Leben

Femme fatale und die kosmische Liebe

Rielle Hunter, die Geliebte des gefallenen US-Präsidentschaftskandidaten John Edwards, packt aus.

Verstossene «Familie»: Rielle Hunter und ihre Tochter Frances Quinn. Die Vaterschaft stritt John Edwards ab.

Verstossene «Familie»: Rielle Hunter und ihre Tochter Frances Quinn. Die Vaterschaft stritt John Edwards ab. (Bild: Keystone)

Nur selten umarmten sich Sex und Politik so perfekt wie im Falle des gestrauchelten amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John Edwards. Ein gut aussehender, wenn auch pomadiger Politico, eine krebskranke Ehefrau – und mitten im Präsidentschaftswahlkampf 2008 eine Gespielin, die der Kandidat schwängerte, ohne indes die Vaterschaft anzuerkennen. Worauf ein – verheirateter! – Gehilfe diese beflissen übernimmt. Der Gehilfe schrieb kürzlich ein wenig schmeichelhaftes Buch über Edwards, dessen Ehefrau sich nach einem mordsmässigen Streit, bei dem die Fäuste flogen, schliesslich von ihm trennte.

Die Geliebte blieb unterdessen mucksmäuschenstill. Gestern aber meldete sich Rielle Hunter, die Femme fatale des Skandals, erstmals zu Wort, ja Hunderte von Wörtern kullerten ihr aus dem Mund und geradewegs in ein Tonbandgerät der Zeitschrift «Gentleman's Quarterly» (GQ), von wo sie rasch den Weg ins Internet fanden. Und nicht nur erzählt Hunter ihre Story: Sie stellt sich aus auf den Hochglanzseiten des Herrenmagazins und zeigt Haut mitsamt ein wenig Unterhöschen. Sexy und blond posiert sie auf einem Bett, behängt mit einer Perlenkette und überhaupt sorgfältig aufgemacht und fotogeshoppt.

Sie liebe «Johnny» noch immer

Und sie packt aus. Dass sie «Johnny» noch immer liebe. Dass er hinter ihrer Entscheidung stehe, an die Öffentlichkeit zu gehen. Dass seine verflossene Ehe mit Elizabeth «toxisch» gewesen sei und er stets den Zorn seiner vormaligen Gattin «gefürchtet» habe.

Rielle, so hatte es geheissen, habe zu viel Luft zwischen den Ohren, sei zu New Age und kosmisch. In der Tat: Von stratosphärischem Zuschnitt ist ihre Liebe zu Johnny. Er beäugte sie in einer Bar in New York im Februar 2006, worauf sie ihn beäugte, bis sich beider Augen trafen und Gefühle von galaktischen Ausmassen einsetzten. «Du bist ein heisser Typ», sagte sie zum ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidaten und Senator, der sich artig bedankte und sie bat, ihn später anzurufen. Was sie tat. Worauf der Kandidat und sie im Bett landeten. «Es war ein magnetisches Feld, wie ich es noch niemals erlebt hatte.»

Unruhe, der Karriere wegen

So nahm die Liebe also ihren Lauf, trotz aller Wollust aber befiel Unruhe den Kandidaten, nicht der Ehefrau, sondern der Karriere wegen. «Mich in dich zu verlieben, könnte wirklich meine Pläne versauen, Präsident zu werden», zitiert sie ihn, wischt jedoch nachträglich und nun, da seine Chancen, ins Weisse Haus einzuziehen, weniger als null geworden sind, seine damals geäusserten Bedenken vom Tisch: «Ich glaube nicht wirklich, dass er ein Politiker war», sagt sie. Eher schon sei «Johnny» ein «Humanitarier», ein Helfer der Menschheit also, der dieser Tage inkognito in El Salvador aufkreuzt, um dort den Armen und Entrechteten zu dienen.

Jetzt darf man gespannt des nächsten Kapitels dieser anrührenden Story harren, die damit begann, dass Rielle ihrem Johnny in jener Nacht in New York eine Visitenkarte überreichte, auf der geschrieben stand: «Rielle Hunter. Sein ist frei».

Dass Johnny sie nach dem Supersex als Videografin anstellte und ihr das Baby Frances Quinn machte und Elizabeth dem Duo auf die Schliche kam, als sie auf Johnnys geheimem Telefon Hunters Nummer wählte und diese zur Begrüssung «Hi Baby» sagte, wissen wir nun. Spannend aber bleibt, ob sich die kosmische Liebe von Johnny und Hunter auf Erden erfüllt, etwa durch eine bürgerliche Eheschliessung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.03.2010, 07:35 Uhr

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1 Kommentar

Markus Knoblauch

16.03.2010, 12:16 Uhr
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Koennte besser nicht geschrieben sein, weiter so. Antworten



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