Olympia 2014

«Bin überrascht, wie auf Panik gemacht wird»

Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 04.02.2014 8 Kommentare

ARD und WDR zeigten, wie ein russischer Wissenschaftler ein neues Dopingmittel anbietet. Dopingspezialist Matthias Kamber sagt, was er von dieser Berichterstattung hält.

1/6 Versteht die Aufregung um das Dopingmittel MGF nicht: Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz.
Bild: Lukas Lehmann/Keystone

   

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Es beginnen bald die Olympischen Spiele, die Dopingberichterstattung hat bereits Hochkonjunktur. ARD und WDR befeuerten das Thema am Sonntag- und Montagabend mit einem Bericht über einen russischen Wissenschaftler, der bereit war, getarnten Reportern das bisher unbekannte Dopingmittel Full Size MGF noch vor Sotschi zu verkaufen, damit es dann bereits leistungssteigernd wirken könne.

MGF steht für Mechano Growth Factor, eine Abwandlung der insulinähnlichen und wachstumsfördernden Substanz IGF, die beim Muskelaufbau schnelle Wirkung erzielt. Als «hochwirksam» stuft der Kölner Dopinganalytiker Mario Thevis MGF ein. Die Substanz lässt sich nicht nachweisen, IGF allerdings schon. Und deshalb hat Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, Mühe mit einzelnen Darstellungen im TV-Beitrag. Er sagt: «Ich bin überrascht, wie in diesem Bericht fast schon auf Panik gemacht wird.»

Aufgrund der Ähnlichkeit von IGF und MGF geht Kamber davon aus, dass es nicht lange dauern wird, bis es auch für MGF ein von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zertifiziertes Nachweisverfahren gibt. Wer bereits mit MGF dopt, wird deshalb kaum ungestraft davonkommen. Die Dopingproben von Olympischen Spielen werden für Nachanalysen acht Jahre lang aufbewahrt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.02.2014, 15:06 Uhr

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8 Kommentare

Douglas Bader

04.02.2014, 17:12 Uhr
Melden 40 Empfehlung 24

Herr Kamber, da machen Sie nun wirklich auf Optimismus. Wetten dass kein einziger MGF Fall in Sotschi entdeckt wird. Ist auch nicht verwunderlich. Antworten


Martin Tanner

04.02.2014, 17:38 Uhr
Melden 32 Empfehlung 18

"Die Dopingproben von Olympischen Spielen werden für Nachanalysen acht Jahre lang aufbewahrt.". Ja? Prima! Aber solange nicht flächendeckend sondern nur mit Stichproben getestet wird, ist das Risiko kalkulierbar. Antworten