Leben
Die Einheit von Haus und Natur
Von Caspar Schärer. Aktualisiert am 31.12.2009
Über ein halbes Jahrhundert beschritt der heute 85-jährige Zürcher Architekt Eduard Neuenschwander unbeirrt seinen eigenen Weg, der ihn stets über die Grenzen der Disziplinen führte. Seine integrale Auffassung von Gestaltung und sein Streben nach dem Ideal eines natürlichen Wohnumfelds machen Neuenschwander bis heute zur Ausnahmeerscheinung unter den Architekten.
Geprägt durch Naturbegeisterung
Eine umfassende Buchpublikation würdigt nun das in der Vergangenheit von der Fachwelt zum Teil hart kritisierte Werk des bescheidenen Baumeisters. Das Buch ist das Ergebnis einer dreijährigen Forschungsarbeit der Landschaftsarchitektin Claudia Moll und des Architekturjournalisten Axel Simon an der ETH Zürich. Neuenschwanders Arbeit war von Anfang an geprägt von einer Naturbegeisterung und einer Faszination für die skandinavische Moderne. Diese lernte er bei einem zweijährigen Atelieraufenthalt bei Alvar Aalto Anfang der 50er-Jahre kennen. Das Haus im Einklang mit der Natur war fortan sein Thema, gut erkennbar bei seinem grössten Werk, der subtil in einen alten Baumbestand eingepassten Kantonsschule Rämibühl.
In der Monografie werden 18 ausgeführte Projekte detailliert vorgestellt, mit Plänen und aktuellen Fotos von Heinrich Helfenstein. Entstanden ist ein durchgängig angenehmes, unaufgeregtes Buch. Es erhielt vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt eine Anerkennung beim erstmals verliehenen Architekturbuchpreis.
Claudia Moll und Axel Simon: Eduard Neuenschwander – Architekt und Umweltgestalter. gta-Verlag, Zürich 2009. 260 S., ca. 65 Fr.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.12.2009, 08:38 Uhr





































































































































