Panorama

Bruder verprügelt – Schwester sucht Täter auf Facebook

Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 26.02.2009 3 Kommentare

In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte in Erlinsbach im Kanton Solothurn einen jungen Mann angegriffen und schwer verletzt. Nun will die Schwester des Opfers den Fall via Facebook klären.

Die Schwester des Opfers sucht auf Facebook Zeugen.

Die Schwester des Opfers sucht auf Facebook Zeugen.

Gemäss der Polizei zog sich der junge Mann massive Verletzungen an Kopf, Nase und Mund zu. Seine Schwester teilt in der Facebook-Gruppe «!Dringend Mithilfe benötigt!» mit, die Brüche seien komplizierter gewesen als vermutet. Deswegen habe die Operation viel länger gedauert als erwartet. Der Eingriff sei ansonsten aber gut verlaufen.

Die Gruppe hat mittlerweile über 2200 Mitglieder und auch sonst verbreiten die Angehörigen den Zeugenaufruf in der Öffentlichkeit. Gemäss Angaben auf Facebook seien Flyer in Erlinsbach und Aarau verteilt worden. Zudem seien Mails an alle Jugendverantwortlichen von Aarau und Umgebung gesandt worden.

«Gewaltdelikte gehören zur Tagesordnung»

Die Schwester des Opfers lobte gegenüber baz.ch/Newsnet die Polizeiarbeit. «Sie ist und war sehr präsent». Die Angehörigen wollen mit dem Aufruf nicht nur die Polizei unterstützen, sondern auch die Bevölkerung sensibilisieren. «Man muss wirklich langsam etwas machen gegen solche Gewaltdelikte. In der Region Aarau gehören diese ja mittlerweile zur Tagesordnung.»

Sie habe sich überlegt, wie sie am schnellsten viele Leute aus der Region Erlinsbach erreichen könne und habe sich von einer anderen Facebook-Gruppe inspirieren lassen.

Falls Hinweise eingehen, werde sie diese an die Polizei weiterleiten und die Zeugen dorthin verweisen.

Polizei hat ihre eigenen Kanäle

Frank Wilhelm von der Kantonspolizei Solothurn stört das Vorgehen der Angehörigen nicht. «Wir haben unsere eigenen Kanäle. Wenn die Angehörigen denken, dass ihnen das etwas hilft, dürfen sie das gerne machen». Er ist überzeugt, dass eventuelle Hinweise an die Polizei weitergeleitet werden: «Selber bestrafen können sie die Täter ja nicht.»

Erinnerungen an Rosengarten-Fall werden wach

Die Suche weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Aufruf im Januar dieses Jahres. Damals suchten die Opfer einer Schlägerei im Rosengarten den Haupttäter auf Facebook (siehe Artikel zum Thema). Die Opfer wurden damals selbst aktiv, weil sie mit der Polizeiarbeit nicht zufrieden waren. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2009, 09:20 Uhr

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3 Kommentare

Hugo Schweizer

26.02.2009, 10:08 Uhr
Melden

>>"zog sich der junge Mann massive Verletzungen an Kopf, Nase und Mund zu." wurden dem Mann zugefügt, wäre wohl treffender, nicht Frau Spirig? Antworten


Moritz Leu

26.02.2009, 12:11 Uhr
Melden

Die Gutmenschen haben uns entwaffnet und werden uns noch weiter entwaffnen. Darum ist der Gewalt Tür und Tor geöffnet! Wie soll man sich sonst gegen mehrere Angreifer wehren? Ahh, sorry, dass sich ein Opfer wehrt geht wohl zu weit... Antworten



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