Christoph Meili kämpft für die Wiederherstellung seines Rufs

Aktualisiert am 05.04.2009
Der ehemalige Wachmann bei der UBS ist Ende Woche nach 12 Jahren USA in der Schweiz gelandet. Bereits tingelt er durch die Redaktionen sowie Radio- und TV-Studios – und verfolgt damit ein Ziel.
topelement Als Nachtwächter bei der Schweizerischen Bankgesellschaft arbeitend, rettete Meili Anfang 1997 Belege über Bankbeziehungen mit jüdischen Holocaust-Opfern vor dem Schredder. Mehr Bilder (11)
«Ich bin richtig glücklich, wieder hier zu sein», sagte Meili dem «SonntagsBlick». Vorerst wohnt er in der Nähe von Olten im Kanton Solothurn bei Freunden. Ganz so wohl scheint dem 40-Jährigen dann doch nicht zu sein: «Ich fürchte mich, von Wildfremden angepöbelt zu werden. Oder dass mir jemand die Faust ins Gesicht schlägt», so Meili weiter.

Die Geschichte mit den Dokumenten, die er bei der UBS vor dem Schredder rettete, machte ihn bei vielen Schweizern zum Nestbeschmutzer. Und das will er jetzt ändern.

Die Vorwürfe ins rechte Licht rücken

«Ich verstehe diesen Vorwurf nicht. Den Verräter machten die Medien aus mir. Aus den USA konnte ich mich ja nicht dagegen wehren. Was ist denn schon falsch daran, UBS-Dokumente aus der Nazizeit vor dem Schredder zu retten? Ich würde das wieder machen und sehe es nach wie vor als richtige und mutige Tat an», sagt er im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Und er weiss auch schon, wie er seine Image-Verbesserung angehen will: «Jetzt, wo ich zurück in der Schweiz bin, werde ich über die Medien versuchen, die Vorwürfe ins rechte Licht zu rücken. Jetzt kann ich auch den Leuten auf der Strasse direkt sagen, warum ich damals die Dokumente vor der Vernichtung rettete. Und dass man mich nicht als Buhmann der Nation brandmarken sollte.»

Verschwörungstheorien

Gesagt getan, am Sonntagmittag sass er bereits bei Roger Schawinski im Studio von Radio1 – gleichzeitig verfolgt vom TeleZüri-VJ. In der Sendung «Doppelpunkt» nahm er ausführlich Stellung. «Amerika ist eine Katastrophe», schaut Meili auf seine 12 Jahre USA zurück. Er kritisiert Behörden, Wirtschaft und Banken sieht das Land vor ganz düsteren Zeiten.

Verschwörungstheorien scheinen es Meili angetan zu haben. So ist 9/11 seiner Meinung nach nicht das Werk von Bin Ladens al-Qaida, sondern von den «Amerikanern inszeniert». Die Wiederherstellung seines Rufes gelingt Meili bei Schawinski nicht einmal im Ansatz. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung. Am Montag in der Sendung «TalkTäglich» auf TeleZüri.

(cpm)

Erstellt: 05.04.2009, 19:15 Uhr

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