Meinung
Couchepin in der Pflicht
Von Daniel Foppa. Aktualisiert am 17.05.2009 4 Kommentare
Daniel Foppa.
Das Ja zur Kopmplementärmedizin war absehbar, das nun einsetzende Hickhack ebenso. Gesundheitsminister Pascal Couchepin betonte gestern zwar zu Recht, dass das Abstimmungsergebnis nicht automatisch zur Aufnahme der 2005 aus der Grundversicherung gekippten Alternativmethoden in den Grundleistungskatalog führt. Doch genauso zu Recht forderten die Befürworter, eine derart klare Willensbekundung der Stimmbürger müsse spürbare Folgen haben. Ein Ausweg aus dieser verzwickten Situation wäre es, nun die Hürden für die Aufnahme von Leistungen in die Grundversicherung zu senken. Davon ist dringend abzuraten. Denn eine Aufweichung der Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit ist nicht zu verantworten. Die Grundversicherung würde zum Gemischtwarenladen. Das aber war nicht die Absicht all jener, die gestern Ja gesagt haben zur Förderung der ärztlich verabreichten Komplementärmedizin.
Couchepin muss nichts anderes tun, als auf der Grundlage des bestehenden Gesetzes die Wiederaufnahme der fünf von ihm verbannten Methoden in die Grundversicherung prüfen zu lassen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Ergebnisse der Komplementärmedizin-Studie, die das Bundesamt für Gesundheit 1999 in Auftrag gab. Der international angesehene Forschungsbericht kam zum Schluss, die Homöopathie, die Pflanzenheilkunde und die anthroposophische Medizin seien wieder in die Grundversicherung aufzunehmen. 2005 foutierte sich Couchepin um diesen Expertenrat. Spätestens seit gestern kann er sich eine solche Eigenmächtigkeit nicht mehr leisten.
Das Abstimmungsresultat ist ein Ja zur massvollen Ergänzung der Schulmedizin durch alternative Therapieformen, die sich bewährt haben und kostengünstig sind. Es ist jedoch kein Ja zur beliebigen Förderung der rund 200 in der Schweiz angebotenen Heilmethoden. Deren Anbieter müssen sich vielmehr darauf gefasst machen, in Zukunft strenger beaufsichtigt zu werden. Denn auch dazu hat das Volk Ja gesagt. Für Kurpfuscher war gestern kein guter Tag. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.05.2009, 23:01 Uhr
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4 Kommentare
Wie nennt man alternative Therapieformen, deren Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit belegt werden konnte? Ja, genau; Schulmedizin. Dass nur Therapieformen durch die Grundversicherung bezahlt werden, welche obengenannte Kriterien erfüllen, wäre sehr zu wünschen, denn dann hätte sich die Diskussion um Homöopathie, Antroposophie und andere Wunderheilkuren endlich erledigt. Antworten
Manchmal hilft Abwarten und Tee trinken auch besser als die Schulmedizin. Jedenfalls wird man davon nicht kränker. Studien zufolge sind rund 30% der Krankheiten eine iatrogener Ursache, das heisst sie sind die Folge medizinischer Behandlung. Leider gibt es zuwenig Schadenersatzklagen. Antworten
Alternativmedizin hilft ERGÄNZEND zur Schulmedizin, wofür es keinen Nachweis gibt. Falls der Patient nicht gesünder wird, ist die Schulmedizin Schuld oder der Patient selber, weil er nicht daran glaubte. Noch besser helfen die wirkstofffreien Chügeli bei Bagatellerkrankungen, welche mit Abwarten und Tee trinken auch verschwunden wären. Der Glaube gehört nicht in die Medizin sondern das Wissen. Antworten











Enrico Brunner
Wieso können sich nicht Schulmedizin und Naturheilmethoden einfach ergänzen? Die heutige Praxis zeigt doch ganz deutlich, in welche Richtung das Volk mit Ihrer Gesundheit gehen will...wenn man bedenkt, dass es in der heutigen, sogenannten zivilisierten Welt, tausende von Krankheiten gibt, (und es werden noch Viele erfunden),jedoch nur EINE Gesundheit...dann wäre es kein Thema mehr! Antworten