Leben

Monogamie ist vergebene Liebesmüh

Kein anderes Lebewesen ist so lüstern wie der Mensch. Das sagt ein neues Buch über die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Sexualität.

Ewige Treue ist ein schönes Versprechen, das sich oft als Versprecher herausstellt.

Ewige Treue ist ein schönes Versprechen, das sich oft als Versprecher herausstellt.

Christopher Ryan, Cacilda Jethá: Sex at Dawn – The Prehistoric Origins of Modern Sexuality. Harper Collins, New York 2010. 400 S., ca. 30 Fr.

Artikel zum Thema

Was das Autorenpaar Christoper Ryan und Cacilda Jethá auf den 400 Seiten seines Buches «Sex at Dawn» schreibt, lässt sich auf zwei Punkte reduzieren, die es in sich haben. Punkt 1: Der Mensch ist nicht gemacht für die Monogamie. Punkt?2: Der Mensch ist dementsprechend auch nicht gemacht für die Ehe und für die Familie ebenso wenig.

Was ist «normal»?

Das mag nun für den einen oder die andere niederschmetternd oder skandalös klingen, schliesslich gilt die Zweisamkeit von Mann und Frau mitsamt Nachwuchs praktisch weltweit als gesellschaftliches Standardmodell. Angesichts der Scheidungsraten von nahezu 50 Prozent in der westlichen Welt, angesichts der Skandale um untreue prominente Gatten wie Tiger Woods, Ashley Cole, Jesse James, um nur die Fälle der jüngsten Vergangenheit zu erwähnen, stellt sich indes tatsächlich die Frage, ob die bis heute als «normal» geltende Lebensform für Erwachsene vielleicht doch nicht ganz die ideale ist. Oder konkreter: Ob sie unserer Natur nicht entschieden zuwiderläuft.

Das tut sie in der Tat, sagen Ryan und Jethá, und zwar deshalb, weil unsere Gene eine andere Sprache sprechen. Die verlangen Abwechslung, vor allem im sexuellen Bereich. Monotonie im Sinne von «bis dass der Tod euch scheidet» langweilt unsere Gene. Anhand von unzähligen Beispielen, Studien und Untersuchungen aus der Biologie, Physiologie, Archäologie, Anthropologie und der Primatenforschung zeigen Ryan und Jethá auf, dass der Mensch nicht nur das sexuellste Lebewesen überhaupt ist, sondern auch seit je polygam veranlagt – und zwar Männer wie Frauen. Weil aber die Geschichte der Sexualität sehr viel mit Moral zu tun hat, wurde das dem Menschen im eigentlichen Sinn abgewöhnt, er wurde sozusagen dressiert und ins Korsett der Zweierbeziehung gesteckt. Bloss die Gene, die blieben.

Die Misere begann um 8000 vor Christus, als der Mensch zum Ackerbau überging. Da war es fertig mit der munteren Promiskuität, die bei unseren Ur-ahnen geherrscht hatte, fertig mit dem Teilen von Sexpartnern und Nahrung, da wurde es ernst. So ernst, dass der bekannte amerikanische Evolutionsbiologe Jared Diamond sagt: «Der Wechsel zur Landwirtschaft war eine Katastrophe, von der wir uns nie erholt haben.»

Die gezügelte Lust der Frau

Die Katastrophe, von der Diamond spricht, hatte als tief greifender Wandel auch Folgen für unsere Sexualität. Gerade für jene der Frauen. Während nämlich diese zuvor den gleichen Zugang zu den Ressourcen hatten wie Männer, schliefen, mit wem sie wollten, und alle Kinder einer Gruppe gemeinsam aufgezogen wurden, war nun plötzlich entscheidend, dass ein Mann sicher sein konnte, dass seine Kinder auch tatsächlich seine Kinder sind. Mit einem Mal gab es Besitz zu vererben, und dieser sollte nur an den eigenen Nachwuchs gehen. Es galt fortan also, die Frau zu kontrollieren; der weibliche Köper, die weibliche Lust musste im Zaum gehalten und überwacht werden. Man könnte auch sagen: Da fing sie an, die Unterdrückung der weiblichen Sexualität, die später in Keuschheitsgürteln und Hexenverbrennungen gipfelte und bis heute spürbar ist, wenn Ehebrecherinnen gesteinigt oder jährlich 3 Millionen Mädchen genital verstümmelt werden.

