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Bärenpark-Direktor: «Es wird wieder einen Urs geben»
Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 02.11.2010 5 Kommentare
Bärenpark-Direktor Bernd Schildger. (Bild: Adriana Bella)
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Die beiden mittlerweile 70 Kilogramm schweren Bären mussten letzten Freitag narkotisiert werden, um ihnen einen Mikrochip zu implantieren. Dabei sei auch das Geschlecht der Jungbären endgültig bestimmt worden, teilt der Tierpark Dählhölzli am Dienstag mit.
Die bisherige Annahme, dass beide Tiere männlich sind, habe sich bei der klinischen Untersuchung überraschend als falsch herausgestellt. Im Einvernehmen mit Namensgeber und Sponsor Mobiliar werde daher aus «Urs» eine «Ursina», schreiben die Verantwortlichen weiter.
«Penisartige Strukturen»
Wie es zur Verwechslung kam, wird in der Mitteilung auch erklärt: Bei der ersten Untersuchung Anfang Juli hätten sich die beiden Bären mit rund 20 Kilogramm bereits so kräftig gezeigt, dass drei erwachsene Tierpfleger kaum in der Lage waren, diese hinreichend manuell ruhig zu stellen.
Die nur kurz durchführbare Abtastung des Geschlechts liessen penisartige Strukturen als sicher erscheinen. Die neue Untersuchung habe nun ergeben, dass die kleinen Bären über eine sehr kräftige Klitoris verfügten, welche die Verwechslung des Geschlechts als plausibel erscheinen lasse.
Name wird geändert
In den zurückliegenden vier Monaten seien bei Ursina (ehemals Urs) «keinerlei Verhaltensstörungen durch die vermeintlich falsche, männliche Namensgebung festgestellt worden».
Gemäss Mitteilung haben sich die Namensrecht-Inhaber entschlossen, die neuen Erkenntnisse auch bei den Namen umzusetzen. «Urs» heisst also ab sofort «Ursina» und «Berna» bleibt «Berna». Männlicher als «Urs» könne ein Namen fast nicht sein, rechtfertigt Tierpark-Direktor Bernd Schildger die Massnahme gegenüber baz.ch/Newsnet. Der Name «Berna» habe beispielsweise keine eindeutigen Rückschlüsse auf das Geschlecht erlaubt.
Schildger betont, dass sicher wieder ein Bärenpark-Bär «Urs» getauft werde, er sei aber nicht bereit, die Bären einer Verwaltungsrichtlinie unterzuordnen.
Länger im Bärenpark?
Nationale Medien hatten im Sommer publik gemacht, dass den beiden Jungbären im schlimmsten Fall die Einschläferung droht, wenn kein neuer Platz gefunden werden sollte. Darauf ging ein Aufschrei des Entsetzens durchs Land.
Beim Bärenpark geht man davon aus, dass Mutter Björk das Geschlecht ihrer beiden Kinder von Anfang an richtig erkannt hat. Da Bärinnen ihre weiblichen Nachkommen später verstossen als männliche, bleibe auch etwas mehr Zeit, um für Ursina und Berna ein neues Zuhause zu suchen. Zudem ist es gemäss Schildger auch einfacher, weibliche Bären in anderen Zoos zu platzieren.
Schildger versteht die Belustigung einiger Leute und gibt zu, dass die neuen Fakten nicht einer gewissen Peinlichkeit entbehren. Allerdings sei es ihm wichtig, offen und ehrlich zu kommunizieren. Aus «Bärenmanagement-Sicht» überwiege jedenfalls das Positive. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.11.2010, 15:17 Uhr
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