Dabei erklärteder Bundesrat noch 2006, Zahlungen in Schweizerfranken in der Schweiz könnten von amerikanischen Geheimdiensten nicht eingesehen werden. Das sagte er in einer Stellungnahme an die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates. Die grosse Kammer verlangte Auskunft, weil im Juni 2006 bekannt geworden war, dass der US- Geheimdienst im Kampf gegen den Terrorismus den internationalen Zahlungsverkehr angezapft hat, der über das Swift-Netzwerk abgewickelt wird. Doch die bundesrätliche Antwort war nur die halbe Wahrheit.
Vom US-Überwachungsprogramm hatten die Grossbanken UBS und CS sowie die Schweizerische Nationalbank und das Eidgenössische Finanzdepartement seit 2002 Kenntnis. Doch Remotegate und das US-Überwachungsprogramm laufen bis heute weiter.
* Johannes Köppel, 26, studiert International Affairs am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung (IHEID) in Genf. Zuvor studierte er Wirtschaftsgeschichte in Genf und Moskau.
(Tages-Anzeiger)