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«Wir wollten keine dunklen Wolken über dem Lauf»

Aktualisiert am 03.11.2012 23 Kommentare

Michael Bloomberg hat den New York Marathon nach massiver Kritik abgesagt: Er wolle keinen Streit über einen Leichtathletik-Event zulassen. Der Lauf wird nicht nachgeholt.

1/6 «Wie gehts dem Marathon?»: Die Bewohner von Staten Island ...
Bild: Keystone

   

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Nach Sandy: Das grosse Aufräumen

Nach Sandy: Das grosse Aufräumen
Der Hurrikan Sandy hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Aufräumarbeiten halten die US-Ostküste in Atem.

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Der New York Marathon wird nicht wie geplant am Sonntag stattfinden. Wie der Bürgermeister der US-Millionenmetropole, Michael Bloomberg, am Freitagnachmittag (Ortszeit) mitteilte, ist der Lauf aufgrund der verheerenden Schäden, die der Hurrikan Sandy während der Woche an der Ostküste der USA angerichtet hat, abgesagt worden. Der Marathon soll den Angaben zufolge nicht nachgeholt werden, erst im kommenden Jahr soll es wieder ein Rennen geben.

«Wir wollten nicht, dass eine dunkle Wolke über dem Lauf und seinen Teilnehmern schwebt. Deswegen haben wir uns entschieden, den Marathon abzusagen», sagte Bloomberg in einer Stellungnahme. Viel wichtiger sei es jetzt, «keinen Streit über ein Leichtathletik-Event zuzulassen – selbst wenn es so bedeutsam wie der New York Marathon ist – und so die Aufmerksamkeit von der wirklich entscheidenden Arbeit weglenken, nämlich uns von den Folgen des Sturms zu erholen und unsere Stadt wieder auf Vordermann zu bringen.»

Bloombergs vergebliche Werbung

Hintergrund der Absage ist die anhaltende Kritik von Opfern des Megasturms und anderen Bewohnern der Stadt. Angesichts der Verwüstungen und der noch nicht abgeschlossenen Suche nach Toten sei es unsensibel und würde Einsatzkräfte von wichtigeren Aufgaben abhalten, hatten Kritiker argumentiert. Dem Hurrikan Sandy waren in New York mindestens 40 Menschen zum Opfer gefallen.

Bloomberg hatte zuvor noch auf einer Pressekonferenz für den Marathon geworben, das Rennen werde benötigtes Geld in die Stadtkasse bringen und moralischen Auftrieb geben. «New York muss zeigen: Wir sind hier und wir werden uns davon erholen», hatte Bloomberg gesagt. Dabei verwies er auf das Beispiel seines Vorgängers Rudolph Giuliani. Dieser habe sich zwei Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center an die Spitze des Läuferfeldes gesetzt und damit die richtige Entscheidung getroffen. Es wurde erwartet, dass der Marathon New York schätzungsweise 340 Millionen Dollar eingebracht hätte.

Der Druck wurde zu gross

Nachdem sich aber die Stimmen gemehrt hatten, die das sportliche Grossereignis in der noch immer schwer beschädigten Millionenmetropole nicht für angemessen hielten, beugte sich Bloomberg offenbar dem Druck. Allerdings zeigte sich der Bürgermeister in der Begründung der Absage überzeugt, dass eine Veranstaltung des Rennens «keine wertvollen Ressourcen» gekostet hätte.

Mehr als 45'000 Läufer waren für die neben dem Boston-Marathon und Chicago-Marathon wichtigste US-Laufveranstaltung gemeldet. Es ist das erste Mal in der 43-jährigen Geschichte, dass das Rennen in New York abgesagt wurde. (fko/AFP/dapd)

Erstellt: 02.11.2012, 22:34 Uhr

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23 Kommentare

Philip Santschi (NY)

02.11.2012, 23:07 Uhr
Melden 169 Empfehlung 16

New Yorker gehen Katastrophen mit stoischer Gelassenheit an, aber nach einer Woche ohne Strom liegen auch die besonnensten Nerven langsam blank. Als dann bekannt wurde, dass für die Medien im Zielgebiet des Marathons mehrere grosse Diesel-Generatoren Strom liefern werden, während 1/3 der Bevölkerung immer noch im Dunkeln sitzt, da war's mit der Geduld vorbei. Gut hat Bloomberg endlich reagiert. Antworten


Erich Deiss

02.11.2012, 23:02 Uhr
Melden 153 Empfehlung 22

Den Marathon durchzuführen wäre meiner Meinung nach Respektlosigkeit gegenüber all den zehntausenden, denen vor wenigen Tagen unsägliches Leid widerfahren ist. Antworten



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