Durch die neue Lebensform wurde die Frau zudem vom Mann abhängig. Dass Darwin zum Schluss kam, das biologische Programm der Frau bestehe darin, sich einen möglichst reichen Mann zu suchen, der ihr Sicherheit bietet, während sie dafür quasi mit ihrem Körper bezahlt, wurzelt in ebendieser Konstellation. Das seien aber, so Ryan und Jethá, keine genetischen, sondern erlernte Verhaltensweisen, die darum mitnichten als «typisch weiblich» bezeichnet werden können. Es handelte sich schlicht um eine Anpassung an die veränderten Umstände.

Am eindrücklichsten sind aber die Beispiele aus der Biologie. Ryan, der Psychologe, und Jethá, die Psychiaterin, vergleichen den Menschen mit den Bonobos, einer Unterart der Schimpansen, die uns nicht nur genetisch gesehen am ähnlichsten sind. Denn die Bonobos sind nebst dem Menschen die einzige Spezies, die aus lauter Vergnügen Sex hat. Alle anderen Tiere haben nur dann Sex, wenn das Weibchen fruchtbar ist, also nur zu Reproduktionszwecken. Der Mensch hat aber nicht nur dann Sex, sondern eigentlich immer, wenn ihm gerade danach ist, und den Frauen ist die Fruchtbarkeit nicht anzumerken, genauso wie den weiblichen Bonobos auch nicht. Spricht das für Monogamie? Wohl kaum. Es spricht vielmehr für grosse Lust – und für dauernde Bereitschaft.

Der Mensch ist kein Gorilla

Ebenfalls einleuchtend scheint die Argumentation mit dem männlichen Penis beziehungsweise mit dem Spermien-Wettbewerb: Sowohl der Bonobo als auch der Mensch verfügen über einen im Verhältnis zur Körpergrösse grossen Penis und grosse Hoden. Im Unterschied zu Gorillas etwa, die über einen winzigen Penis von gerade mal zwei Zentimeter Länge verfügen, müssen die Bonobos aber nicht um die zu begattenden Weibchen kämpfen, da bei ihnen jeder zum Zug kommt. Sie sind deshalb mit grösseren Hoden und somit mehr Sperma ausgerüstet, weil dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es sich gegen die Spermien von anderen Männchen, die da eventuell noch im Genitaltrakt des Weibchens vorhanden wären, durchsetzen können.

Wenn man nun weiss, dass das männliche Sperma zudem über Stoffe verfügt, die andere Spermien unschädlich machen können, dann spricht das zusätzlich dagegen, dass der Mensch monogam veranlagt sein soll. Ähnlich verhält es sich mit den weiblichen Brüsten. Diese sind vermutlich entstanden, als der Mensch begann, aufrecht zu gehen, sie ersetzten quasi das Hinterteil als Lockmittel. Aber nötig wären sie in ihrer Ausprägung nicht, es würde reichen, wenn sie sich während der Schwangerschaft vergrössern würden. Weshalb also diese unübersehbaren Brüste, wenn nicht deshalb, um dauernd attraktiv zu sein und Sex-Appeal zu verströmen?

Ryan und Jethá, selbst miteinander verheiratet, sind klug genug, ihre Glaubwürdigkeit und die Herleitung ihrer These nicht dadurch zu untergraben, dass sie eine Lösung anbieten – eine solche, so gestehen sie freimütig ein, hätten sie nicht parat. Es gehe ihnen vielmehr darum, dass sich die Menschen von der Idee des immerwährenden Glücks und der anhaltenden Romantik in einer Beziehung verabschieden würden. Andernfalls resultiere daraus das hinlänglich Bekannte: Frustration, Enttäuschung, Schmerz.

Und deshalb schreiben sie bereits im Vorwort, dass es Geldverschwendung sei, sich in Therapie zu begeben, in der Hoffnung, die Lust aufeinander komme wieder, wenn man nur lang genug darüber rede. Oder Ratschläge zu befolgen wie etwa «Haben Sie Sex an einem ungewöhnlichen Ort», wenn die Luft längst draussen sei. Alles vergebene Liebesmüh, sagen Ryan und Jethá, denn gegen die Natur ist auch die verführerischste Unterwäsche machtlos: Weil wir schlicht nicht dafür gemacht sind, jahrelang auf ein und denselben Menschen Lust zu haben.

