Tramlinie 14 soll bis Salina-Raurica verlängert werden

Von Stefan Gyr. Aktualisiert am 09.01.2009
Die überarbeitete Strassenplanung für Salina-Raurica hat in der vorberatenden Baselbieter Landratskommission Zustimmung gefunden. Im Parlament bahnt sich aber ein Streit um Wohnbauten über den römischen Ruinen an.
topelement Die Vorschläge fu?r die Umfahrung Augst (Orange und Blau) wurden nochmals u?berarbeitet. Grafik BaZ/Rebekka Heeb
Die Rheinstrasse soll an die A2 verlegt und eine Umfahrung für Augst «im Fall einer massgeblichen Zusatzbelastung» gebaut werden: Mit diesen Änderungen an der Strassenführung in der Rheinebene zwischen Pratteln und Augst ist der Baselbieter Regierungsrat den Forderungen des Landrats nachgekommen. Der Verkehrsteil des Spezialrichtplans für das Salina-Raurica-Gebiet dürfte deshalb nur noch wenig zu reden geben, wenn sich das Kantonsparlament am kommenden Donnerstag über die Vorlage beugt. Die landrätliche Bau- und Planungskommission (BPK) hat sich jedenfalls einstimmig hinter die überarbeitete Strassenplanung gestellt.

Mehrkosten für Pratteln

Für die Umfahrung Augst schlägt die Baselbieter Regierung nach Gesprächen mit dem Kanton Augst eine neue Linienführung im Osten und eine Subvariante vor, wie die BPK in ihrem gestern veröffentlichten Bericht erklärt. Die Umfahrung solle auf die bestehenden Kantonsstrassen gelegt werden, womit sich die Fahrstrecke verlängere. Zudem solle im Norden entlang der A3 das Trassee für eine direktere Verbindung zur Giebenacherstrasse in Kaiseraugst gesichert werden (Grafik).

Für die Anbindung der neuen Rheinstrasse an die A2 soll eine kantonale Kreuzung gebaut werden. Wegen der geänderten Linienführung der Rheinstrasse müsse aber das Prattler Längi-Quartier neu erschlossen werden, damit der Verkehr nach Süden abfliessen kann, schreibt die BPK. Diese Feinerschliessung beschert der Gemeinde Pratteln Mehrkosten von 19 Millionen Franken, die sie aber mit den Anstössern teilen kann.

Baukosten bei rund zwölf Millionen Franken

Nach der überarbeiteten Regierungsvorlage soll die geplante Grosssiedlung Salina-Raurica von Anfang an mit dem Tram erschlossen werden, wie dies die BPK gefordert hatte. Bis zum Jahr 2011 will der Regierungsrat ein Ausführungsprojekt für die Verlängerung der Tramlinie 14 bis zur S-Bahn-Station Salina-Raurica vorlegen. Die Baukosten für das Tramtrassee mit drei Haltestellen werden auf zwölf Millionen Franken geschätzt. Der Landrat soll an seiner nächsten Sitzung 1,34 Millionen Franken für die Projektierung freigeben. Die BPK bevorzugt für den Tramkorridor eine Linienführung entlang dem Rhein, weil dadurch die Wohngebiete besser erschlossen werden könnten. Die Kommission diskutierte auch über eine Verlängerung der Tramlinie 14 bis zur Liebrüti in Kaiseraugst. Dabei sei «ein gewisses Fahrgastpotenzial» festgestellt worden, das allerdings noch geprüft werden müsse.

Weit auseinander gingen in der BPK die Meinungen über die Frage, ob auf dem Areal der alten Römerstadt in Augst noch Wohnhäuser gebaut werden dürfen. Ausgelöst wurden die Diskussionen durch einen Artikel des mittlerweile abgetretenen Kantonsplaners Hans-Georg Bächtold in einer Fachzeitschrift über das «Bauen über den Ruinen».

Stichentscheid der Kommission

Die Regierung stellte der Kommission Studien für Überbauungen über den historischen Stätten vor. Wegen der «technisch noch zu wenig geklärten Situation» sei aber entschieden worden, Wohnbauten nur in den bestehenden, weitgehend überbauten Gebieten zuzulassen. «Als Kompensation» sei das Wohngebiet auf dem Gallezen-Areal am Rhein geschaffen worden. Zudem solle zu einem späteren Zeitpunkt der kantonale Nutzungsplan für Augusta Raurica überarbeitet werden.

Laut dem BPK-Bericht zeigte sich ein Teil der Kommission trotzdem «unzufrieden» mit der Situation im Augster Oberdorf. Die SVP-Vertreter beantragten, das Salina-Raurica-Gebiet aufzuteilen und nur die Pläne für den westlichen Teil in Pratteln zu genehmigen, damit über den Ostteil in Augst neu verhandelt werden kann. Die BPK lehnte den Antrag aber bei 6 zu 6 Stimmen mit dem Stichentscheid von Präsident Rolf Richterich (FDP) ab.

Mit klarem Mehr sprach sich die Kommission für eine Änderung der Planungsgrundsätze in den Arbeitsgebieten aus: Östlich der Salinenstrasse sollen nicht nur Gewerbe-, sondern auch Industriebetriebe zugelassen werden.

(Basler Zeitung)

Erstellt: 09.01.2009, 14:16 Uhr

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