Leben
Gymnasiastinnen sind die besseren Models
Von Linus Schöpfer. Aktualisiert am 09.08.2011 44 Kommentare
Ursula Knecht ist Inhaberin der Modelagentur Option. (Bild: 3plus.tv)
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«Ich rate jedes Jahr einem oder zwei besonders vielversprechenden Mädchen, die Lehre abzubrechen, um bei uns als Model einsteigen zu können», sagt Ursula Knecht, deren Agentur Option mit Models wie Nadine Strittmatter, Patricia Schmid oder zuletzt Julia Saner national bekannt wurde. «Denn die hiesige Lehre ist mit dem Modeln fast nicht zu vereinbaren.»
Wenn sie eine junge Frau entdecke, die grosses Potenzial habe, aber in die Lehre gehe, suche sie das Gespräch mit dem Lehrmeister, sagt die 54-jährige Zürcherin. «Wenn wir Glück haben, können wir eine Vereinbarung treffen, die dem Mädchen eine Rückkehr in die Lehre offenhält, falls ihre Modelkarriere scheitern sollte», so Knecht.
«Topmodels strahlen Intelligenz aus»
Als Exempel einer erfolgreichen Herauslösung aus dem Lehrbetrieb nennt Knecht die 16-jährige Lejla Hodzic, die den letzten Elite Model Contest gewonnen hat. Für Knecht steht aber fest: Das Gymnasium ist eindeutig der beste Platz für ambitionierte Models. Dort, ganz im Gegensatz zur Lehre, hätten die jungen Frauen die nötige Musse, um erste Erfahrungen im Geschäft sammeln und um ihren Auftritt bei kleineren Shootings und Shows reflektieren und verfeinern zu können.
Aber auch aus anderen Gründen kommen die künftigen Catwalk-Stars grösstenteils aus dem Gymi. «Durchschnittliche Models sind bloss hübsch, Topmodels hingegen strahlen Intelligenz aus», sagt Knecht und nennt Beispiele, so etwa Cindy Crawford, Claudia Schiffer oder Christy Turlington. Sie alle haben das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen; Crawford ergatterte ein Biochemie-Stipendium, Schiffer liebäugelte mit der Jurisprudenz. «Nur intelligente Models können sich glaubwürdig in die teils höchst unterschiedlichen Rollen hineinversetzen, die ihnen von Designern und Werbern vorgegeben werden», sagt Knecht.
Julia Saner als Musterbeispiel eines wandlungsfähigen Models
Der Erfolg von Julia Saner, die das Gymi in Bern letztes Jahr mit der Matura abgeschlossen hat und heute erfolgreich über die Laufstege von Mailand, Paris und London stelzt, sei ein gutes Beispiel dafür, wie begehrt wandlungsfähige Frauen auf dem internationalen Modelmarkt seien. «Der Graben zwischen Modeln und Schauspiel ist viel kleiner, als häufig gedacht wird», sagt Knecht. Überdies seien gute Englisch-Kenntnisse in der internationalen Modeszene zwingend.
Auch diesbezüglich sei das Gymi natürlich von grossem Vorteil, sagt Knecht. Hinsichtlich des Alters sei die Gymnasialzeit ebenfalls nahezu ideal, gelänge doch einem Grossteil der Topmodels der Durchbruch, nach gründlicher Vorarbeit, zumeist mit 18 Jahren – wenn Maturandinnen frisch vom Gymi abgehen.
Neidische Gesellschaft
Von den zwölf Finalistinnen des in zwei Wochen stattfindenden Elite-Model-Look-Wettbewerbs haben die sechs Gymnasiastinnen also besonders günstige Karriere-Aussichten. Doch wie erklärt sich Knecht die gängige Meinung, Models seien hübsche Dummies, die sich bloss für Shopping, Jetset und Make-up interessieren können? «Unsere Gesellschaft lässt es offenbar nicht zu, das jemand beides ist: schön und klug», mutmasst Knecht. «Letztlich ist es wahrscheinlich purer Neid von Leuten, die es selber nicht geschafft haben», sagt sie kühl. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.08.2011, 14:45 Uhr
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44 Kommentare
Mag sein. Völlig daneben finde ich allerdings die implizierte Quintessenz, dass Dummheit ausstrahlt, wer keine Matura hat. Da kenne ich nicht nur eine handvoll Gegenbeispiele beiderlei Ausprägungen. Tut lieber was produktiveres und nachhaltigeres im Leben, dann erübrigen sich solche seltsamen Artikel. Antworten
Auch Leute mit Matura können partiell dumm sein. Aber dass man sich als Model für hohlsten Konsumismus und das oberflächliche Werbe-Business verkauft und als dumme Puppe erniedrigen lässt, hat weder mit Intelligenz und Bildung, noch mit Bildungsmangel zu tun. Das ist eher ein psychologisches Problem und es geht dabei um Narzissmus, Eitelkeit, Gefallsucht und ein übersteigertes Geltungsbedürfnis. Antworten
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