Das muss uns indes nicht davor abschrecken, eine Partnerschaft einzugehen. Aber wir können die Tatsachen zur Kenntnis nehmen. Und vielleicht hilft das, die immensen Erwartungen etwas einzudämmen und das Ganze pragmatischer anzugehen. Schon Goethe hatte das kapiert, als er nämlich sagte: «Liebe ist etwas Ideelles, Heiraten etwas Reelles. Und nie verwechselt man ungestraft das eine mit dem anderen.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.07.2010, 19:45 Uhr

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26 Kommentare

Norbert Renz

06.09.2010, 02:37 Uhr
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@Dave McWide: Das scheinen Verhaltensweisen zu sein, die typisch für unsere jetzige Zeit sind. Da mich selbst gerade meine eigene Kindheit beschäftigt, bei der es viel um Angenommen/Abgelehnt sein geht, und mir dann solche Themen entgegenkommen, spielt sich der Gedanke auf: Es geht hier nicht um Evolution, es geht hier um eine gesunde (selbstverständliche?) seelische Entwicklung, früher und heute. Antworten


Friedl Kraußer

30.07.2010, 19:10 Uhr
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@Thomas Meyer: Ja, ich kenne ein solches Paar. Sogar ziemlich gut, weil mit ihnen sehr eng liiert. Für sie gilt das sogar noch nach 20 Jahren. Und wir wissen zudem, wieso. Alles nachzulesen bei Autoren wie Sigusch oder Amendt. Vorurteilsfreie Soziologen waren nämlich schon vor Jahrzehnten wesentlich weiter als heutige Evolutionspsychologen und Soziobiologen mit ihren ideologischen Scheuklappen. Antworten


karl brunner

24.07.2010, 12:05 Uhr
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Zu Beginn der Menschheitsgeschichte war es wichtig, einen möglichst grossen Pool an überlebensfähigen, biologisch und genetisch hochentwickelten Individuen zu produzieren. Natürliche Selektion. Ab einem gewissen Entwicklungsstand wurde es wichtiger, den Nachwuchs geistig und sozialkompetent zu fördern. Dazu braucht es andere Gesellschaftsstrukturen. Bonobo-Freizügigkeit + HIV = Ende der Menschheit Antworten


Ria Eugster

23.07.2010, 11:33 Uhr
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@ Thomas Meyer: ja, wir sind ein solches Paar. Und ob ich noch weitere kenne, weiss ich nicht, ist ja auch nicht etwas, was wir einfach so in der Öffentlichkeit ausplaudern. Halt Privatsache und nichts für Voyeure. ;-) Ria Eugster, Coach, Stäfa Antworten


Thomas Meyer

23.07.2010, 09:03 Uhr
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Mag sein, dass die Erkenntnisse nicht neu sind – aktuell sind sie dennoch, wenn man beobachtet, wie viele Menschen noch immer im Glauben leben, ewige Liebe und ewige Lust seien realistische Ziele. Oder kennen Sie ein Paar, das nach fünf Jahren noch richtig, richtig scharf aufeinander ist? Antworten


Hans Ineichen

23.07.2010, 01:27 Uhr
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Die Männer würden schon polygam leben, doch die Frauen verhindern das. Weil sie Ernährer für die Kinder brauchen. Das haben sie nur, wenn sie mit Sex locken, bzw. dann bei Untreue, mit Bestrafung drohen. Sind die Kinder dann flügge wird der Ernährer meistens abserviert, da Frau sich plötzlich daran erinnert, ein eigenes Leben leben zu wollen. Pech für den Mann der so naiv hoffte. Antworten


Marc Cane

21.07.2010, 19:52 Uhr
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Hübsche Theorie. Leider eine mehr, die von DER Natur des Menschen ausgeht. Dabei ist am Menschen gerade das Typische, das er weder fixe geographische Lebensräume, noch feststehende soziale Lebensformen hat. Das wussten schon Arnold Gehlen und Co: Frühgeburt, Mängelwesen, etc. Wenn man schon von EINER Natur sprechen möchte, dann genau von der, das der Mensch für (fast) nichts prädestiniert ist. Antworten


Dieter Schanze

21.07.2010, 19:32 Uhr
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Interessanter Artikel, allerdings schon alles seit über 40 Jahren bekannt. Das gleiche habe ich bereits 1971 in dem Buch "Der Anfang war das Ende" von Oscar Kiss Maerth gelesen. Es ist erstaunlich, wie uralte Theorien wieder ausgegraben werden, und als brandheiße, neue Erkenntnisse angepriesen werden. Mit freundlichen Grüßen, D. Schanze Antworten


