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«Wie Lothar Matthäus, nur spricht er besser Englisch»

Aktualisiert am 21.11.2011 10 Kommentare

Ohne Brille, mit neuer Frisur: Karl-Theodor zu Guttenberg präsentierte sich erstmals seit der Plagiatsaffäre wieder einer breiten Öffentlichkeit. Dabei holte der Ex-Minister zu einem Seitenhieb auf Angela Merkel aus.

1/7 Publizierte ein langes Gespräch mit Guttenberg: Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der Wochenzeitung «Die Zeit». (Aufnahme vom 6. Juni 2005, Hamburg)
Bild: Keystone

   

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Comeback aus dem kanadischen Halifax: Zu Guttenberg spricht wieder öffentlich. (Video: Reuters )

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Acht Monate war Karl-Theodor zu Guttenberg abgetaucht, jetzt sucht der einstige CSU-Star wieder das Rampenlicht. Seinen ersten öffentlichen Auftritt absolvierte der Ex-Verteidigungsminister am Samstag auf einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax - rund 5500 Kilometer entfernt von seiner bayerischen Heimat.

Als Erstes fiel auf: Der 39-Jährige hat seit seinem Umzug in die USA zugenommen, er trägt keine Brille mehr und hat eine neue Frisur - ohne das früher obligatorische nass-glänzende Haargel. Die deutsche «Financial Times» kommentierte den Auftritt des Ex-Ministers wie folgt: «Guttenberg sieht nun so aus wie Lothar Matthäus, nur spricht er viel besser Englisch.»

«Krise des Verständnisses»

Gut eine Stunde diskutierte Guttenberg mit Sicherheitspolitikern in fliessendem Englisch und sparte dabei nicht mit Kritik an den Politikern in Deutschland und Europa. Es gebe nicht nur eine Euro- und Schuldenkrise, sondern auch eine Krise des Verständnisses und der politischen Führung, bilanzierte er - ein unverhohlener Seitenhieb auch gegen seine Ex-Chefin Angela Merkel. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass Europa eine Zukunft hat: «Es wird überleben», sagte Guttenberg.

Acht Monate ist es her, dass Guttenberg sein Ministeramt aufgeben musste. Die Universität Bayreuth befand, Guttenberg habe in seiner Dissertation vorsätzlich bei anderen abgeschrieben und hatte ihm schon im Februar seinen Doktorgrad aberkannt. Guttenberg zog sich zurück nach Connecticut. In den USA schloss er sich dem renommierten «Center for Strategic and International Studies» an.

Somalischer Taxifahrer kannte Geschichte um Plagiatsaffäre

Die Veranstalter des Halifax International Security Forum hatten Guttenberg als Teilnehmer eines Podiums geladen, in dem es um die Weltwirtschaft ging. Diskutiert wurde die Rolle aufstrebender Länder wie China, Indien oder Brasilien, die der Nato und nicht zuletzt der Bundeswehrreform, die Guttenberg begonnen, und die sein Nachfolger Thomas de Maizière fortgesetzt hat. Die Occupy-Bewegung wertete Guttenberg als Signal für ein Funktionieren der Demokratie, aber auch als Warnsignal für die Politik.

In Halifax war Guttenberg am Freitagabend aus New York kommend gelandet. Ein aus Somalia stammender Taxifahrer in Halifax kannte sogar die Geschichte um den gefallenen Politikerstar. «Die Welt ist ein Dorf», sagte der Mann, der vor 14 Jahren nach Kanada gekommen war.

«In zwei Jahren Kanzlerkandidat»

Angekündigt worden war Guttenberg als «distinguished statesman» seiner Denkfabrik, also als «angesehener Staatsmann». Beim folgenden Podiumsgespräch mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak nahm Guttenberg in den hinteren Reihen Platz. Dort sass auch der kanadische Verteidigungsminister Peter MacKay, der seinen Ex-Kollegen herzlich umarmte. MacKay zeigte sich im DAPD-Gespräch überzeugt, dass Guttenberg ein Comeback in der Politik feiert und «in zwei Jahren Kanzlerkandidat» ist.

Auch in Deutschland ist der Ex-Minister, der am 5. Dezember 40 Jahre alt wird, noch nicht vergessen. Auf dem jüngsten CSU-Parteitag gab es in seiner Abwesenheit Applaus, als Kanzlerin Angela Merkel Guttenbergs Rolle bei der Bundeswehr hervorhob. Die Guttenberg-Story soll zudem im kommenden Jahr verfilmt werden.

In Kürze dürfte allerdings die Plagiatsaffäre noch einmal für Schlagzeilen sorgen. Die Staatsanwaltschaft Hof will die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzung in Kürze abschliessen. Die Behörde prüft seit Monaten, ob sich Guttenberg mit Plagiaten in seiner Doktorarbeit strafbar gemacht hat. (mrs)

Erstellt: 21.11.2011, 11:31 Uhr

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10 Kommentare

alexandra weber

21.11.2011, 12:25 Uhr
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KTG sieht gut und erholt aus - der neue Look steht ihm gut.
Er wird akzeptiert und als Mensch wahr genommen-was leider die deutsche Politik verkannt hat - seine Qualitäten. Der Neid auf einen Adligen war zu gross.
Er wird zurückkommen - wird die deutsche Führung übernehmen und das kleinkarrierte Bütgertum abschaffen. Der Mensch ist generell zu Grösserem fähig als was in diesem Fall geboten wurde.
Antworten


Amanda Anders

21.11.2011, 17:44 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Betrügen und trotzdem in den erlauchten Kreisen der Politik so willkommen sein. Herr von Guttenberg trifft wohl da auf seinesgleichen.............. Antworten



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