Zwei Pferde sterben nach Rennen – Tierschützer protestieren

Immer wieder kommt es beim prestigeträchtigen Grand-National-Rennen in England zu Unfällen, so auch dieses Jahr: Zwei Pferde mussten wegen Verletzungen eingeschläfert werden. Tierschützer fordern nun Konsequenzen.

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Die beiden Rennpferde waren am letzten Samstag beim Grand National in England, einem der berühmtesten und prestigeträchtigsten Pferdehindernisrennen der Welt, verunfallt: Sie hatten sich an genau demselben Hindernis Beinbrüche zugezogen und mussten wegen der Schwere ihrer Verletzungen eingeschläfert werden. Schon letztes Jahr ist am selben Hindernis laut Berichten von «Spiegel online» ein Pferd gestorben – es hatte sich das Rückgrat gebrochen.

Somit sind seit dem Jahr 2000 nach Angaben von Tierschützern beim Grand National schon 35 Pferde ums Leben gekommen. Bei der Austragung am letzten Samstag erreichten nur 15 der 40 gestarteten Pferde das Ziel. Tierschützer in England gehen nun auf die Barrikaden: Sie fordern, dass die Rennbedingungen in mehreren Punkten angepasst werden.

«So ist nun mal das Leben»

Erstens müsse das Teilnehmerfeld stark verkleinert werden: 45 Pferde seien eindeutig zu viel, sagt Gavin Grant, Vorsitzender des britischen Tierschutzbundes RSPCA, gegenüber dem Fernsehsender BBC. Zweitens müsse der Schwierigkeitsgrad gewisser Hindernisse angepasst werden. Die beiden am Samstag verstorbenen Pferde sind beide beim berüchtigten Hindernis «Becher's Brook» gestürzt. Der Aufsprung liege dort tiefer als der Absprung, die Tiere könnten dies aber erst sehen, wenn sie bereits abgehoben haben.

Paul Nicholls, der Trainer des Gewinnerpferdes vom letzten Samstag, verteidigte das Rennen daraufhin gegenüber BBC: Im Sport gebe es immer ein Restrisiko, «viele Leute müssen aufwachen und realisieren, dass das Leben nun mal so ist». Die Pferde würden die bestmögliche Behandlung erfahren, «sie haben wahrscheinlich eine bessere medizinische Versorgung als wir».

«Wie grossartig kann ein solches Rennen sein?»

Die Gefahr ist den Verantwortlichen aber offenbar schon länger bewusst. Bereits im Vorfeld des diesjährigen Grand-National-Rennens waren umfangreiche Vorkehrungen getroffen worden, um die Sicherheit zu erhöhen. So hatten die Organisatoren die Höhe einiger Hindernisse reduziert und gewisse Landungen angepasst. Die Rennleitung veröffentlichte laut BBC nach den Todesfällen eine Erklärung, in der sie vor voreiligen Schlüssen warnte: Es sei verfrüht zu behaupten, dass die Anpassungen nichts genützt hätten. Man werde weitere Untersuchungen zu den Unfällen einleiten.

Die Kontroverse um das Grand National wird aber wohl noch einige Zeit anhalten. Denn nun melden sich immer mehr Stimmen zu Wort, die gar ein Verbot des Pferderennens fordern, wie die Nachrichtenseite Heraldsun.com.au schreibt. Auch die öffentliche Empörung wächst weiter. Bereits letztes Jahr war eine Facebook-Gruppe zum Gedenken an die beim Rennen verstorbenen Pferde gegründet worden, sie zählt mittlerweile rund 18'000 Mitglieder. «Ein neues Rennen, noch mehr tote Pferde – wie grossartig (englisch: Grand) kann ein solches Rennen sein?», fragt dort ein User. «Sie hatten ihre Chance, das Rennen sicher zu machen, sie versagten kläglich. Zeit, diesen Event einzustellen», schreibt eine andere Userin. (fko)

(Erstellt: 16.04.2012, 10:29 Uhr)

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Zusammenschnitt der beiden Unfälle am diesjährigen Grand National. (Quelle: Youtube)

Das berühmt-berüchtigte Grand National

Das Grand National ist das bedeutendste Pferdehindernisrennen im Vereinigten Königreich. Es zählt weltweit zu den Rennen mit den höchsten Wetteinsätzen und besten Gewinnprämien.

Das Grand National findet jeweils im April auf einer Pferderennbahn nahe Liverpool statt. Wegen seiner Gefährlichkeit für Pferde und Reiter wurde der Event schon oft kritisiert.

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