«Nackt schlafen ist gesund» – 5 Mythen über den Schlaf

Jeder Mensch schläft gerne gut. Doch kursieren viele Legenden um den guten, gesunden Schlaf. Was ist dran?

Sie scheint einen gesunden Schlaf zu haben: Eine Frau im Bett. Foto: Getty Images

Sie scheint einen gesunden Schlaf zu haben: Eine Frau im Bett. Foto: Getty Images

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Auf der linken Seite schlafen ist besser für das Herz
Es gibt Menschen, die zwingen sich, auf der richtigen Seite einzuschlafen. Richtig heisst in ihrem Fall: links. Denn das entlastet angeblich das Herz. Die Begründung ist pure Anatomie: Die Hauptschlagader macht oberhalb des Herzen eine Linkskurve. Deshalb muss das Blut im Liegen einen kurzen Moment bergauf fliessen. Die Befürchtung: Das Herz müsse in der Nacht härter arbeiten.

Doch wer aufgepasst hat im Biologie-Unterricht, der weiss: Das Herz ist ein starkes Pumporgan. Eine kleine Kurve von wenigen Zentimetern macht dem Herzen keine Probleme – schon gar nicht im Schlaf. Würde es dem Herzen und den Gefässen nicht gelingen, Blut entgegen der Schwerkraft zu befördern, würde kein Sauerstoff im Gehirn ankommen. Das ist glücklicherweise nicht der Fall. Zudem lohnt ein Blick ins Anatomiebuch: Bei den meisten Menschen biegt die Hauptschlagader nur marginal nach links ab. Hauptsächlich verläuft sie nach hinten in Richtung Wirbelsäule. Links oder rechts schlafen macht also keinen Unterschied.

Nackt schlafen ist gesund
Menschen sollten ohne Kleider ins Bett gehen, damit keine Gummizüge drücken und die Geschlechtsteile atmen können. Steht so im Internet. Ausserdem könnten BHs bei Frauen Brustkrebs auslösen, wenn sie 24 Stunden am Körper sind.

Richtig ist: Wer sich im Bett unwohl fühlt, wird schlecht schlafen. Wen Gummizüge oder BH-Träger stören, der muss sie loswerden. Das ist eine Frage der Bequemlichkeit, nicht aber der Gesundheit. Eine Studie aus dem Jahr 2014 hat den Zusammenhang von BHs und Brustkrebs untersucht. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass keine Verbindung besteht. Nachts einen BH zu tragen mag unbequem sein, gefährlich ist es nicht.

Schlechter Schlaf erhöht das Krebsrisiko
Es klingt wie eine Legende von Morgenmuffeln: Wer übermüdet ins Büro gehen muss, wird krank. Tatsächlich aber gibt es Anzeichen, dass schlechter Schlaf gefährlich ist. Spanische Wissenschaftler konnten in einem Tierversuch zeigen, dass Sauerstoffmangel beim Schlaf das Wachstum von Krebszellen fördert.

Die Ergebnisse sind ein erstes Indiz, weitere Untersuchungen am Menschen stehen noch aus. Diese aber sind wichtig, denn unter einer sogenannten Schlafapnoe leiden etwa zwei bis vier Prozent aller Menschen. Da sich die Muskeln während des Schlafes entspannen, blockieren bei betroffenen Patienten die oberen Atemwege, es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung lebenswichtiger Organe. Ärzte empfehlen solchen Patienten, nachts eine Atemmaske zu tragen, damit sie stets genug Sauerstoff zu bekommen.

Jugendliche, die viel im Internet rumhängen, schlafen schlecht
Eine schlechte Nachricht für alle Facebook-Fans: Forscher der Universität in Pittsburgh haben knapp 2000 Jugendliche im Alter zwischen 19 und 32 Jahren nach ihrem Internetverhalten befragt – und die Daten mit ihren Schlafgewohnheiten verglichen. Diejenigen Probanden, die besonders häufig auf Social Media-Plattformen unterwegs waren, litten häufiger unter Schlafproblemen als Internetmuffel.

Die Mediziner vermuten, dass Menschen häufig abends entgegen ihrem Schlafbedürfnis wach bleiben und auf Twitter und Instagram surfen. Der Schlafrhythmus könnte dadurch verschoben werden, emotionale Erlebnisse wie wilde Facebook-Diskussionen fordern zudem das Gehirn. Allerdings ist bislang unklar, ob dieser Zusammenhang wirklich stimmt. Es könnte auch sein, dass Menschen nicht einschlafen können und sich deshalb mit Facebook und Twitter ablenken. Ältere Studien zeigen allerdings, dass das Licht von Smartphone und Laptop den Melatonin-Spiegel absenkt und Menschen am Einschlafen hindert.

Spätaufsteher sind häufiger zigarettensüchtig
Spätaufsteher kennen das: Sie schleppen sich morgens übermüdet zur Arbeit. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass Menschen unterschiedliche Schlaf-Wach-Eigenschaften besitzen, so genannte Chronotypen. Wer morgens früh aufsteht, muss auch früh ins Bett gehen, um ausreichend Schlaf zu bekommen. Doch Abendmenschen, oft als Eulen bezeichnet, fällt das schwer, sie sind abends besonders fit.

Die Ergebnisse sind Schlafmangel und chronische Müdigkeit – in Anlehnung an einen langen Flug auch als «Social Jetlag» bezeichnet. Schlafforscher der Uni München konnten in einer Studie zeigen, dass Menschen, die entgegen ihrer inneren Uhr einschlafen und aufstehen müssen, häufiger zur Zigarette greifen. «Die starke Korrelation zwischen sozialem Jetlag und Nikotin ist deshalb interessant, weil Raucherkarrieren oft in der Jugend beginnen, also dann, wenn der soziale Jetlag besonders ausgeprägt ist», schreiben die Wissenschaftler. (Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 30.06.2016, 10:33 Uhr

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