«Nobelpreis? Für was?»

Aktualisiert am 09.10.2009
Barack Obama gewinnt den Nobelpreis. Toll, möchte man sagen. Doch halt, was hat der Mann bis jetzt eigentlich geleistet? bazonline.ch/Newsnetz hat einen Kommentar des stellvertretenden Chefredaktors des «Wallstreet Journal Europe» Iain Martin übersetzt.
Es ist vollkommen bizarr. Präsident Barack Obama hat eben den Nobelpreis gewonnen. Dabei ist nicht klar wieso. Weil er Frieden gestiftet hat, eine Art Frieden, zusammen mit Hillary Clinton? Weil er den Raketenschutzschild nicht installierte und die Iraner bei Laune hielt? Weil er mehr Truppen und Waffen nach Afghanistan entsenden will?

Traditionellerweise stiftet der Gewinner des Friedensnobelpreises zuerst Frieden und erhält den Preis erst später und für etwas, das er tatsächlich erreicht hat. Die neue Vorgehensweise wischt solch altmodische Vorstellungen von «Auszeichnung-folgt-auf-Leistung» beiseite.

Genau betrachtet, ist das Ganze richtig postmodern: Eine Person kann jetzt den Friedensnobelpreis gewinnen, wenn sie sagt, sie hoffe, dass es ihr gelinge, irgendwann in der Zukunft Frieden zu bringen. Sie ist aber nicht verpflichtet, es auch zu tun. Die Absicht reicht. Grossartig.

Erstellt: 09.10.2009, 12:44 Uhr

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