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«Krokodil» macht Russland unsicher

Aktualisiert am 23.06.2011 13 Kommentare

Neue synthetische Drogen überfluten den russischen Schwarzmarkt. Vor allem ein besonders gefährlicher Heroinersatz breitet sich rasant aus und bereitet sogar dem Präsidenten Sorgen.

«Krokodil» ist ein preiswerter Heroinersatz: Ein Drogensüchtiger in Russland.

«Krokodil» ist ein preiswerter Heroinersatz: Ein Drogensüchtiger in Russland.
Bild: Reuters

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Fleischfressende Droge: Ein TV-Bericht zeigt die Folgen des «Krokodil»-Konsums.

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Russlands Heroinsüchtige stürzen sich auf das sogenannte Krokodil: Eine Droge mit der pharmazeutischen Bezeichnung Desomorphin und der selben Wirkung wie Heroin. Sie wird zusammengemischt aus codeinhaltigen Schmerztabletten, Benzin, Farbverdünner sowie Salz- und Phosphorsäure.

Wie Time.com berichtet, ist Krokodil zum ersten Mal im Jahr 2002 in Sibirien und im Osten Russlands aufgetaucht. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Droge rasant verbreitet. «Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in Russland 65 Millionen Dosen der Droge konfisziert», erklärt Viktor Iwanow von der nationalen Drogenstelle.

Selber und günstig herstellbar

Wie «The Independent» berichtet, hat die Beliebtheit der Droge einen Grund: den Preis. Während Heroin zwischen 25 und 80 Franken pro Dosis kostet, kann Krokodil ganz einfach selbst hergestellt werden. Denn codeinhaltige Schmerztilger sind in Russland in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Die Verbreitung der Droge ist so dramatisch, dass sich sogar der russische Präsident damit beschäftigt. Iwanow hatte für den 18. April eine Sondersitzung einberufen. Dort wurden neben Staatsoberhaupt Dmitri Medwedew auch andere hochrangige Politiker mit dem Drogenproblem konfrontiert.

Arme und Beine werden amputiert

Bei Krokodil handelt es sich um eine extrem toxische Droge. Schon nach kurzer Einnahmezeit wird die Haut schuppig, sie verfärbt sich grün und Arterien platzen. Die Giftstoffe fressen das porös werdende Knochengewebe auf, und der Körper beginnt langsam von innen her zu verfaulen. Oftmals müssen Arme oder Beine der Süchtigen amputiert werden.

Staatliche Hilfe für die Drogenabhängigen in Russland gibt es fast keine. Einzig das Gesundheitsministerium führt eine Handvoll Rehabilitationszentren im Land. Dies bei geschätzten 2,5 Millionen Drogensüchtigen. Zwar hat die Teilnahme von Medwedew an der Sitzung im April zwischenzeitlich eine Diskussion in der Bevölkerung angeregt. Thematisiert wurden ein Verbot von Codein oder die Einführung von obligatorischen Drogentests an Schulen. Doch mehr als diskutiert wurden solche Massnahmen bisher nicht. (wid)

Erstellt: 23.06.2011, 16:21 Uhr

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13 Kommentare

Steven Huch

23.06.2011, 22:59 Uhr
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Tragisch, aber die weltweite Legalisierung aller Drogen würde das Problem lösen.
Es käme zu einem leichten Anstieg der Anzahl Süchtigen, aber Beschaffungskriminalität, sauberer Stoff, Preise und Arbeitsunfähigkeit wären kein Thema mehr.
Die Drogenmafia wird arbeitslos und Afghanische Mohn-Bauern können legal Geld verdienen.
Dummerweise mischt auch die Politik im Geschäft mit, darum geht nichts.
Antworten


hansjürg kaiser

23.06.2011, 16:38 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Das spiegelt doch eigentlich die ganze Perspektivlosigkeit der jungen Russen. Die Oligarchen haben sich das ganze Volksvermögen angeeignet und verprassen es mit Jachten, Fussballclubs und in St.Moritz. Für das gemeine Volk bleibt wie zu des Zaren Zeiten nur die Brosamen vom üppigen Tisch der Megareichen. Antworten



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