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Bizarre Weinnamen
Aktualisiert am 04.03.2010 7 Kommentare
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Normalerweise tragen sie die Namen von Ortschaften, Hügeln, Hängen, Schlössern oder Trauben: die Weine, die täglich zu Abertausenden geöffnet und hinter die Binde gekippt werden. Oder die Winzer geben ihnen die Namen von nahen Verwandten: Töchtern, Ehefrauen, Tanten und mehr. «Marketingüberlegungen stecken in der Regel nicht hinter den Weinnamen», erklärt Andreas Etter, Marketingchef der Weinkellereien Aarau: «Die Namen sind historisch gewachsen.»
Marketingüberlegungen (der fraglichen Art) dürften hingegen hinter der Namensgebung vieler Weine stecken, die mit Namen wie «Cat's Pee on a Gooseberry Bush» aufwarten. Besonders mit dem Erfolg der Weine aus der neuen Welt – zuvorderst aus Amerika und Australien – haben ungewöhnliche Bezeichnungen Einzug ins Reich der vergorenen Säfte gehalten. Sei es wegen dem den Amerikanern angeborenen Flair fürs Grelle und Unterhaltsame, sei es auf Grund bewusster Strategien: Viele Tropfen aus den USA tragen Namen, die eher der Fantasie entsprungen sind als einer bestimmten Region oder einem spezifischen Weingut. Zwar würde auch in den USA ein Grosshändler wie Mondavi einen Wein nicht als «Mad Housewife» oder «Vampire Wine» bezeichnen, kleinere Winzer tun sich diesbezüglich hingegen keinen Zwang an. Im Gegenteil.
Frage der Fantasie
Egal ob ein «Earthquake» von Lodi oder ein «Player1» des in Videospiele vernarrten Winzers Michael James – besonders die kleinen Weingüter lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Oder wählen sogar bewusst provokative Titel. So etwas das Weingut «Three Brothers Wineries»: «Wir betrachten uns selbst als ein respektabler Haufen von Unruhestiftern», schreibt das Weingut aus Geneva, New York auf den Internet-Disclaimer, bevor Besucher der Website auf eine Seite mit Etiketten, die Namen wie «Ride 'er All Night», «69 Ways to Have Fun» oder «Skirt Lifter» tragen, geführt werden.
Ungewöhnliche Namen können indessen auch täuschen. Weinnamen wie «Kräuterberg», «Ungeheuer» oder «Engelstein» sind nicht der lebhaften Vorstellungskraft deutscher Winzer entsprungen, sondern bezeichnen oft Hänge oder Lagen, welche die mythologischen Namen seit Jahrhunderten tragen. Dasselbe gilt für viele österreichische Tropfen. Konservativ hingegen geben sich die Schweizer Winzer. Hierzulande trägt der Grossteil der Weine die Namen von Regionen oder Ortschaften: seien es Hallauer aus der Schaffhauser Region Hallau, Meilener vom Zürichsee, ein St. Saphorin vom Genfersee oder ein Féchy aus derselben Region. Noch einfacher handhaben es nur noch die Südamerikaner und Australier, wo die meisten Weine schlicht mit der Traubensorte bezeichnet werden. Allerdings sind auch dort ungewöhnliche Kreationen zu finden: So gab das chilenische Weinhaus Concha y Toro dem Tropfen «Casillero del Diablo» seinen Namen, um eventuellen Dieben zu suggerieren, dass der Teufel im Keller des Weinguts wohnte. Ob mit Erfolg, ist nicht zu eruieren.
Frosch im Hals
Paradoxerweise kommen die unappetitlichsten Namen aber aus dem traditionellsten Weinland - aus Frankreich. Im Land der grossen Châteaux lassen sich Tropfen mit bizarren Namen wie «Frog's Piss», «Arrogant Frog», «Le Vin de Merde» oder «Fat Bastard» finden (siehe auch Bildstrecke).
Egal ob mit ungewöhnlichem oder mit traditionellem Namen: Die Bezeichnung des Weins bestimmt das Kaufverhalten letztlich weniger als zu vermuten wäre. «Viel wichtiger ist das Aussehen der Etiketten», weiss Etter. Während bei Markenweinen wie einem Château Margaux oder einem Bollinger-Champagner der Name zwar noch eine entscheidende Rolle spiele, würden sich Konsumenten für die Masse der Weine eher an übergeordneten Begriffen orientieren. Ein «Rioja», ein «Cabernet Sauvigion» aus Australien, ein «Malbec» aus Argentinien – diese Bezeichnungen hätten einen stärkeren Einfluss aufs Kaufverhalten, als wenn ein Wein sich als «Bitch» oder als «Beaune» anbiete. (ah)
Erstellt: 04.03.2010, 21:42 Uhr









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Thomas Gallati
Und der Bienenfresser... fantastischer Zweigelt aus Niederösterreich... benannt nach einer Vogelart Antworten