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Drum prüfe, wer einsteigt
Von René Lenzin. Aktualisiert am 25.02.2010
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In Italien zu geschäften, stellt für ausländische Firmen eine besondere Herausforderung dar. Trotz garantiertem Marktzugang bewerben sich viele Tessiner Unternehmen gar nicht für Aufträge in der benachbarten Lombardei, weil die Hürden der dortigen Bürokratie unüberwindbar erscheinen. Die SBB haben im Güter- wie im Personenverkehr versucht, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der italienischen Staatsbahn Trenitalia aufzuziehen – und sind zweimal glorios gescheitert, primär an den inkompatiblen Betriebskulturen. In Italien zählen Beziehungen oft mehr als Kompetenzen, von der unberechenbaren Politik nicht zu sprechen.
Die Affäre um die Swisscom-Tochter Fastweb fördert eine noch wesentlich problematischere Dimension des wirtschaftlichen Engagements im südlichen Nachbarland zutage: Wer bei einer italienischen Firma einsteigt, muss damit rechnen, in den Sumpf von Steuerbetrug, Korruption und Mafia zu geraten. Noch sind Fastweb und seine früheren Chefs weder angeklagt noch verurteilt. Aber die Affäre weist trotzdem eine Dimension auf, aus der Swisscom nicht unbeschadet herauskommen wird.
Kommt dazu: Die mutmassliche Verwicklung von Fastweb und Telecom Italia in kriminelle Machenschaften ist beileibe kein Einzelfall. Derzeit überbieten sich die italienischen Medien mit Geschichten über Bestechung, Betrug und organisierte Kriminalität in privaten und öffentlichen Unternehmen. Welche Folgerungen sollten Schweizer Firmen daraus ziehen?
Die Hände grundsätzlich von Italien zu lassen, kann keine Lösung sein. Dazu sind die wirtschaftliche Verflechtung zwischen den beiden Ländern und das wirtschaftliche Potenzial zu gross. Ausländisches Engagement muss auch nicht zwangsläufig scheitern, wie der kürzlich eingeweihte Güterterminal in Verona zeigt. Ein Schweizer Projektleiter hat die hochmoderne Anlage geplant, eine Schweizer Firma hat sie gebaut. Was es für den Erfolg braucht, sind exzellente Kenntnisse der italienischen Realitäten, Beharrungsvermögen und umfassende Abklärungen. Ob Swisscom beim letzten Punkt wirklich genug gemacht hat? (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.02.2010, 09:19 Uhr