Sabrina Riso

21.07.2010, 15:46 Uhr
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Guten Tag ich finde, dieser Artikel entspricht vollkommen den Tatsachen. Die Evolution wird uns irgendwann einen weiteren Wandel bescheren, Menschen (und Religionsansichten) sollten deshalb angepasst werden oder zumindest abgeschwächt werden. Die Umsetzung Dieser, bezweifle ich jedoch. Danke für den Buchtipp. LG, S. Riso Antworten


Hans Huber

21.07.2010, 15:35 Uhr
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@Erwin Scheibler: Wer spricht denn da von Vorbildern, wenn das sexuelle Verhalten der Bonobos als entwicklungsgeschichtl. Besonderheit geschildert wird? Die Forschung liefert Erklärungsmodelle und nicht Entschuldigungen für moralisches Fehlverhalten des Menschen. Moralingetränkte Verdrehungen von Forschungsbefunden untergraben aber genau die sozio-kulturelle Arbeit an den menschl. Trieben. Antworten


Hans Vögtlin

21.07.2010, 14:16 Uhr
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Vor allem der Hinweis auf die Bonomos, sozusagen unsere tierischen Vettern und Basen, ist überzeugend. Was dem Artikel fehhlt, ist der Einfluss der monotheistischen Religionen bzw. deren Preisterschaft, welche daraus ein Machtvehikel entwickelten, das bis heute schicksalshafte Folgen zeitigt. Ich halte die Forschungsergebnisse für ebenso einleuchtend wie etwa Las Casas Berichte aus Südamerika. Antworten


Ria Eugster

21.07.2010, 14:01 Uhr
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So sind wir Menschen: je nach dem, welchen Standpunkt wir einnehmen, finden wir Beweise, warum Beziehungen scheitern müssen oder wofür Jahre der Zweisamkeit eine Möglichkeit sein können: Persönliche Weiterentwicklung im besten Sinne. Welcher Sichtweise wollen wir mehr Platz einräumen? Diese Wahl beeinflusst unser Erleben entscheidend. Antworten


Dave McWide

21.07.2010, 13:59 Uhr
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Man vergisst aber, welche Probleme die Polygamie mit sich bringt! Psychische, wie reagiert ein verschmähter Mann/Frau? Was ist wenn ein Mann/Frau der einen oder anderen mehr beachtung schenkt als der anderen? So einfach ist die Polygamie nämlich auch nicht, dass jeder mit jedem und alle glücklich sind. Ich glaube daraus ist dann auch die Monogamie entstanden, man weiss was man hat. Antworten


Theo Werner

21.07.2010, 13:45 Uhr
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@Roland Strauss: Monogamie kommt den Männern zugute? Wenn jedes Männchen sein Weibchen abkriegt, soll das der Vorteil des Männchens sein? Nein, wenn schon kommt Polygamie den (starken) Männchen zugute. Allenfalls kommt Monogamie den schwachen Männchen zugute, die bei Polygamie kein Weibchen abkriegen würden. Aber wie erklären sie sich die steigenden Zahlen von partnermüden Singles? Nixgamie? Antworten


Erwin Scheibler

21.07.2010, 13:39 Uhr
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Was bei den rührseligen Geschichten über die Bonobos immer vergessen geht ist, dass diese hochgradig pädophil und inzestuös leben: jeder macht es dort mit jedem, zwischen allen Geschlechtern und allen Alterstufen, auch mit den direkten Vorfahren und Nachkommen. Also Onkel moder Tante mit Neffe und Nichte, Vater mit Tochter, Weibchen mit anderen Weibchen usw. Das soll unser Vorbild sein? Antworten


Tanja Meier

21.07.2010, 13:18 Uhr
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LoL diese Theorien wurden schon vor über 20 Jahren von Anthropologen auf den Tisch gebracht. Lustig wie alte Themen immer wieder als neu, im Fall der Autoren dieses Buches sogar als eigene Idee verkauft wird. Antworten


Oliver Schärli

21.07.2010, 13:16 Uhr
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@Bergmann Claudio: Genau lesen, lieber Herr Bergmann! Ackerbau = Landbesitz = Vererbung von Besitz an Nachkommen. Der Mann wollte seinen Besitz an seinen Nachwuchs vererben, daher musste er sicherstellen, dass die Kinder, die seine Frau gebar, auch wirklich die seinen waren. Vaterschaftstests gab es noch nicht. Also musste der sexuelle "Zugang" zu seiner Frau kontrolliert werden. It's that simple. Antworten


