Terroristen als wichtige «Mitspieler»
Calmy-Rey wäre damit die erste Ministerin eines demokratischen Landes, die sich mit dem Chef einer Terrororganisation an einen Tisch setzt. Die Schweizer Aussenministerin machte diese Aussage am Rande der Botschafterkonferenz in Bern. Sie hat in ihrer Eröffnungsrede für eine aktive Politik des Dialogs geworben. Gegenüber «Le Monde» präzisierte die Bundesrätin, die Schweiz müsse sich für einen aktiven Dialog engagieren - auch mit politischen Unpersonen. Organisationen wie die Hamas oder die Hizbollah oder die Farc würden zu terroristischen Mitteln greifen. Die Schweiz verurteile dies. Die Vertreter der Organisationen seien aber wichtige Mitspieler, wenn man Konflikte beenden wolle. Mit diesen Leuten zu verhandeln, heisse aber nicht, dass man ihre Taten entschuldigen und akzeptieren wolle.
Wird sie wieder einen Schleier tragen?
Mit dieser Sicht der Dinge dürfte sich die Schweizer Aussenministerin weiteren Ärger mit den USA einhandeln. Dabei haben die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA bereits stark unter Calmy-Reys Reise nach Teheran gelitten: Im März machte sie dort dem Mullah-Regime einen Schleier tragend ihre Aufwartung.
( bazonline.ch/Newsnetz )