Bootsdrama: Polizei beschlagnahmt Luxusboot

Aktualisiert am 29.07.2010 35 Kommentare

Die Sonderkommission ermittelt auf Hochtouren – seit fast drei Wochen. Noch ist der Bootsraser vom Bielersee flüchtig. Nun hat aber ein Luxusboot die Aufmerksamkeit der Polizei erregt.

Hier geschah der Unfall am 11. Juli 2010: 300 Meter vom Ufer der St. Petersinsel entfernt, Bielersee.

Hier geschah der Unfall am 11. Juli 2010: 300 Meter vom Ufer der St. Petersinsel entfernt, Bielersee.

19 Tage ist es her, seit auf dem Bielersee eine junge Frau von einem Motorboot gerammt wurde und dabei den Tod fand. Die junge Frau verblutete im Wasser – ihr Freund musste hilflos zusehen. Der Kapitän flüchtete. Der Bootslenker wurde als 55- bis 65-jähriger Mann mit einer leichten Stirnglatze beschrieben. Bis heute wurde er noch nicht gefunden.

Nun könnte der Polizei gemäss «Blick» und dem «Bieler Tagblatt» aber der Durchbruch gelungen sein: Am Dienstagnachmittag wurde am Ufer des Bielersees ein Luxusboot der Marke Boesch von einem Kran vom Boden gehievt und abtransportiert. Vor Ort in der Nähe des Campingplatzes Sutz waren auch zwei Boote der Kantonspolizei Bern. Die Polizei will aber die Ermittlungen nicht gross kommentieren. «Das Schiff wurde abtransportiert und an einen Ort gebracht, wo technische Hilfsmittel für eine genaue Untersuchung vorhanden sind», sagt Polizeisprecher Michael Fichter gegenüber baz.ch/Newsnet.

Ein tägliches Thema

Nach wie vor ist das tragische Bootsunglück täglich Thema unter den Campingbesuchern. Deshalb ist für alle klar: Es muss das Schiff eines Verdächtigen gewesen sein, das die Polizei vorgestern mitgenommen hat.

In der Woche zuvor hatte die Polizei laut Beobachtungen jedes der rund zwei Dutzend Häuser zwischen dem Camping Sutz und dem Ipsacher Hafen kontrolliert. Die betreffenden Häuser werden teilweise als Feriendomizil genutzt.

Der Unfall, bei dem eine junge Frau ihr Leben verlor, beschäftigt die Menschen unvermindert, wie ein Augenschein im Camping Sutz zeigt. Niemand kann verstehen, warum der Kapitän und seine Mitinsassen bis heute schweigen. Eine Kaltblütigkeit, für die selbst Fachleute keine schlüssige Erklärung haben. Die Empörung unter den Urlaubern ist gross. Dass regelmässig in den Medien berichtet und auch spekuliert wird, empfindet eine junge Frau als positiv: «Dies lässt den Täter nicht zur Ruhe kommen», meint sie, und: «Wenn er ein Mensch ist, dann muss er sich doch früher oder später stellen.»

Schweizer nehmen Anteil

Eine andere Campingbesucherin aus dem Kanton Baselland berichtet, sie werde von Bekannten aus der ganzen Schweiz nach Neuigkeiten zum Fall gefragt, weil diese wüssten, dass sie am Bielersee in den Ferien sei. Ein anderer sagt, er könne nicht verstehen, warum die Polizei den Täter noch nicht gefasst hat. Er habe an jenem Sonntag um die Tatzeit herum vom Ufer bei Lüscherz aus ein Schiff beobachtet, das in unsinnigem Tempo in Ufernähe in Richtung Biel gefahren sei. «Den hätten sie doch kriegen sollen», meint er.

Warum denn die Polizei das Boot mitgenommen habe, will der «Blick» von der Frau des Bootsbesitzers wissen? «Wir sind unschuldig und wissen nichts. Das kann ich Ihnen nicht erklären, das verstehen Sie nicht.» (bru)

Erstellt: 29.07.2010, 07:47 Uhr

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35 Kommentare

Peter Meyer

29.07.2010, 08:54 Uhr
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Es ist ganz klar: Jedes einzelne Boot in der Schweiz ist oder war registiert. Somit kann die Polizei, auch wenn der Aufwand gross ist, jedes einzelne Boot und seinen Verbleib kontrollieren und seine bisherigen Inhaber und Benützer unter die Lupe nehmen. Für die Polizei steht also immens viel auf dem Spiel: Sie muss den Täter finden, will sie das Vertrauen der Bevölkerung nicht vollends verlieren. Antworten


Roland Moser

29.07.2010, 09:07 Uhr
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Wenn nun jemand von Rang und Namen mit auf dem Boot war, ist ja klar, dass die Polizei die Weisung von der Politik hat, alles in die Länge zu ziehen und versanden zu lassen. Antworten



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