Astrologin Teissier: «2008 wird ein gutes Jahr!» – dann kam das Desaster

Aktualisiert am 23.12.2008

Nicht mal sie hatten es kommen sehen: Bezüglich der Wirtschaftskrise waren Astrologen schief gewickelt und lagen mit ihren Prognosen für 2008 total daneben.

Falsch gelegen: «2008 wird ein gutes Jahr», dachte Elizabeth Teissier noch vor einem Jahr.

Falsch gelegen: «2008 wird ein gutes Jahr», dachte Elizabeth Teissier noch vor einem Jahr. (Bild: Keystone)

«2008 wird ein gutes Jahr!» frohlockte Elizabeth Teissier in der «Schweizer Illustrierten» vor genau einem Jahr. Weit gefehlt, 2008 wurde weltweit zum wirtschaftlichen Desaster. Von den hiesigen Astrologen hatte dies keiner auch nur angedeutet. Natürlich liessen die meisten Aussagen der Sterndeuter mehrere Interpretationen offen. Doch in der Tendenz waren sie allesamt auf dem Holzweg.

«Zeichen stehen gut»

«Mitte März und Ende Juni müssen wir mit einer wirtschaftlich kritischen Phase rechnen, besonders an den Börsen», befand Teissier und lag damit immer noch meilenweit daneben, zumal sie nachdoppelte: «Ab Ende Januar sowie im März und im Oktober wirkt ein guter Jupiter, der die Wirtschaft weiter ankurbelt.»

Die Prognosen lesen sich nun, nachdem die Finanzkrise global eingefahren ist, wie satirische Schnitzelbänke. Der Wirtschaftsastrologe Niklaus Rutkowsky erwartete «eine relativ solide Konjunktur ohne Übertreibungen». Von «einem grösseren Einbruch» ging er aber nicht aus. «Die Zeichen stehen trotzdem gut für eine solide Konjunktur.»

«Relativ stabil»

«Der Swiss Market Index wird sich 2008 relativ stabil zeigen», war sich auch Siegfrid Schmid (Astrosesam) sicher. Immerhin mischte er in seine Prognose noch etwas Ambivalenz: «Wegen des hohen Doppeldefizits kann von der US-Börse nicht viel erwartet werden.»

2008 werde ein relativ stabiles Zwischenjahr, sagte Claude Weiss (Astrodata) voraus. Seine Prognose wirkt heute eher ironisch: «Bis Anfang März 2008 gibt es Spannungen, von Frühjahr bis Herbst 2008 überwiegen harmonische Aspekte, ab Oktober kommt es wieder zu Spannungen.»

«Rückkehr zur Realität»

Auch die deutschen Astrologen waren nicht besser: Winfried Noe prophezeite für 2008 ein stabiles Börsenjahr und einen Anstieg des DAX um fünf bis neun Prozent bis zum Jahresende. Stattdessen fiel der DAX ins Bodenlose.

Immerhin verfielen die Astrologen nicht in Panik und lieferten gleich die guten Ratschläge mit zur Finanzkrise, die sie nicht kommen sahen: «Vermeiden sollten wir Exzesse aller Art sowie zu hohe Erwartungen», meinte etwa Elvira Kindlimann aus dem Team von Madame Étoile. Und: «Es findet eine Konzentration auf das Wesentliche und Machbare statt.» Und auch Rutkowsky fasste grandios zusammen: «Generell muss 2008 für die Märkte eine Rückkehr zur Realität werden!» (reh)

Erstellt: 23.12.2008, 16:09 Uhr

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