Leben

Keine Seife, kein Gestank

Von Martin Sturzenegger. Aktualisiert am 06.01.2011 87 Kommentare

Ein US-Amerikaner wagte ein Experiment: Er lebte ein Jahr lang ohne Seife und Shampoo. Sein Fazit ist ausschliesslich positiv – und er erhält viel Beifall.

Reicht Wasser, um sich wirklich sauber zu halten? Duschender Mann.

Reicht Wasser, um sich wirklich sauber zu halten? Duschender Mann.
Bild: Keystone

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Auch ohne Seife glücklich: Blogger Sean Bonner. (Bild: www.eecue.com)

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«Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!». Sean Bonner bereut nichts – im Gegenteil: Am 4. Januar zieht der US-Amerikaner eine fast schon euphorische Bilanz über das Experiment, das er vor einem Jahr startete: ein Leben ohne Seife und Shampoo. Duschen und Baden ist zwar erlaubt, jedoch nur mit Wasser und ganz ohne chemische Zusatzmittel.

Inspiriert durch einen Freund, wollte Bonner das vermeintlich schmutzige Experiment auf die Dauer eines Monats beschränken. Nach dieser Zeit schrieb er seinen ersten Blogeintrag: «Ich stinke nicht, alle meine Mitmenschen bestätigen mir das. Zudem fühlt sich meine Haut besser an. Fast schon geschmeidig.» Bonners Bilanz fällt derart positiv aus, das er ohne zu zögern beschloss, weiterhin auf Seife zu verzichten. Das Verschwinden seiner Schuppenflechten deutete er als endgültiges Zeichen, das Experiment auf ein Jahr zu verlängern.

Bonner zieht sein Experiment weiter

Der junge Amerikaner ist nicht der einzige, der diesen Hygienestil pflegt. Das zeigt ein Blick auf die Gastkommentare im Blog: «Sean, was Du hier schreibst, weiss ich schon lange. Ich wasche mich schon seit über zehn Jahren ausschliesslich mit Wasser. Es hat sich noch nie jemand beklagt», schreibt ein gewisser Peter Watson. Zudem müsse er ihm Recht geben: Die Qualität der Haut habe sich auch bei ihm merklich verbessert – keine trockenen Stellen und weniger ölig. Watson steht stellvertretend für Dutzende, die sich im Blog euphorisch über ein Leben ohne Seife äussern.

Eine mögliche Erklärung für die gesteigerte Lebensqualität, liefert ein anderer User: «Die schmierigen Chemikalien der Hygieneartikel behindern den natürlichen Regenerierungsprozess. Der Verzicht auf Seife hält den pH-Wert (Säuregehalt der Haut) in einer besseren Balance.»

Die Erfahrungen einer Frau

Nicky Taylor ist eine Frau, die dasselbe Experiment drei Jahre vor Sean Bonner durchzog. Sie verzichtete während sechs Wochen auf jegliche Hygiene- und Kosmetikartikel – zum ersten Mal in ihrem Leben. Für Taylor war es bis zu diesem Zeitpunkt ein tägliches Ritual, sich jeden Morgen ausgiebig mit Seife zu reinigen. Sie lief nie ohne Schminke aus dem Haus. Gemäss eigenen Angaben gab sie pro Jahr rund 2000 Pfund (knapp 3000 Schweizer Franken) für Kosmetikprodukte aus.

Über ihre Erfahrungen während und nach dem Experiment berichtete sie in der Zeitung «Daily Telegraph». Ihr Urteil fiel ernüchternd aus: «Ich konnte mich selbst nicht mehr im Spiegel ansehen und fühlte mich von der Gesellschaft ausgeschlossen.» Doch Leute in ihrem Umfeld versicherten ihr, dass sie keine negative Veränderung an ihr feststellen konnten. Also alles nur Einbildung. Ein anderer interessanter Aspekt des Experiments: Chemiker nahmen von Taylor Hautproben – vor und nach dem Experiment. Die Resultate ergaben, dass Taylor nach dem Experiment keinerlei schädliche Bakterien auf ihrer Haut trug.

Was beide Probanden letztlich für sich festhielten: Mit dem Verzicht auf Hygieneartikel konnten sie viel Geld sparen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2011, 21:16 Uhr

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87 Kommentare

Bojan Antonovic

07.01.2011, 18:38 Uhr
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@Silvio Rindlisbacher: Ich selber stehe auf westliche Schulmedizin. Das Verspeisen von Seife ist darin nicht vorgesehen. Und meinen Militärdienst habe ich sauber beendet. Antworten


Rainer Rainer

10.01.2011, 07:47 Uhr
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Wenn Nadine Binsberger schreibt, es sei wichtig, dass die Wirtschaft wachse, kann sie es nur ironisch gemeint haben. Der Biokybernetiker Frederik Vester (1925-2003) hat in der 70ern im einem Vortrag (Uni Zürich) berichtet, das Zähneputzen nur mit Wasser habe bei ihm Karies komplett zum Verschwinden gebracht, da das bakterielle Gleichgewicht im Mund nicht mehr gestört worden sei. Es funktioniert. Antworten




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