Die Vorschläge fu?r die Umfahrung Augst (Orange und Blau) wurden nochmals u?berarbeitet. Grafik BaZ/Rebekka Heeb
Mehrkosten für Pratteln
Für die Umfahrung Augst schlägt die Baselbieter Regierung nach Gesprächen mit dem Kanton Augst eine neue Linienführung im Osten und eine Subvariante vor, wie die BPK in ihrem gestern veröffentlichten Bericht erklärt. Die Umfahrung solle auf die bestehenden Kantonsstrassen gelegt werden, womit sich die Fahrstrecke verlängere. Zudem solle im Norden entlang der A3 das Trassee für eine direktere Verbindung zur Giebenacherstrasse in Kaiseraugst gesichert werden (Grafik).
Für die Anbindung der neuen Rheinstrasse an die A2 soll eine kantonale Kreuzung gebaut werden. Wegen der geänderten Linienführung der Rheinstrasse müsse aber das Prattler Längi-Quartier neu erschlossen werden, damit der Verkehr nach Süden abfliessen kann, schreibt die BPK. Diese Feinerschliessung beschert der Gemeinde Pratteln Mehrkosten von 19 Millionen Franken, die sie aber mit den Anstössern teilen kann.
Baukosten bei rund zwölf Millionen Franken
Nach der überarbeiteten Regierungsvorlage soll die geplante Grosssiedlung Salina-Raurica von Anfang an mit dem Tram erschlossen werden, wie dies die BPK gefordert hatte. Bis zum Jahr 2011 will der Regierungsrat ein Ausführungsprojekt für die Verlängerung der Tramlinie 14 bis zur S-Bahn-Station Salina-Raurica vorlegen. Die Baukosten für das Tramtrassee mit drei Haltestellen werden auf zwölf Millionen Franken geschätzt. Der Landrat soll an seiner nächsten Sitzung 1,34 Millionen Franken für die Projektierung freigeben. Die BPK bevorzugt für den Tramkorridor eine Linienführung entlang dem Rhein, weil dadurch die Wohngebiete besser erschlossen werden könnten. Die Kommission diskutierte auch über eine Verlängerung der Tramlinie 14 bis zur Liebrüti in Kaiseraugst. Dabei sei «ein gewisses Fahrgastpotenzial» festgestellt worden, das allerdings noch geprüft werden müsse.
Weit auseinander gingen in der BPK die Meinungen über die Frage, ob auf dem Areal der alten Römerstadt in Augst noch Wohnhäuser gebaut werden dürfen. Ausgelöst wurden die Diskussionen durch einen Artikel des mittlerweile abgetretenen Kantonsplaners Hans-Georg Bächtold in einer Fachzeitschrift über das «Bauen über den Ruinen».
Stichentscheid der Kommission
Die Regierung stellte der Kommission Studien für Überbauungen über den historischen Stätten vor. Wegen der «technisch noch zu wenig geklärten Situation» sei aber entschieden worden, Wohnbauten nur in den bestehenden, weitgehend überbauten Gebieten zuzulassen. «Als Kompensation» sei das Wohngebiet auf dem Gallezen-Areal am Rhein geschaffen worden. Zudem solle zu einem späteren Zeitpunkt der kantonale Nutzungsplan für Augusta Raurica überarbeitet werden.
Laut dem BPK-Bericht zeigte sich ein Teil der Kommission trotzdem «unzufrieden» mit der Situation im Augster Oberdorf. Die SVP-Vertreter beantragten, das Salina-Raurica-Gebiet aufzuteilen und nur die Pläne für den westlichen Teil in Pratteln zu genehmigen, damit über den Ostteil in Augst neu verhandelt werden kann. Die BPK lehnte den Antrag aber bei 6 zu 6 Stimmen mit dem Stichentscheid von Präsident Rolf Richterich (FDP) ab.
Mit klarem Mehr sprach sich die Kommission für eine Änderung der Planungsgrundsätze in den Arbeitsgebieten aus: Östlich der Salinenstrasse sollen nicht nur Gewerbe-, sondern auch Industriebetriebe zugelassen werden.
(Basler Zeitung)