Ausschnitt aus psychoauktion.ch: Wer würde da nicht mitmachen wollen.
Glaubt man Ihrer Website, haben Sie schon mehrmals 30 Franken für ein paar Rappen verkauft. Nimmt Sie überhaupt jemand ernst?
Ich arbeite daran, dass dem so wird. Z. B. habe ich ein Feature eingeschaltet, das heisst «Success Stories». Da hat es Video-Beiträge von Kunden drin, die etwas gekauft haben
Sie leben in Grossbritannien, betreiben das Geschäft aber auch unter CH-Domain. Haben Sie in der Schweiz Angestellte, welche die Ware ausliefern?
Nein, wir haben keine Angestellten in der Schweiz. Wenn z. B. jemand bei uns einen iPod kauft, wird die Bestellung bei Amazon ausgelöst und direkt an den Kunden geliefert.
Warum betreiben Sie dieses Geschäft?
Ich wollte eine andere Art von Auktion aufziehen. Ich glaube, viele Leute sind vom Gebührensystem der bestehenden Auktionsplattformen enttäuscht.
Bei Ihnen gibt es ja auch eine Gebühr, und dies erst noch pro Gebot?
Ja, wir glauben aber, insgesamt günstiger zu sein.
Wie viele Deals sind über ihre Website schon gelaufen?
Das können Sie selber nachsehen, alle sind aufgelistet. Ich glaube es waren bis jetzt etwa 100.
Bieter zahlen bei Ihnen pro Gebot. Heute gingen 25 Gebote für 33 Rappen an einen Käufer. Das kann doch nicht funktionieren?
Das war der Preis für 25 Gratis-Angebote. Um bei uns zu kaufen, müssen Sie sich aber anmelden und können dann Gebote kaufen. Im Moment liegt der Preis bei ca. 1.40 Franken.
Damit machen Sie die Kunden doch wütend? Jemand bietet 10 Mal mit und hat am Schluss den Artikel dann doch nicht, zahlt aber 14 Franken.
Ich glaube nicht. Das Ziel ist, dass möglichst viele mitmachen, dann bleiben die Preise auch tief.
Wieso geben Sie der Verkaufsplattform den Namen «Psychoauction», das macht die Leute doch misstrauisch?Das kann sein. Vielleicht müssen wir daran noch arbeiten. Wir betreiben aber die gleiche Seite auch unter Rappenauktion.ch. Für die Schweiz ist der Name vermutlich nicht so gut gewählt. Hier in England ist das aber anders.
Wieviel Geld wollen Sie investieren, bis Sie schwarze Zahlen schreiben?
Das bleibt mein Geschäftsgeheimnis.
( bazonline.ch/Newsnetz )
Unter der Domain Psychoauction.com bietet Nicolas Dickreuter vom Handy über den TV bis zur Gamekonsole so manches an. Auch Bargeld kann man kaufen. Z. B. 30 Franken für 50 Rappen. Dickreuter ist aber kein verwirrter Wohltäter. Geld macht der Betreiber, indem die Bieter pro Angebot einen Preis zahlen. Vor allem britische Medien haben über die Plattform Psychoauction.com geschrieben.
Nach unserem ersten Bericht («Gratis-Geld»: Zu schön, um wahr zu sein) haben sich viele Leser gemeldet, mit dem Hinweis, diese Art von Auktion sei auch unter dem Begriff «Penny–Auction» bekannt. Diese seien aber sehr umstritten, da sie eigentlich das Spielbanken-Gesetz aushebelten. Man mache Einsätze und nur mit Glück könne man gewinnen. In Deutschland wird ein ähnliches System unter Swoopo.de betrieben. Und tatsächlich kursieren dazu in einschlägigen Foren umstrittene Einträge. Dickreuter konnte dazu noch nicht befragt werden.