Wein
Sangiovese, die Basis toskanischer Spitzenweine
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Ihr Name geht auf das spätlateinische «Sanguis Jovis» zurück, was «Blut Jupiters» heisst. Experten vermuten, dass schon die Etrusker die Sangiovese-Trauben oder zumindest ihre Vorfahren gekannt haben. Genetisch stammt Sangiovese einerseits von der toskanischen «Kirschentraube» Ciliegiolo und andererseits von der Calabrese di Montenuovo ab, einer heute unbekannten kalabresischen Sorte. Die Sangiovese ist also zur Hälfte mittel- und zur Hälfte süditalienischer Herkunft. Um 1590 wurde sie erstmals urkundlich von Giovanvettorio Soderini erwähnt.
Eine Traube, zwei Linien
Unter welchem Namen und mit welcher Geschichte auch immer, die Sangiovese ist die meistangebaute Rotweinsorte Italiens – und die wichtigste Rebsorte der Toskana. Sie ist die Basis für italienische Weine wie Chianti, Vino Nobile di Montepulciano, Brunello di Montalcino und viele andere. Über die Jahrhunderte hat sich eine Vielzahl leicht unterschiedlicher Versionen entwickelt. Die verschiedenen Klone lassen sich grob in grossbeerige (grosso) und kleinbeerige (piccolo) Trauben einordnen – eine Einteilung, die keine Rückschlüsse auf die Qualität zulässt. Beide Linien bringen reiche, volle Weine hervor, die eher zurückhaltend edel als vordergründig gefällig sind. Die Sangiovese passt sich gut an unterschiedliche Umgebungen an, aber sie entfaltet ihre eleganten und kräftigen Aromen am besten in kalkhaltigen Böden. Die Hauptanbaugebiete sind die traditionellen Siedlungsgebiete der Etrusker, vor allem die Toskana. Die Sangiovese Piccolo ist vor allem in Chianti-Weinen zu finden, die zu mindestens 80 Prozent aus ihr bestehen müssen. Aus der Sangiovese Grosso werden unter anderem die sogenannten Supertoskaner gekeltert, beispielsweise Tignanello. Aber auch andere prestigeträchtige Spitzenweine enthalten die grossbeerige Sangiovese, darunter der Brunello di Montalcino.
20 Jahre und länger lagern
Ein typisches Merkmal der Sangiovese-Traube ist ihre langsame und späte Reife. Die Lese beginnt seit Menschengedenken nach dem 29. September und wird auch heute noch oft bis Mitte Oktober hinausgeschoben. So profitieren die Trauben optimal von der warmen Herbstsonne und reifen in guten Jahren zu vollen, langlebigen Weinen. Die Spitzenprodukte sind meist dunkelrot sowie alkohol-, tannin- und säurereich. Einen erstklassigen Sangiovese-Wein können Sie problemlos 20 Jahre und länger lagern.
Erstellt: 21.10.2009, 15:41 Uhr























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