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«Damen wurden mir von Polizisten vorgestellt»
Aktualisiert am 22.02.2012 6 Kommentare
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Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist nach zweitägigem Verhör zu seiner Teilnahme an Sex-Partys aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Der 62-Jährige verliess die Polizeikaserne im nordfranzösischen Lille am Abend, wie AFP-Journalisten berichteten. Allerdings solle später eine Vorladung vor die Untersuchungsrichter folgen, verlautete aus Ermittlerkreisen. Strauss-Kahn hatte heute den zweiten Tag in Folge im Polizeigewahrsam verbringen müssen. Der 62-Jährige wurde im nordfranzösischen Lille weiter im Zusammenhang mit der Callgirl-Affäre und seiner Teilnahme an einer Reihe von Sex-Partys verhört. Die Justiz ermittelt wegen des Vorwurfs der Beteiligung an Zuhälterei und der Beihilfe zur Veruntreuung von Firmengeldern.
Strauss-Kahn war gestern den gesamten Tag über in einer Kaserne der Gendarmerie in Lille befragt worden. Der frühere Hoffnungsträger der französischen Sozialisten bestreitet nicht, an den Sex-Partys teilgenommen zu haben, die zwei Geschäftsmänner bezahlten. Unklar ist, ob Strauss-Kahn wusste, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte und ob er die Herkunft des Geldes kannte, mit dem die Partys bezahlt wurden.
Auch Polizisten an Partys
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen verteidigte sich Strauss-Kahn mit dem Hinweis, er hätte sich nicht vorstellen können, dass es sich um Prostituierte handele, weil ihm die Damen «von Polizeibeamten vorgestellt wurden». An den Sex-Partys hatte auch die Nummer zwei der Polizei für Nordfrankreich, Jean-Christophe Lagarde, teilgenommen.
Aus Justizkreisen hiess es, der Polizeigewahrsam für Strauss-Kahn könnte bis Donnerstagmorgen andauern, würde aber vermutlich eher am Mittwochabend aufgehoben. Im Anschluss könnte offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet werden, wenn es ausreichende Verdachtsmomente gibt. Gegen den 62-Jährigen könnten dann auch Auflagen oder sogar Untersuchungshaft verhängt werden. Strauss-Kahn könnte aber auch entlastet werden und dann nur noch als Zeuge in dem Fall gelten.
Vorwurf: Versuchte Vergewaltigung
Strauss-Kahn hatte im vergangenen Jahr wochenlang für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er am 14. Mai am New Yorker Flughafen wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung festgenommen worden war. Im Zuge der Affäre musste er als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten. (kpn/wid/AFP)
Erstellt: 22.02.2012, 19:14 Uhr
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