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Die falsche Löwenmähne

Tennisstar Andre Agassi pflegte in jungen Jahren ein wildes Outfit. Dafür griff er jedoch auf ein Hilfsmittel für ältere Männer zurück.

Nicht alles ist echt, was hier zu wuchern scheint: Andre Agassi 1990 in Paris.

Nicht alles ist echt, was hier zu wuchern scheint: Andre Agassi 1990 in Paris.
Bild: Reuters

Der 1970 geborene Andre Agassi trug bereits mit 20 Jahren ein Toupet. Dies schreibt er selber in einem Artikel in der «Bild». Er habe sich zwar wie ein wilder Typ gekleidet, stand aber damals auf «weichen, kitschigen Pop» wie denjenigen von Barry Manilow und Richard Marx.

Und so wie mancher Schlagersänger das fehlende Haupthaar mit einer Perücke kompensiert, tat dies auch der junge Tenniscrack aus Las Vegas. Er liess sich ein Haarteil einflechten. Dann passierte ihm laut seiner Erzählung aber folgendes: Am Abend vor dem Finale des French Open in Paris 1990 «stehe ich unter der Dusche und spüre plötzlich, wie das Haarteil in meinen Händen auseinanderfällt».

Mit 20 Klammern fixiert

«Wahrscheinlich habe ich die falsche Haarspülung benutzt. Das Gewebe löst sich auf – das ganze verdammte Ding löst sich auf. Voller Panik rufe ich meinen Bruder Philly in mein Hotelzimmer», schildert der Amerikaner das Malheur weiter. Der Bruder konnte das Toupet mit 20 Haarklammern fixieren.

Agassi berichtet, er habe während dem Spiel am nächsten Tag die ganze Zeit gebetet. Aber nicht für einen Sieg, sondern dass ihm das Haarteil nicht vor Millionen von TV-Zuschauern vom Kopf fiel.

Bruder Phillys Fixiertechnik hielt den Belastungen stand. Doch Agassi verlor das Spiel gegen Aussenseiter Andres Gomez aus Ecuador.

Das falsche Haar blieb bis 1994 auf Agassis Kopf, bis zur Hochzeit mit der US-Schauspielerin Brooke Shields. Diese riet ihm, das Haar kurz zu rasieren. Andre tats – und gewann kurz darauf 1995 das Australian Open. (sam)

Erstellt: 30.10.2009, 11:50 Uhr

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