Leben

Räuber und Reben am Fuss des Blauen

Wer dem Berg «Blauen» entlang- ­wandert, kann einiges entdecken: Spuren eines Kampfes um ein Kalb, das Fundament eines Klosters und das «Beizli uf em Klushof».

1/7 Weinwanderweg
Im Aescher Rebberg erläutern 23 Tafeln die Geschichte des Weinanbaus.
Bild: Esther Staub

   

Links

Wettbewerb

Wir verlosen jede Woche drei Sammlungen der ersten Serie «rausgehen 07/08» und jeden Monat ein GPS-Gerät Garmin Oregon 550 (Wert ca. 800 Franken).

Beantworten Sie unsere Frage: Was wurde den Nonnen 1551 zu Martini ­gestiftet? Senden Sie die Lösung bis nächsten Freitag an: Basler Zeitung, rausgehen, Postfach, 4002 Basel.

Stichworte

Das hat man dann davon: Den Kindern hat man immer erklärt, dass es kein schlechtes Wetter gibt, nur schlechte Kleidung. Also darf ich nun nicht kneifen, weil der Himmel weint. Rein in die Regenhose und -jacke, wasserdichte Schuhe an und den Schirm in die Hand. Der moderne «Tango» der 10er-Linie der BLT bringt uns nach Ettingen.

Gegenüber der Station neben dem Restaurant zeigen die Wanderwegweiser in verschiedene Richtungen. Wir gehen zur Hauptstrasse und wandern durch dieses schmucke Leimentaler Dorf Richtung Aesch. Alte, sorgfältig renovierte Bauernhäuser mit viel Liebe zum Detail und wunderschöne Gärten bringen uns ins Schwärmen. Sie sind in voller Blüte, trotz Regen strahlen die kräftigen Farben der Blumen.

Glitschige Holztreppen

In der Kurve biegen wir rechts in die Oberdorfgasse ab. Diese führt steil bergauf. Oben überqueren wir die Autostrasse und tauchen ein in einen mystischen Wald am Fuss des Blauen. Die hoch aufragenden Bäume lassen schwere Tropfen von ihren Blättern fallen. Dies ist auf der ganzen Wanderung das einzige Geräusch, das uns begleitet. Bald biegen wir links ab auf den Plattenweg und bei den Bromberts Hollen nach 60 Höhenmetern bergauf links Richtung Klusboden. Am Wegrand im Unterholz leuchten die roten Beeren des Aron­stabes. Vorsicht: giftig!

Beim bald erreichten asphaltierten Weg biegen wir rechts ab und folgen von nun an dem hellgelben Wegweiser des Rebenwanderwegs. Bald weist uns linkerhand ein morsches, hölzernes Kreuz zum «Metzgerchrüz» hin, nicht zu verwechseln mit dem Metzerlen Chrüz. Voller Spannung weichen wir vom Weg ab und steigen nasse, glitschige Holztreppen steil hinunter zu einem Felsen. Das durch den Regen aufgequollene Moos überdeckt den Grossteil des Steines und Farne, junge Eichen und Buchen lassen das Denkmal beinahe unsichtbar werden. Ein steinernes Kreuz mit der Jahreszahl 1857 steht auf dem hinteren Teil des Felsens.

Von Räubern überfallen

Nach alter Über­lieferung kam hier auf der alten Römerstrasse ein Laufener Metzger vorbei, um ein Kalb in die Stadt zu ­bringen, be­gleitet von seinem Hund. Er wurde von Räubern überfallen und wehrte sich so kräftig, dass man im ­Felsen noch heute die Abdrücke seiner Füsse, die des ­Hundes und des Kalbes erkennen kann. Allerdings braucht es dazu einige Fantasie.

Zurück auf dem Weg kommen wir an einem Hochsitz der Jäger vorbei, gut versteckt von Ästen. Am Ende des Weges biegen wir links ab auf den Weg zum Tschäpperli, dem hintersten Hof in der Klus. Nach etwa fünfzig Metern befinden wir uns inmitten der Rebberge des in der Region bekannten Aescher Weines mit Sicht auf Pfeffingen und Aesch. Auf 23 Tafeln durch den «WeinWanderwegAesch» wird den Besuchern die Geschichte des Weinanbaus erklärt.

Neandertaler war schon da

Im Gebiet liegen prähistorische und historische Zeugnisse. Funde von Knochen und Zähnen zeugen von eiszeitlichen Tieren; ausgegrabene Steinwerkzeuge beweisen, dass vor fünfund­-dreissig- bis sechzigtausend Jahren der Neandertaler hier auf der Schalberghöhe vorbeigezogen ist. Fundamente weisen auch auf die Existenz eines ehemaligen kleinen Nonnenklösterchens hin. 1551 wurde den Nonnen von Konrad Smid zu Martini ein Huhn gestiftet.

Wir steigen rechts hinunter zur Unteren Klus und lassen uns im «Beizli uf em Klushof» nieder. Der Petrus hat ein Einsehen mit uns, wir werden zögerlich von der Sonne begrüsst. Das Beizli ist nur noch bis zum 19. September geöffnet. Nähere Angaben zu den Öffnungszeiten sind auf der Homepage ersichtlich.

Obstbäume. Von hier führt der Weg auf der Strasse entlang des Chlusbaches nach Aesch – das dauert zu Fuss rund eine halbe Stunde. Wir steigen in der Vorderen Klus links hinauf und gehen durch die Reben zum «Gmeiniwald». Hinter einer Biegung bietet sich eine Aussicht auf Reinach, Arlesheim, Dornach, das Goetheanum, die Ruine Dorneck, das Schloss Birseck und den Turm der Chrischona. Vom Waldrand weg steigen wir rechts auf einem schmalen Weglein durch Wiesen an vollen ­Äpfel-, Zwetschgen- und Birnbäumen vorbei hinab und spazieren in einer knappen Stunde durch die offenen Felder von Aesch nach Reinach. Von hier bringt uns die BLT zurück an die Ausgangspunkte. > www.klushof.ch

(Basler Zeitung)

Erstellt: 19.08.2010, 13:33 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Roland Käser

30.08.2010, 16:55 Uhr
Melden

Der grüne Reiter liegt eher in der Nähe von Effingen als bei Ettingen. Mir scheint, dass da etwas nicht ganz stimmt. Oder? Antworten


Martin Lienert

22.08.2010, 00:19 Uhr
Melden

Ich bin dort aufgewachsen und habe dort oft im Walde gespielt. Spaeter ging ich dort joggen und spazieren. Danke fuer den schoenen Bericht. Speziell im Fruehling und Sommer Regen ist es dort wunderschoen, Keine Leute aber dafuer frische Luft. Gruss aus Perth Antworten



Leben

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz