Panorama
Wenn Larry King sprachlos und zornig wird
Larry King hat die Grossen der Welt interviewt. Seine souveräne Art, Gespräche zu führen, hat ihn längst zu einer TV-Legende gemacht. Mit einer ehemaligen Schönheitskönigin hatte der 75-jährige Routinier aber seine liebe Mühe. Carrie Prejean war diese Woche Gast in der CNN-Talkshow. Prejean war aus Washington zugeschaltet, King sass in seinem Studio in Los Angeles. Die erzkonservative Blondine aus Kalifornien, die mit schwulenfeindlichen Aussagen Bekanntheit erlangte und ihren Miss-Titel abgeben musste, kam in erster Linie, um ihr Buch «Still Standing» vorzustellen. Zudem schwärmte Prejean für die gescheiterte Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.
Der CNN-Talker interessierte sich aber für ein anderes Thema. Prejean war in einen bizarren Rechtsstreit darüber verwickelt, ob die Veranstalter der Misswahl ihre Brustvergrösserung zu zahlen haben oder nicht. Larry King wollte wissen, weshalb sich Prejean im Rechtsstreit mit den Misswahl-Veranstaltern gütlich geeinigt habe.
Prejean antwortete: «Larry, das ist jetzt unpassend. Wirklich.» Der Talkmaster hakte immer wieder nach. «Larry, das ist alles strikt vertraulich. Und Ihre Frage ist wirklich unpassend, okay?» sagte die frühere Schönheitskönigin. Das ging eine Weile so. King konnte seinen Zorn kaum verbergen. Dann kam der Moment, als Prejean das Interview abbrechen wollte. Soeben hatte sich ein schwuler Zuschauer in die Diskussion eingeschaltet («Was sagen Sie schwulen Freunden, wenn sie heiraten wollen?») King: «Haben Sie die Frage gehört?» - «Sie benehmen sich gerade extrem unpassend. Ich bin drauf und dran zu gehen», antwortete Prejean. Schweigen. Das Interview ging doch irgendwie weiter. Und als die Prejean über ihr autobiografisches Buch erzählen wollte, brach King das Gespräch ab. (vin)
Erstellt: 13.11.2009, 13:19 Uhr
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