Meinung
Pendler kommen heute zu günstig weg
Von David Schaffner. Aktualisiert am 21.01.2011 3 Kommentare
Es ist eine Hiobsbotschaft für fast alle Einwohner des Landes, die Bundesrätin Doris Leuthard gestern präsentierte: Sowohl Autofahrer als auch SBB-Kundenmüssen mit deutlich höheren Preisen rechnen. Da die Schweizer immer mehr hin- und herreisen, bleibt dem Bund nichts anderes übrig, als viel Geld in den Ausbau von Schiene und Strasse zu stecken.
Nach dem ersten Schock lohnt sich indes ein genauer Blick auf die Fakten: Weder die Autofahrer noch die Bähnler kommen heute für die vollen Kosten ihres Verkehrs auf. Die Bahnkunden profitieren aus – berechtigten –ökologischen Überlegungen von Subventionen, welche die Kosten der Tickets tief halten. Die Autofahrer finanzieren zwar Bau, Unterhalt und Betrieb der Strassen aus der eigenen Tasche. Nicht decken müssensie aber die hohen Kosten der Umweltbelastung, des Lärms und der Folgen von Unfällen.
Aus dem Blickwinkel der Kostenwahrheit kommen die Autofahrer und die Bahnbenutzer also viel zu günstig davon. Daran wird sich trotz der Preiserhöhungen nichts ändern. Vorderhand will der Bundesrat weder die Subventionen stoppen noch den Autofahrern ihre externen Kosten auflasten.
Dabei sind es gerade die künstlich tiefen Preise, die einen starken Einfluss auf die Mobilität haben: Ein Gut, das zu billig angeboten wird, führt automatisch zu einer überhöhten Nachfrage. So lohnt es sich heute, draussen im Grünen zu wohnen und während einer Stunde ins Zentrum zur Arbeit zu fahren. Die Anzahl der Pendler hat seit 1970 um 41 Prozent zugenommen. Heute entstehen immer weiter im Grünen grosse Wohnquartiere. Der Verkehr nimmt ungebremst zu. Schon bald einmal wird die Verkehrsministerin weitere Preiserhöhungen ankündigen, und die Menschen werden sich erneut ärgern.
Gegen diesen Teufelskreis muss der Bund etwas unternehmen. Ein Blick auf die Verkehrsinfrastruktur und die Finanzen allein wird nicht genügen: Er muss die Raumplanung einbeziehen und dafür sorgen, dass in Zentren vermehrt verdichtet gebaut wird und attraktive, bezahlbare Wohnangebote entstehen. Nur so werden sich Pendler in einigermassen sesshafte Menschen verwandeln. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.01.2011, 22:56 Uhr
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3 Kommentare
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ihre wahrheit ist nur eine von vielen ---- eine andere, die arbeitsplätze liegen zu oft in aglomerationen wo es zu wenig und dem entsprechend teure wohnungen hat, also pendeln --- wir bezahlen steuern und abgaben für die infrastrukturen --- jedoch nach all den steuersenkungen für die HABENDEN reichet die staatskasse nicht mehr für die verkehrsinfrastruktur darum soll jetzt das fussvolk bluten Antworten