Florian Lienhard

21.07.2010, 12:46 Uhr
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@Anna Karrer: Wir können doch noch so sozialisiert sein, der archaische Trieb dringt trotzdem dauernd durch und sorgt dafür, dass auch der moderne Mensch nicht die volle Kontrolle über sein Verhalten hat. Zumindest in der Fantasie bestimmen die polygamen Gedanken bei jedem/jeder einen Teil der Sexualität. Dies auszuleben ist natürlich eine ganz andere Sache .... Antworten


Petra Baumann

21.07.2010, 12:34 Uhr
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@ C.Gessner: "Machtanspruch der Frau über das Sexualverhalten des Mannes" - Fakt ist, dass mein Mann mich keines Blickes mehr würdigen und mich hochkant zu unserer Wohnung rausschmeissen würde, wenn ich mit jemand anderem schlafen würde. Ich kenne auch sonst keinen Mann, der seiner Frau Promiskuität verzeihen würde. Aber ja, wir Frauen sind die Verklemmten und machtbesessen und überhaupt... Antworten


Bergmann Claudio

21.07.2010, 12:29 Uhr
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Was mich am Artikel wundert, ist, dass mit keinem Wort erwähnt wird, warum die Umstellung auf Ackerbau auch gleichzeitig die Umstellung auf Monogamie gewesen sein soll. Und auch, warum dies eine Misere gewesen sein soll? Und vonwegen guter Ratschläge: Wie wärs mit Offenheit und Ehrlichkeit auch in Bezug auf sexuelle Tabus und Wünsche? Antworten


Roland Strauss

21.07.2010, 11:51 Uhr
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Monogamie kommt in erster Linie den Männern zugute, da so jeder ein Weibchen abbekommt. Die Aufzucht von Kindern verlangt nach stabilen Beziehungen, die sexuelle Lust nicht. Der gelegentliche stille Seitensprung ist vielleicht die Lösung. Mir persönlich ist nicht danach zumute, verurteile aber andere dafür nicht. Antworten


Aschy Furrer

21.07.2010, 11:41 Uhr
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Es gibt keinen gemeinsamen gesellschaftlichen Nenner mehr. Man muss sich heute seine persönliche Ökonische erkämpfen. Nur eins ist noch sicher: was die Boulevardpresse breitschlägt, das hat mit Normalität nichts zu tun. Und normal ist die Zweikind-Ehepaar-Familie heute auch nur noch aus verklärtem Traditionsdenken. Die Statistik zeigt ein anderes Bild: Singles und Parallelgesellschaften. Antworten


chris gessner

21.07.2010, 09:44 Uhr
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Ann Karr@ Von wegen sozialisiert. Das einzige Argument, welches hier angebracht ist, sei der Machtanspruch der Frauen über die Männer über deren Sexualverhalten. Nun, das war gestern.... Antworten


rolf huber

21.07.2010, 09:39 Uhr
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...und Osho (Bhagwan) hatte doch alles richtig gesehen. zudem die weiblichen spezies sind einfach grundsätzlich schlauer, intelligenter. wenn schon die aufgepfropfte monogamie und unterdrückung, dann wenigstens ihre männlichen pendants durch ökonomische zwänge gut und dauerhaft an-binden. passt auch hervorragend in unsere zeit des homo öconomicus.. Antworten


Stefan Studer

21.07.2010, 09:09 Uhr
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Die naturwissenschaftlichen Indizien beim Menschen zeigen eben nicht, wie hier suggeriert wird, dass der Sinn der menschlichen Sexualität in der Promiskuität liegt. Der Menschen steht, im biologischen Vergleich mit verschiedenen Primaten etwa in der Mitte zwischen Mono- und Polygamie. Zudem, ich hoffe doch, dass auch auf diesem Gebiet, der Mensch sein ursprüngliches Verhalten überwunden hat. Antworten


Anna Karrer

21.07.2010, 08:05 Uhr
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Mir ist unklar, was an diesen Informationen neu ist. Wir sind doch in unserem gesamten Verhalten längst nicht mehr nur von den Genen getrieben, sondern kulturell sozialisierte Wesen mit einem Verstand. Dass kulturelle Regeln und der Verstand auch dazu dienen, die Triebe zu steuern, ist in praktisch allen Lebensbereichen so. Warum soll das in der Sexualität anders sein? Antworten



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