Japan schrumpft

Die Zahl der Japaner wird von 127 Millionen auf unter 100 Millionen sinken. In Gegensatz zu anderen Ländern verzichtet Japan auf eine ungebremste Einwanderung, um die Überalterung aufzufangen.

Es gibt sie noch, die jungen Japaner. Aber ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre.

Es gibt sie noch, die jungen Japaner. Aber ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre. Bild: Keystone

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Japans Bevölkerung schrumpft rapide. Angesichts niedriger Geburtenraten und zunehmender Überalterung könnte die Zahl der Bewohner der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt von derzeit rund 127 Millionen auf unter 100 Millionen im Jahr 2053 sinken.

Das ergab eine Erhebung des nationalen Forschungsinstituts für Bevölkerung und soziale Sicherheit, wie der TV-Sender NHK am Montag berichtete. Demnach dürfte die Bevölkerungszahl bis 2065 weiter auf 88 Millionen fallen. Die Japaner werden immer älter: Die Lebenserwartung bei den Männern steigt der Erhebung zufolge von 80,79 Jahren (2015) bis zum Jahr 2065 auf 84,95 Jahre und bei Frauen von 87,05 auf 91,35 Jahre, wie der Sender weiter berichtete.

Japan altert so rasant wie kein anderes Industrieland. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre. Zugleich gibt es in dem fernöstlichen Inselstaat immer weniger Kinder: Im vergangenen Jahr war die Zahl der Neugeborenen erstmals unter die Marke von einer Million Babys gefallen.

Hintergrund ist unter anderem ein Trend unter jungen Japanerinnen und Japanern, immer später zu heiraten und auch die Geburt des ersten Kindes hinauszuschieben. In einigen Sektoren der Wirtschaft herrscht schon jetzt ein akuter Mangel an Arbeitskräften, auch mangels Zuwanderung. (amu/sda)

Erstellt: 10.04.2017, 14:02 Uhr

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