Panorama

Brutale Attacke auf Wirt

Von Ralph Heiniger. Aktualisiert am 23.08.2010 38 Kommentare

Ein stadtbekannter Schläger hat am Mittwoch in Schüpfen den Wirt des Gasthofs Löwen brutal attackiert und das Lokal verwüstet. Das Opfer musste medizinisch versorgt werden. Der Schläger ist wieder auf freiem Fuss.

Tatort Gasthaus: Im Löwen schlug der 22-jährige Igor L.* zu. Er ist in Schüpfen als Schlägertyp bekannt.

Tatort Gasthaus: Im Löwen schlug der 22-jährige Igor L.* zu. Er ist in Schüpfen als Schlägertyp bekannt.
Bild: Beat Mathys

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Fritz Meier aus Schüpfen wurde geschlagen. (Bild: zvg)

Massnahmen ergriffen

Igor L. gehört zu der Gruppe Jugendlicher, die in Schüpfen schon seit Jahren Unruhe stiftet. Ein Vorfall sorgte für besonderes Aufsehen: Im Januar 2009 schlug ein Jugendlicher dieser Gruppe dem Gemeinderat Martin Schlup einen Zahn aus. Die Gemeinde hat Massnahmen ergriffen. So hat Schüpfen eine Ausgangssperre, die Jugendlichen unter 16 Jahren verbietet, sich nach 23 Uhr ohne Begleitung ihrer Eltern auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Seit über zwei Jahren patrouilliert der Sicherheitsdienst Bronco Security. In der Schule laufen Präventionsprojekte. Die Sozialbehörde sucht regelmässig das Gespräch mit den aufmüpfigen Jugendlichen. Trotz des jüngsten Vorfalls ist Gemeindepräsident Ueli Hunziker (SVP) überzeugt, dass die Massnahmen Wirkung zeigen. So habe es früher jedes Wochenende mehrere Reklamationen gegeben, heute sei dies zum Glück nur noch alle paar Monate der Fall, so Hunziker. bt/rah

«Ich kann nicht mehr», sagte der 63-jährige Fritz Meier gestern Nachmittag gegenüber der Berner Zeitung. Auf seiner Stirn ist eine tiefe Wunde zu sehen. Mit vier Stichen musste genäht werden. Wie der «Blick» berichtete, hat der in Schüpfen einschlägig bekannte Igor L.* (siehe Kasten) dem Wirt am Mittwochabend mit voller Wucht einen grossen Metallaschenbecher über den Kopf geschlagen.

Es ist kurz nach 22 Uhr, als Igor L. (22) mit seinem Kollegen Amir Z.* (17) am Mittwochabend den Löwen betritt. Die beiden trinken ein Bier. Dann verlangen sie zwei leere Gläser, um Alkohol zu trinken, den sie selber mitgebracht haben. Die Serviertochter fordert die beiden auf, draussen weiterzutrinken. Da werden sie aggressiv. Fritz Meier versucht zu schlichten. Das Bier gehe aufs Haus, sagt er und bittet beide zu gehen. Da schlägt ihm der 22-Jährige die Faust ins Gesicht und zieht ihm den Metallaschenbecher über den Schädel.

«Wie im Wilden Westen»

Igor L. habe völlig durchgedreht, berichten Augenzeugen. Er habe weitere Gäste und die Serviertochter angegriffen, Mobiliar herumgeworfen und demoliert. Vor dem Lokal hätten beide Täter Blumenkästen zertrümmert und Autos zerkratzt.

Als die Polizei eintrifft, nimmt sie beide fest. Allerdings sind sowohl der 17-jährige Amir Z., wie auch der 22-jährige Igor L. wieder auf freiem Fuss. Die Kantonspolizei Bern bestätigte gestern, dass es in Schüpfen einen entsprechenden Vorfall gegeben habe. Weitere Fragen könnten aber nicht beantwortet werden.

«Es sah aus wie in einem Wildwestfilm. Ein totales Chaos», beschreibt Schüpfens Gemeindepräsident Ueli Hunziker die Szene in der Beiz. Auch er wurde am Mittwoch alarmiert und ging zum Löwen. Der Gemeindepräsidenten hat sich schon mehrfach mit Igor L. befassen müssen (siehe Kasten).

Tödlicher Schlag?

Der bekannte Schläger hinterliess ein demoliertes Lokal und eine Platzwunde. Dennoch hatte Fritz Meier Glück im Unglück. «Es hätte noch schlimmer kommen können.» Im letzten Moment konnte der Wirt seinen Kopf zur Seite ziehen, sodass ihn der Angreifer nicht mit voller Wucht getroffen hat. «Es hätte tödlich enden können», sagt Meier und wird nachdenklich. Wieder sagt er: «Ich kann nicht mehr.» Er brauche jetzt Ruhe und will sich bei Ferien im Wallis vom Schock erholen. Der Löwen bleibt bis am 7. September geschlossen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.08.2010, 10:31 Uhr

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38 Kommentare

Sonja Maier

23.08.2010, 12:18 Uhr
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Der Text im Kasten ist ein Armutszeugnis für die Haltung unserer Behörden! Da gibt es namentlich bekannte jugendliche Gewaltverbrecher. Und was wird getan? ALLE Jugendliche unter 16J bekommen Ausgangssperre; in der Schule laufen Präventionsprojekte; Sozialbehörde sucht Gespräch... Es wäre echt zum Lachen, wenn es nicht so himmeltraurig wäre! So langsam hab auch ich, bekennender Gutmensch, genug!! Antworten


Daniel Gerber

23.08.2010, 11:30 Uhr
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Präventionsprojekte? Die bringen nur Neue Jobs für Sozialarbeiter! Die richtige Prävention steht viel früher an: bei der Einreise oder der konsequenten Ausschaffung solcher Elemente. Antworten



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