Panorama

Gotthard-CD-Taufe – diesmal lief niemand beleidigt davon

Von Simone Matthieu. Aktualisiert am 02.09.2009

Zur Feier ihres neuen Studioalbums lud die erfolgreichste Rockband der Schweiz gestern an ein exklusives Showcase in Zürich. Diesmal war keiner eingeschnappt wegen der Sprüche von Moderator René Rindlisbacher.

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Gotthard stellen ihr neues Werk «Need to Believe» vor: Keyboarder Nicolo Fragile, Schlagzeuger Hena Habegger, Sänger Steve Lee, Bassist Marc Lynn, Gitarrist Freddy Scherer (v.l.).
Bild: Simone Matthieu

   

Die Stimmung war gut in der alten Zürcher Börse gestern Dienstagabend. Gotthard stellten Stücke ihrer neuen CD «Need to Believe» vor, darunter der Song aus dem Soundtrack zur neuen Max-Schmeling-Biografie. Zuvor gab es Häppchen und Getränke für die geladenen Gäste. Darunter natürlich die wohl bekanntesten Schweizer Musik-Manager Marco Zanotta und Bruno Huber von der Plattenfirma BMG (heute Sony BMG). Die beiden hatten die Tessiner Rocker einst gross gemacht, heute sind sie im Ruhestand.

Ebenfalls schon bald zum Inventar der Gotthard-Familie gehört Komiker René Rindlisbacher. Er stand zum wiederholten Mal als Moderator zusammen mit der Band auf der Bühne. «Wir kennen uns eigentlich schon lange. Irgendwann fanden wir heraus, dass René ein grosser Fan von uns ist, so kam es zur Zusammenarbeit», erzählt Gotthard-Frontmann Steve Lee.

Ein bisschen Spass muss sein – aber nicht mit jedem

Eine Zusammenarbeit, die kürzlich für Schlagzeilen gesorgt hatte. An der «Nacht des Schweizer Fussballs»-Gala am 10. August im Kursaal Bern machte sich Rindlisbacher unter anderem über Alex Freis Spuckaffäre lustig. Kurz danach – der Auftritt von Gotthard hatte gerade begonnen – verliess die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in corpore ihre Sitzplätze in der ersten Reihe. Angeführt von Trainer Ottmar Hitzfeld. «Ich bin überrascht, dass sich Fussballer und SFV-Funktionäre an einer Gala des Schweizerischen Fussball-Verbands auf diesem Niveau verunglimpfen lassen müssen», klagte der Deutsche danach gegenüber 20 Minuten.

Später hiess es, die Tschütteler seien nicht beleidigt von dannen gezogen. Die Spieler hätten wegen des anstehenden Matches am folgenden Tag früh schlafen gehen müssen.

Selbstironisch und volksnah

Wie auch immer. Gestern liess sich die Band noch so gern selber zur Zielscheibe von Rindlisbachers Spott machen. Besonders die Körpergrösse von Gitarrist Leo Leoni sorgte für Anspielungen zuhauf: «Ich bin mit Leo zusammen aufgewachsen. Bis er aufgehört hat zu wachsen», ulkte Rindlisbacher. Aber auch «Der Sänger ... der Yves, äh der Steve» musste dran glauben.

Gotthard machten ihrem Ruf als volksnahe Band alle Ehre. Die geladenen Gäste wurden während des Apéros vor dem Showcase wie gewohnt einzeln von den Bandmitgliedern begrüsst. Und während dem Balladen-Medley begaben sich Lee und Leoni mitten unter die Zuschauer. Sogar der Produzent von «Need to Believe», Richard Chycki (Aerosmith, Mick Jagger, Pink), stand für einmal nicht hinter den Reglern sondern einen Song lang als dritter Gotthard-Gitarrist auf der Bühne. Gestern hatte in der Tat niemand einen Grund wegzulaufen.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2009, 15:19 Uhr

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