Panorama

Bernard Madoff im Gefängnis verprügelt

Der Milliardenbetrüger Bernard Madoff wurde offenbar im Gefängnis von einem Mithäftling attackiert und heftig zugerichtet. Die Gefängnisleitung streitet den Vorfall ab.

Musste sich angeblich wegen Schnitten im Gesicht behandeln lassen: Bernard Madoff.

Musste sich angeblich wegen Schnitten im Gesicht behandeln lassen: Bernard Madoff.

Der Zwischenfall sei schon im Dezember geschehen, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Als Quelle dienen der Zeitung drei Mitinsassen von Madoff.

Der 71-jährige Bernard Madoff wurde im Juni 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat gestanden, über Jahrzehnte ein gigantisches Betrugssystem betrieben zu haben. Er sitzt seine Strafe im Gefängnis Butner in North Carolina ab.

Schwindel und Bluthochdruck

Gerüchte eines Übergriffs auf den prominenten Häftling wurden im Dezember schon einmal herumgeboten. Denn am 18. Dezember 2009 wurde Madoff in die Krankenstation des Gefängnisses verlegt. Doch die offizielle Leitung wiegelte damals ab. Madoff habe lediglich an Schwindel und Bluthochdruck gelitten.

Doch ein Mithäftling, der wegen Drogen einsitzt, erzählt eine ganz andere Geschichte: Madoff habe sich wegen einer gebrochenen Nase, gebrochenen Rippen und Schnitten am Kopf und im Gesicht behandeln lassen.

Ein anderer Insasse, der kürzlich aus Butner entlassen wurde, bestätigt diese Angaben gegenüber dem «Wall Street Journal». Der Streit habe sich angeblich um Geld gedreht.

Von Bodybuilder attackiert

Gemäss einem der Zeugen sei Madoff von einem massigen Mann angegriffen worden, der Bodybuilder gewesen sei und den schwarzen Gürtel im Judo besitze.

Die Gefängnisleitung streitet den Vorfall nach wie vor ab. Denise Simmons, Sprecherin des Butner-Gefängnisses, sagt: «Wir haben keine Informationen, die bestätigen, dass er angegriffen wurde.» Auch Madoff hat sich zum Vorfall nie geäussert.

Gemäss dem «Wall Street Journal» ist es für Häftlinge nicht ungewöhnlich, dass sie abstreiten, geschlagen worden zu sein, weil sie nicht den Ruf einer «Petze» haben wollen. (bru)

Erstellt: 18.03.2010, 09:53 Uhr

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9 Kommentare

bart wakker

18.03.2010, 19:48 Uhr
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Ich hab kein mitleid mit seiner gefängnisstrafe, aber leibstrafen sind nicht mehr zeitgemäss und einen rechtsstaat unwürdig. Sowas kann nicht zugelassen werden. Die US sperren ja 1% ihrer bevölkerung ein (u.a. wegen bagatellen wie hanfkonsum) und haben dann kein geld mehr für eine anständige behandlung. Das ist eine schande. Antworten


Hans Inauen

18.03.2010, 14:53 Uhr
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Mich würden die 150 Jahre mehr interessieren. Wird er dann nach seinem Ableben einbalsamiert und für den Rest seiner Strafe eingelagert? Antworten


Peter Dietrich

18.03.2010, 13:40 Uhr
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@Heiner Lauter: mich erstaunt mehr, dass Leute immer wieder so reinfallen können. Rasch das grosse Geld absahnen wollen, keine Ahnung der Finanzinstrumente haben und wenn es schief geht oder sie abgezockt werden sofort mit dem Finger auf andere zeigen - typisch. Renditeversprechungen über 2-3 % sind einfach nicht vertrauenswürdig! Antworten


Stefan Meier

18.03.2010, 13:35 Uhr
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Solange die Fakten nicht auf dem Tisch liegen, kann man hier schlecht urteilen. Vielleicht war der Bodybuilder auch ein Madoffgeschädigter und wollte sich diese sagenhaftte Gelegenheit nicht entgehen lassen. Antworten


Stjepan Ilic

18.03.2010, 13:33 Uhr
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Naja im Gegesatz zu der Schweiz wo Verbrecher wie der Ospel noch frei herumlaufen, gibt es wenigstens da in den USA ein bisschen Gerechtigkeit. Hier bei uns in der Schweiz gehören auch viele Banker hinter Gitter. Antworten


Josef Schwarz

18.03.2010, 13:21 Uhr
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@ Lauter - die Gier und die Dummheit der Menschen ist unergründlich. Eigentlich ist Madoff ja der schlaue. Nicht gerade die feine englische Art, was er da gemacht hat - jedoch hat er einfach die Gier der Menschen ausgenützt. Niemand hat ihn hinterfragt, alle haben ihm geglaubt. Darum sind Kriesen gar nicht so schlecht - sonst wäre Madoff immer noch im Geschäft. Antworten


Alonzo Mosley

18.03.2010, 12:01 Uhr
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Der arme Bernard Maddoff. Hier haben wir es doch mit einem hypersensiblen, hochintelligenten Mann (IQ mindestens 170) zu tun der jahrelang seine "reiche" geldgierige Klientel hinters Licht führte. Dass so ein Genie, ein quasi Robin Hood oder Winkelried der Wall Street nun mit den banal- und brutalitäten eines düsteren US Provinzknast konfrontiert wird ist skandalös und unmenschlich! Antworten


Markus Stalder

18.03.2010, 11:41 Uhr
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Zuerst habe ich gemeint, ich sehe den Ospel auf dem Bild. Antworten


heiner lauter

18.03.2010, 10:12 Uhr
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ist mir immer noch unverständlich wie man eine so lange zeit leuten ins gesicht lügen kann und dreist immer weiter macht obwohl man weiss, dass sogar alte leute und kinder darunter leiden werden, die grösse dieses betruges sprengt alle vorstellungen, wie konnte er das so lange ertragen? Antworten



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