Panorama

... 19, 70 und 90 Jahren: Ein Schicksalstag der deutschen Geschichte

Der 9. November in Deutschland brachte viel unheilvolles und heilvolles: Der Ausruf der Republik 1918, die Reichskristallnacht 1938 und der Fall der Berliner Mauer 1989.

Eins der schönsten Ereignisse in der Deutschen Geschichte: Der Fall der Berliner Mauer,


Kaum ein anderer Tag in der deutschen Geschichte brachte mehr Freud und Leid mit sich, als der 9. November:

1918: Der Ausruf der Republik

Gegen Mittag des 9. Novembers verkündete die SPD-Fraktion den Austritt aus der Reichsregierung in Berlin und verlangte die Übernahme des Reichskanzleramtes, das daraufhin dem Abgeordneten Friedrich Ebert übertragen wurde. Von den revolutionären Ereignissen, die schon den ganzen Tag andauerten, war die Mehrheits-SPD ebenso wie alle anderen Parteien überrascht worden. Sie war jedoch wegen Eberts Amtsübernahme, wegen den bereits laufenden Koalitionsverhandlungen mit den unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) besser auf eine Volkserhebung vorbereitet. Philipp Scheidemann, ein SPD-Genosse Eberts, nutzte die revolutionäre Bewegung, um der Bevölkerung die Regierungsübernahme der SPD kundzutun: Er verkündete von einem Balkon des Deutschen Reichstags aus den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs und proklamierte die Deutsche Republik. Ein Jahr später wurde Philipp Scheidemann von der tagenden Nationalversammlung in Weimar zum ersten Reichskanzler der Weimarer Republik gewählt.

1938: Die Reichskristallnacht

Als Reaktion auf den Mordanschlag auf den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath am 7. November in Paris, organisierten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 im gesamten Reichsgebiet SA-Trupps vorgeblich spontane Aktionen gegen Synagogen, jüdische Geschäfte und Gemeindehäuser und verhöhnten, misshandelten und töteten Bürger jüdischen Glaubens. Dabei wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Tod getrieben. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30'000 Juden in Konzentrationslager inhaftiert, wo nochmals Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. In der Nacht vom 9. November wurden fast alle Synagogen und jüdische Friedhöfe in Deutschland und Österreich zerstört.

1989: Der Fall der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer fiel in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989, nach über 28 Jahren ihrer Existenz. Zur Öffnung der Mauer führten zum Einen Massenkundgebungen in der Wendezeit und zum Anderen die Forderung nach Reisefreiheit in der damaligen DDR. Auch die anhaltende so genannte «Republikflucht» grosser Bevölkerungsteile von der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über das Ausland waren Gründe für den Niedergang der Deutschen Demokratischen Republik und somit für den Fall der Berliner Mauer mitverantwortlich. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.11.2008, 16:14 Uhr