Meinung

Der logische Sieger

Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 17.05.2010 2 Kommentare

Ueli Kägi.

Mit einem 2:0 in der Finalissima gegen die Young Boys sicherte sich der FC Basel seinen 13. Meistertitel – es war das logische Ende der Saison. YB war stark und der FCB schwach in die Saison gestartet. Zwischenzeitlich lagen 13 Punkte zwischen den beiden Teams. Doch schon im Spätherbst kreuzten sich die Formkurven der abwärts tendierenden Berner und der Basler im Steigflug.

Das letzte Meisterschaftsspiel bestätigte dies – und die Erfahrungen der vergangenen Jahre. YB verliert spätestens dann, wenn es Titel gewinnen kann. Der FCB gewinnt fast immer, wenn es wichtig ist. Vom ersten Pfiff an dominierte er gestern YB in allen Belangen. Er wurde zum fünften Mal seit 2002 Meister. Von drei finalen Spielen zwischen Erst- und Zweitplatziertem hat er nur dasjenige von 2006 gegen den FCZ verloren – in der 93. Minute.

Der FCB ist der finanzstärkste Klub der Schweiz. Er leistete sich im vergangenen Sommer die Rückkehr von Nationalstürmer Alex Frei aus der Bundesliga für mehr als 10 Millionen Franken. Seine Spieler haben Qualität, Erfahrung oder beides. Und vor allem bringen sie die Leistung im entscheidenden Moment. Das war der Unterschied zu YB. Mit dem Meistertitel vor Augen, dem ersten seit 1986, wirkten die Berner seit Wochen schon gehemmt.

Der FC Basel wird von Routiniers und aufstrebenden Jungen getragen. Das ist die Mischung, die zum Erfolg führt. Gestern konnte es sich Trainer Thorsten Fink leisten, die beiden nicht ganz fitten Topskorer Marco Streller und Frei auf der Bank zu lassen. Dafür erzielte der 21-jährige Valentin Stocker wie schon bei der Finalissima 2008 gegen YB das wegweisende 1:0.

Der FC Basel hat im Jahr eins nach Christian Gross den Sprung zurück an die Spitze geschafft. Die Klubführung leistete sich im letzten Sommer mit Fink eine mutige Trainerwahl. Sie blieb ruhig, als in der ersten Phase die Resultate ausblieben. Sie liess den Trainer arbeiten und erhielt von Match zu Match mehr von dem erfolgreichen Offensivfussball, den sie sich nach der Ära Gross gewünscht hatte. Jetzt ist Fink nach seinem ersten Schweizer Jahr schon Meister und Cupsieger. Eine starke Leistung.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.05.2010, 22:30 Uhr

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Ursula Studer

17.05.2010, 15:23 Uhr
Melden

Etwas was man bei den Gründen für den grossen Erfolg des FCB immer wieder vergisst, ist das rotblaue Herz der Spieler. Kein einziger Verein in der Schweiz kann auf so viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs oder aus der eigenen Region zurückgreifen. Und diese Nachwuchsarbeit wurde mit dem Einsteigen von Gigi Oeri so richtig professionell gestartet und zahlt sich jetzt aus. Danke Gigi Oeri. Antworten


Frank Gfeller

17.05.2010, 20:45 Uhr
Melden

Es ist trotz dem schade...... auch wenn der FCB so toll ist. Aber in Bern nimmt man das mit Gelasseheit wir freuen uns auf die kommende Saison. Antworten



bluebanana.ch