Leben
Alles andere als kleinkariert
Angeblich ist Blau die Lieblingsfarbe der meisten Männer. Schön, dann können sie sich auf das Frühjahr freuen, denn Töne von Himmelblau bis Kobalt sehen fast alle Designer für die aktuelle Saison vor. Wie man die Farbe umsetzt, erklären Eveline Erni und Nicole Billi von Herren Globus: «Am besten werden die tonangebenden Blautöne in maritimen Themen oder in verschiedenen Denims zum Ausdruck gebracht.»
Die weiteren Farben
Sehr modebewusste Männer lassen es jedoch nicht bei Türkis oder Marine bewenden. Sie setzen bei Hosen auf Sonnengelb, Kirschrot oder Grasgrün. «Allerdings sollte man aufpassen, dass man dadurch nicht einen unerwünschten Papageieneffekt erzielt», sagt Marco Maninchedda, Chef der Modekette Bernie’s. Um die bunte Hose gekonnt in Szene zu setzen, schlägt er dazu einen Blazer in zurückhaltendem Dunkelblau oder Khaki vor.
In den Monaten Juni bis August wird auch die Nichtfarbe Weiss zum Muss. Keineswegs nur in den Ferien oder am Strand. Ob Jil Sander, Dolce&Gabbana oder Hugo by Hugo Boss – die Couturiers sehen die Strassen bevölkert von Männern, die Weiss von Kopf bis Fuss tragen. Das allerdings braucht Mut und eine gesunde Hautfarbe und ist somit nicht jedermanns Sache. Doch mit wenigstens einem weissen Basisteil in der Garderobe – am besten eine Hose oder ein Veston – zeigt Mann, dass er in Sachen Stil auf der Höhe der Zeit ist. Als perfekte Farbergänzug zu Weiss sehen Erni und Billi, die bei Globus das Styling der Herrenmode verantworten, Khaki und Ocker.
Die Schnitte
Wer bereits jetzt die Stunden im Fitnessstudio ausdehnt, wappnet sich ideal für das Frühjahr, denn die neuen Anzughosen kommen oft eng anliegend daher. Viele Hosen enden am Knöchel oder sogar kurz darüber. Und im Segment der sehr jungen Männer bis Mitte 20 führt neben verratztem Denim mit Löchern kein Weg an Slim Jeans vorbei. Diese werden hüftig getragen, und da erweist sich schon der kleinste Bauchansatz als störend. Allenfalls im Freizeitbereich sind Hosen leger geschnitten.
Leichte Vestons, übrigens ein weiteres Key Piece dieser Saison, sollten nach Meinung von Erni und Billi einen präzisen Schnitt aufweisen (Foto Mitte).
Die Muster
Nicht jeder mag sie, aber dieses Frühjahr kommen Männer um Karos kaum herum. Von weiss-blau kleinkariert bis farblich eher laut ist alles dabei. Abends und am Wochenende dominieren vielfarbige Hemden, die jedem Holzfäller zur Ehre gereichen würden. In den Etagen von Postfinance oder Nestlé tragen die Mitarbeiter eher kleine, feine Karos. Männer, denen dieses Muster zuwider ist, können auf Streifen – auch bei Hosen – in diversen Variationen ausweichen.
Die Materialien
«Die Chino erlebt ein Revival: ob in Farbe oder in klassischem Beige», benennen Eveline Erni und Nicole Billi den grossen Hosentrend dieses Sommers. Am Chinotwill, dem Baumwollstoff aus Köperbindung, erkennt man in der Regel Amerikaner. Es gibt kaum einen Mann zwischen Alaska und Wyoming, der diese Hosen nicht trägt. Chinos wirken jedoch alles andere als bieder, wenn man sie bis über die Knöchel hochkrempelt und zu Bootsschuhen trägt. Ein Look, der bereits für letzten Sommer vorausgesagt wurde, der sich aber vermutlich erst jetzt durchsetzen wird. Wenn es nach den Designern von CP Company und vielen anderen geht, werden übrigens auch Jogging- oder Anzughosen und Jeans gekrempelt.
Bei den Accessoires dagegen ist Wildleder das Material des Moments.
Die Schuhe
Zum Muss für Männer mit Stil wird nach Meinung von Marco Maninchedda dieses Frühjahr der bunte Collegeschuh aus Wildleder. Zum Beispiel in Rot oder Grün. Man trägt ihn allerdings nur im Freizeitbereich, etwa zum Leinenanzug. Ebenfalls angesagt: Der Bootsschuh aus farbigem Leder, auch Docksider genannt. Er erinnert an die 80er- und 90er-Jahre, als er weltweit Männerfüsse zierte. Vielleicht steht bald das Revival weiterer Schuhrelikte an: das der Birkenstock-Sandalen. Gesehen etwa bei Dsquared (Fotos links). Und das der Espadrilles. In den 70er-Jahren trug sie jeder, und bei Paul Smith und Ralph Lauren waren sie in den Frühjahrskollektionen 2010 wieder zu sehen.
Werden die Vorschläge der Designer angenommen, freuen sich auch die Frauen, weil sie dann demnächst vielen gut angezogenen Männer begegnen werden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 05.02.2010, 11:04 Uhr














































