, sondern peinlich. Offenbar gehen solche Männer davon aus, ihr Verhalten würde ihnen Bewunderung bringen. Sie täuschen sich. Eine Polemik von TA-Redaktorin Bettina Weber.

1/9 Im Januar 2007 war die Welt von Arnold Schwarzenegger und Maria Shriver noch in Ordnung. Nun hat das Paar nach 25 Jahren Ehe seine Trennung bekannt gegeben.
Bild: Reuters

   

Bildstrecke

Journalisten jagen Schwarzenegger-Maid

Journalisten jagen Schwarzenegger-Maid
Das Haus der Mildred Baena, Mutter von Arnold Schwarzeneggers unehelichem Kind, wird von den Medien belagert.

Wo «Arni's» Muckis waren, waren die Frauen nicht weit: So inszenierte sich Arnold Schwarzenegger 1977 in Cannes. (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Männer haben zurzeit schlechte Presse. Wären sie eine Marke, würde umgehend eine Armada von PR-Beratern eingeschaltet, die eine Kampagne lancierte, um den Imageschaden in Grenzen zu halten, der momentan doch einigermassen irreparabel scheint.

Nebst der Causa Strauss-Kahn sorgte diese Woche auch Arnold Schwarzenegger für Schlagzeilen – mit einem Kind, das er vor rund zehn Jahren mit einer Hausangestellten gezeugt hatte. Besonders unschönes Detail: Die Dame war gleichzeitig von ihm schwanger wie seine Gattin Maria Shriver, die sich nun scheiden lassen will. Der Ex-Bodybuilder, Ex-Terminator und Ex-Gouverneur von Kalifornien ist damit einer mehr auf der langen Liste berühmter Männer, die mit einem befremdlichen Umgang mit Frauen, Sexskandalen und Untreue von sich reden machen. Man kann sie nicht mehr hören, ist sie leid, diese billigen und schäbigen Geschichten von Prostituierten, Bunga-Bunga-Partys, Geliebten, Affären und verheimlichten Kindern.

Eigenartiges Selbstverständnis

Irritierend ist dabei nicht nur der mangelnde Stil und die Rücksichtslosigkeit, die gleichermassen unsympathisch sind. Irritierend ist vor allem, was für ein Verständnis von Männlichkeit da bei Strauss-Kahn, Schwarzenegger, Berlusconi und Co. vorzuherrschen scheint. Sie gehen offenbar davon aus, dass ihnen dieses Verhalten zusteht. Weil sie denken, das Etikett «Frauenheld» würde ihrem Ansehen schmeicheln, ihre Männlichkeit unterstreichen, sie noch attraktiver, potenter und mächtiger erscheinen lassen. Sie sehen es als eine Art exklusiven, halboffiziellen Leistungsausweis an, der einem Neider und Bewunderung sichert.

Mag sein, dass dem früher mal so war. Mag sogar sein, dass es heute in gewissen Kreisen noch so ist. Bloss: Die haben nicht mitbekommen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Selbstverliebt, gockelhaft

Heute werden Männer dieses Schlags bloss noch als peinlich wahrgenommen. Man lacht über sie. Und vor allem lachen die Frauen über sie. Weil sie in ihrer Arroganz und Selbstverliebtheit verkennen, dass sie ausser bei ihresgleichen als Auslaufmodelle gelten, als Fossile, Ewiggestrige. Dass sie unsouverän wirken in ihrer klebrigen Aufdringlichkeit, mit ihren jovialen und anzüglichen Sprüchen, mit ihrem krampfhaften Bemühen um Aufmerksamkeit beim weiblichen Geschlecht. Dass ihr Auftreten etwas Gockelhaftes hat und im Grunde von Unsicherheit zeugt, vom Bedürfnis nach dauernder Bestätigung auch. Und das lässt sie eben gerade nicht männlich wirken, genauso wenig wie die gefärbten oder transplantierten Haare. Der moderne Mann begegnet Frauen auf Augenhöhe und nicht mit dem Schritt. Und über den lacht keine. ()

Erstellt: 21.05.2011, 14:53 Uhr

39

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

39 Kommentare

Papet Judith

21.05.2011, 15:13 Uhr
Melden 153 Empfehlung

Selten so einen Schwachsinn gelesen DSK und Schwarzenger in den gleichen Topf zu werfen. Ist also die moderne Leseart, das kein Mann sich mehr einen Seitensprung leisten kann weil das unmännlich ist, die Frau aber kann. Einen Seitensprung, mit einer Vergewaltigung gleich zu stellen ist wohl das letzte. Das Kampffeminnismuss out ist hat die Autorin nicht mit bekommen. Antworten


Erna Mayer

21.05.2011, 20:33 Uhr
Melden 97 Empfehlung

Beim lesen dieses Artikels kam mir nur ein Gedanken: Die Autorin hat ein Männerproblem! Antworten




Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!