Meili kehrt in die Schweiz zurück

Aktualisiert am 29.03.2009 173 Kommentare

Nachdem er SBG-Akten vor dem Schredder gerettet hatte, verliess Christoph Meili 1997 die Schweiz fluchtartig. Jetzt ist die Odyssee zu Ende, der ehemalige Wachmann steckt in den USA in der Sackgasse.

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Als Nachtwächter bei der Schweizerischen Bankgesellschaft arbeitend, rettete Meili Anfang 1997 Belege über Bankbeziehungen mit jüdischen Holocaust-Opfern vor dem Schredder.
Bild: Keystone

   

Wohnen im Van: Vor gut einem Monat sagte Meili noch nichts von Rückkehr

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«Elf Jahre Amerika sind genug. Ich komme heim, heim in die Schweiz – für immer», sagt Meili dem «SonntagsBlick». Den Job bei einer Sicherheitsfirma habe er vor vier Tagen gekündigt; sein Rucksack sei gepackt.

Kein Geld für Spitalaufenthalt

Er habe den Beschluss vor zwei Monaten gefasst, so Meili. Dies, nachdem er eine Rechnung für einen Spitalaufenthalt nicht mehr bezahlen konnte. «Da riss es mir den Boden unter den Füssen weg. Ich wollte nur noch heim. In die Schweiz! Nicht zuletzt wegen meiner Mutter», sagte Meili zum dem Blatt.

Fürs Erste werde er bei einem Kollegen unterkommen, der habe ihm in seiner Wohnung «Asyl» angeboten. Meili will möglichst rasch arbeiten, und auf gar keinen Fall vom Staat leben. «Ich putze wenn nötig auch Toiletten», so Meili.

Bankdokumente vor dem Schredder gerettet

Als Nachtwächter bei der Schweizerischen Bankgesellschaft arbeitend, rettete Meili Anfang 1997 Belege über Bankbeziehungen mit jüdischen Holocaust-Opfern vor dem Schredder. Die Vernichtung von Akten über solche nachrichtenlosen Vermögenswerte wurde in der Schweiz im Jahr zuvor verboten. Die Dokumente übergab er Vertretern einer jüdischen Organisation.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich eröffnete darauf ein Strafverfahren gegen Meili wegen Verstosses gegen das Bankgeheimnis, was in der Schweiz ein Offizialdelikt ist. Der US-amerikanische Anwalt Ed Fagan kontaktierte Meili und bewog diesen, in die USA auszuwandern, wo er und seine Familie – unterstützt von Fagan und Senator Alfonse D'Amato – in Genuss eines erleichterten Einwanderungsverfahrens kamen bzw. politisches Asyl erhielten.

Nach Vergleich 750'000 Dollar erhalten

Am 13. Januar 1998 erhob Fagan in Meilis Namen Klage gegen die SBG und forderte eine Summe von 2,56 Milliarden Dollar. Der Vergleich der Schweizer Banken mit den Klägern in der Höhe von 1,25 Milliarden Dollar vom 13. August 1998 deckte auch Meilis Klage ab und beendete diese somit.

Ebenfalls 1998 wurde die Strafuntersuchung des Kantons Zürich gegen Meili eingestellt. Angeblich hatte Meili nach dem Vergleich mit den Banken 750'000 Dollar erhalten.

Im Van gewohnt

Von einer jüdischen Organisation erhielt Meili ein Stipendium, um in New Jersey mit einem Studium in Kommunikationswissenschaften eine neue Existenz in den USA aufzubauen. Nach Abschluss dieses College-Studiums im Mai 2004 arbeitete er aber wieder als Wachmann. Am 14. Mai 2005 wurde er in den USA eingebürgert. Zuletzt veröffentlichte Meili Mitte Januar 2009 ein Video, in dem er bekannt gab, wegen finanziellen Problemen aus seiner bisherigen Wohnung ausgezogen zu sein. Seither wohnte er in seinem Auto. (cpm)

Erstellt: 29.03.2009, 08:51 Uhr

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173 Kommentare

Rolf Stalder

29.03.2009, 15:31 Uhr
Melden

Lasst Meili doch selbst erklären - aktuelles Video mit Erwähnung: Sozialamt Zürich http://www.youtube.com/watch?v=6bQJ7XpA8cI&feature=channel_page Antworten


Robert Herz

29.03.2009, 12:22 Uhr
Melden

Kann man da jetzt wieder nicht drüber stehen??? Das war und ist doch eine kleine Nummer und die Sache schon längst über die Bühne. Und es gibt wohl genügend neue Probleme als dass man sich mit Meili beschäftigen müsste... Der ist offensichtlich genügend bestraft indem er wieder selber schauen muss, dass er unter- und auskommt. Antworten



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