«... weil sie kein Schwyzerdütsch kann»

Seit Kurzem moderiert das deutsche Playmate Alena Gerber die Schweizer Sendung «usgang.tv», was prompt die SVP auf den Plan ruft. Die Kritik von Hans Fehr wiederum löst in Deutschland Empörung aus.

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So verschieden kann Deutsch tönen: Alena Gerber besucht Anita Burri. (Quelle: usgang.tv)


«Alena Gerber hat eine typisch deutsche Arroganz»: Erich Hess.

«Alena Gerber hat eine typisch deutsche Arroganz»: Erich Hess. (Bild: Keystone)

Nachtrag 29.10.2009

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«Hallo Anita, ich bin die Alena von Usgang.tv», beginnt die schöne Moderatorin einen Beitrag, in welchem sie Anita Buri zu Hause besucht. Dass das Playboy-Model dabei in perfektem Hochdeutsch spricht, tönt zwar gut, passt in der Schweiz aber nicht allen.

«Alena Gerber hat eine typisch deutsche Arroganz! Auf Schweizer Sender gehören Schweizer Moderatoren. Sie soll sich eine Stelle in Deutschland suchen, nicht bei uns bleiben», sagt der Präsident der Jungen Schweizerischen Volkspartei, der Berner Erich Hess, zu «Bild»-Online. Ein gefundenes Fressen für das Boulevardblatt. «Da wackeln doch die Berge! Schweizer Politiker will deutsches Model rauswerfen ... weil sie kein Schwyzerdütsch kann», schreibt das Blatt in fetten Lettern.

Müssen Moderatoren Schweizerdeutsch können?

Alena Gerber kam Anfang des Monats aus München nach Zürich und übernahm hier die Moderation der Promi-Sendung «usgang.tv». Ganz unerwartet trifft sie nun die Aufregung nicht. «Eigentlich fühle ich mich in der Schweiz wohl. Allerdings ist mir bereits bei der Bewerbung für eine Show mitgeteilt worden: Um in seriösen Sendungen in der Schweiz Erfolg zu haben, muss man unbedingt Schwyzerdütsch sprechen», so die 20-Jährige zu «Bild»-Online.

Auch der Zürcher Nationalrat Hans Fehr stösst in dieses Horn: «Für das nationale Bewusstsein und die helvetische Identität ist es wichtig, dass mediale Führungspersonen Schweizerdeutsch sprechen», so der Politiker gegenüber «Bild». Fehr hat seine Kritik aber inzwischen abgeschwächt.

Erinnerungen an den Fall Katrin Wilde

Dass Deutsche an exponierten Stellen in Schweizer Medien für Gesprächsstoff sorgen, ist nicht das erste Mal. Wir erinnern uns an den Fall der deutschen Moderatorin Katrin Wilde beim Zürcher Lokal-Radio NRJ. An der Seite von Roman Kilchsperger moderierte sie ab August 2007 die Morgenshow, und zwar auf Hochdeutsch. Nachdem ihr Auto demoliert wurde und Drohungen gegen sie eingingen, strich Wilde im Oktober gleichen Jahres die Segel. Sie gab den Job auf und ging zurück nach Deutschland. (cpm)

Erstellt: 28.10.2009, 13:58 Uhr

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