«Ein 20-Jähriger mit einer HIV-Infektion profitiert heute dank modernster antiretroviraler Therapien im Idealfall von einer Lebensverlängerung von über 40 Jahren», wurde Professor Manuel Battegay vom Basler Universitätsspital in der Mitteilung zitiert.
In der Schweiz gibt es 20'000 HIV-Infizierte
Battegay hatte an der Jahresversammlung der Internisten in Basel die aktuellen Daten der Schweizer HIV-Kohortenstudie präsentiert. Im Rahmen dieser Kohorte werden derzeit 7300 HIV-Infizierte im Alter von 16 bis 82 Jahren betreut. Die grösste Zunahme bei den Teilnehmern der HIV-Kohorte habe man in den letzten Jahren bei der Gruppe der 41- bis 50-Jährigen registriert, sagte der Infektiolge.
In der Schweiz leben laut SGIM derzeit rund 20'000 Menschen mit HIV. Allein im vergangenen Jahr infizierten sich laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz 766 Personen neu mit dem Immunschwäche-Virus, wobei das Durchschnittsalter gemäss SGIM bei 35 Jahren lag.
Kein Grund zur Entwarnung
Eine zusehends einflussreichere Rolle bezüglich der Lebenserwartung bei stabil alternden HIV-Patienten spielen laut Battegay andere Erkrankungen wie Tumore oder Hepatitis-Infektionen sowie Interaktionen zwischen den hierfür erforderlichen Medikamenten und der Anti-HIV-Therapie.
Hinzu komme, dass HIV ein wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauf-Krankheiten sei, so wie dies hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes auch seien, sagte Battegay. Trotz verbesserter Chancen auf ein längeres Leben mit HIV gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Die Prävention von HIV müsse zentral bleiben.
(bru/ap)