Leben

«Überlassen wir das Meckern doch den Bergziegen»

Von Bea Emmenegger. Aktualisiert am 12.10.2010 252 Kommentare

Wems nicht passt, der soll zu Hause bleiben: Der Tenor der Kommentarschreiber zur Ärger-in-den-Alpen-Geschichte ist klar. Trotzdem: Auch Leser kritisieren den Service in den Bergen.

Weit und breit kein Frust: Wandergruppe bei der Rast.

Weit und breit kein Frust: Wandergruppe bei der Rast.

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Muss der Service in den Schweizer Bergen bei Restaurants, Beschilderung oder Bahnen verbessert werden?

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Was stört, ist etwa die Verschandelung der Landschaft durch Infrastrukturbauten für den Skitourismus, was nervt, sind Biker auf allen Wegen und das «Tägg, tägg» der Wander- und Nordic-Walking-Stöcke, was ärgert, sind Wanderer, die ihren Abfall in den Bergen lassen. Das ist aber alles nichts gegen den Ärger, den unsere Aufzählung von Ärgernissen in den Alpen ausgelöst hat.

«Unglaublich, dieser Artikel», schreibt etwa Christian Meier, «wahrscheinlich stört ihr euch auch daran, dass man selber laufen muss.» Und Hans Baur meint: «Diese Nörgelei ist ja wirklich nicht auszuhalten. Habt ihr auch ein Problem mit der Farbe der Gondeln?» Äh, nein, weder mit dem einen noch dem andern. Aber mit dem Verpflegungsangebot in den Bergrestaurants halt schon.

Gute Tipps und etwas Unterstützung

«Brot, Käse und Schübling in den Rucksack, und schon ist das Restaurantproblem vergessen», rät uns Brigitte Andersen. «Wer eine SAC-Hütte mit einem A-la-Carte-Restaurant verwechselt, ist selber schuld», findet George Tackle, und Peter Müller schreibt, er habe «noch nie etwas aufgetischt bekommen, das nicht lecker war». Peter Thommen empfiehlt uns, «an bester Lage ein Bergrestaurant zu eröffnen, 5-Sterne-Service zu bieten, jeden Gast individuell zu betreuen und so die Schweizer Berg-Gastro-Szene aufzumischen. Ich bin dann mal gespannt, welche Bilanz er Ende Jahr zieht.»

Wären wir auch. Dass eine Dienstleistung auch etwas kosten darf, haben wir aber nicht infrage gestellt. Susanne Auf der Maur steht uns bei: «Der kleine Unterschied zwischen österreichischer und Schweizer Dienstleistung ist, dass die Schweizer den Gast als Renditeobjekt sehen, während Österreicher den Gast noch bedienen.» Das findet offenbar auch Martin Kreidel: «Leider scheint man sich in der Schweiz etwas allzu sehr auf Jahrzehnte alten Lorbeeren auszuruhen und es recht deutlich vor allem auf das Geld der Touristen abgesehen zu haben.» Und Nicky Berger schreibt: «Wir gehen nach Österreich in die Ferien, weil man dort freundlich empfangen wird, weil der Hütten-Wirt nicht einfach eine Büchse öffnet und weil die anderen Gäste nett sind.»

Mehr Gelassenheit fordert Tobias Schläpfer: «Es ist wahr, dass es in den Bergen nicht so zu und her geht wie im Restaurant in der Stadt, die Spaghetti verkocht sind und die Bedienung noch nie was von Knigge gehört hat. Jänu, hört auf zu nörgeln und geniesst die Aussicht!»

Das machen wir. Denn auch wenn uns 100 Leserinnen und Leser auffordern, gefälligst zu Hause zu bleiben, gehen wir wieder wandern. Ganz offensichtlich ist das nämlich ein purer Genuss.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2010, 12:42 Uhr

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252 Kommentare

Kurt Wacker

11.10.2010, 17:17 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Schon bemerkenswert, wenn jemand durch die Schweiz wandert, um einen Bericht zu schreiben, wie schlimm und grausam das alles ist. Ich empfehle, in der Grossstadt zu bleiben. Da gibt es tolle (Vegi-) Restaurants, Wellness-Oasen, Luxushotels -- und gute Psychotherapeuten! Antworten


Stephan Schlegel

20.10.2010, 00:22 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Mich nerven die vielen Stadtmenschen, die meinen in den Bergen die heile Welt zu finden. Antworten



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