Panorama
«Das Telefon hat geklingelt und Diana selbst war dran»
Interview: Denise Jeitziner. Aktualisiert am 07.04.2011
Elizabeth Emanuel und ihr damaliger Mann David waren kaum ein Jahr mit ihrer Ausbildung am Royal College of Art zu Ende, als Lady Di eines Tages in ihrem Atelier anrief. Elzabeth Emanuel designte seither für verschiedene Prominente, unter anderem für Liz Taylor, Joan Collins und Elizabeth Hurley. (Bild: Reuters )
Umfrage
Wird Kate das Brautkleid von Lady Diana toppen können?
Nein, Kate hat keine Chance und soll bei einem schlichten Kleid bleiben.
Ja, Kate hat mehr Stil als Diana.
Vielleicht. Aber nur, wenn Kates Kleid noch pompöser ausfällt.
299 Stimmen
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Würden Sie jetzt in der Haut von Kates Brautkleid-Designer stecken wollen?
?Sicher! Jeder würde unglaublich gerne Kates Hochzeitskleid designen. Aber ich bin sehr glücklich, dass mein damaliger Mann David und ich die Chance hatten, Dianas Kleid zu designen. Ich glaube, das ist genug Ehre für ein ganzes Leben.
Wohl auch genug Druck. Immerhin haben Sie eins der wichtigsten Kleider der Geschichte entworfen.
?Ja, dessen waren wir uns auch bewusst. Es war eine riesige Verantwortung und der Druck entsprechend gross. Aber gleichzeitig war es fantastisch für uns, Teil der Geschichte zu werden. Es ist eine einmalige Erfahrung, die niemals wieder kommt. Auch ist es schön zu sehen, dass Dianas Kleid immer noch ein so grosses Interesse auslöst. Die Leute erinnern sich immer noch an den Tag vor dreissig Jahren und wissen, wie das Kleid ausgesehen hat.
Können Sie sich noch an den Moment erinnern, als Sie den Auftrag erhalten haben? ?
Ja. Das Telefon in unserem Atelier hat geklingelt und Diana selbst war in der Leitung. Sie hat mich ganz einfach gefragt, ob wir ihr Kleid entwerfen würden, überhaupt nicht formell. Natürlich haben wir sofort Ja gesagt.
Haben Sie nicht gedacht, dass sich jemand einen Scherz erlaubt?
?Nein. Wir haben schon vorher ein paar Kleider für sie gemacht, unter anderem das schwarze Ballkleid, das sie 1981 bei ihrem ersten offiziellen Auftritt mit Prinz Charles trug. Trotzdem hätten wir nie gedacht, dass sie ausgerechnet uns auswählen würde für dieses absolut wichtige Kleid. Schliesslich gab es damals viele andere Designer mit viel mehr Erfahrung. David und ich waren ja erst knapp ein Jahr mit der Ausbildung fertig. Entsprechend aus dem Häuschen waren wir, als Diana uns anrief.
Wie gings weiter? ?
Es gab ziemlich viele Anproben, aber das ist völlig normal bei Bräuten. Diana kam immer in unser damaliges Studio an der Brook Street. Sie war wirklich wie jede andere Braut, hat viele verschiedene Kleiderstile ausprobiert und sich für einen bestimmten entschieden.
Gab es irgendwelche offiziellen Vorgaben vom Buckingham Palace, wie das Kleid auszusehen hatte? ?
Nein, es gab keine Regeln. Diana konnte völlig frei wählen.
Was hat Ihnen am Kleid besonders gefallen?
?Mir? Na ja…
Hat es Ihnen denn nicht gefallen? ?
Doch, aber das Wichtigste war, dass es Diana sehr gefallen hat. Wir waren sehr zufrieden mit ihrer Wahl.
Wie lange haben Sie am Kleid gearbeitet? ?
Etwa drei Monate. Es hat ziemlich viel Arbeit drin gesteckt, weil das Kleid sehr aufwendig war mit der langen Schleppe, den Stickereien, den Schleifen und allem. Ausserdem haben wir alle Brautjungfern eingekleidet. Dafür waren drei Monate eigentlich nicht sehr lang.
Waren die Medien auch so aufsässig wie heute? ?
Noch viel schlimmer! Es war ja bekannt, dass wir das Kleid designen würden. Nicht so wie heute. So hatten wir während dreier Monate durchgehend die Presse vor der Türe. Die wollten natürlich unbedingt wissen, wie das Kleid ausschaut, genau wie heute, und haben uns aufgelauert. Aber jede Braut will doch, dass das Kleid bis zum grossen Tag ein Geheimnis bleibt.
Wie haben Sie es geschafft, sich die Presse vom Leib zu halten?
Wir haben die Fenster mit Vorhängen und Rollläden behangen, damit niemand hineinschauen konnte, haben Sicherheitsleute engagiert und das Kleid jeden Abend in einen Safe gesperrt. Wir wussten auch, dass die Journalisten jeden Abend unseren Abfall durchwühlen. Deshalb haben wir versucht, falsche Fährten zu legen und absichtlich falsche Stofffetzen und Spitzen in den Müll geworfen. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, die wir konnten. Aber einfach war das nicht.
Mit Dianas Kleid hatten Sie Ihren Höhepunkt schon mit 27 Jahren, am Anfang Ihrer Karriere. Haben Sie daran gedacht aufzuhören?
Oh nein, ich entwerfe immer noch Kleider. Für mich ist jedes Outfit eine Herausforderung und es ist immer noch aufregend für mich, mir neue Designs einfallen zu lassen. Mit Diana haben wir noch bis Ende der 80er gearbeitet, bis David und ich uns getrennt haben.
Würden Sie auch Kates Hochzeitskleid designen?
Ich würde für jede Frau ein Brautkleid entwerfen, die mich fragen würde.
Lady Di war eine Stilikone und hat der britischen Modeindustrie zum Aufschwung verholfen. Glauben Sie, dass Kate dies auch schaffen wird?
Es stimmt, Diana hat der britischen Modeindustrie unglaublich viel gebracht. Überall in der Presse wurden ihre Outfits diskutiert. Das hat vielen britischen Designern zum Durchbruch verholfen, die seither überall bekannt sind. Ich bin sicher, dass Kate denselben Effekt haben wird. Schon jetzt interessiert sich die Presse dafür, was sie trägt. Ich bin sicher, sie und ihr Kleidungsstil werden kopiert werden.
Glauben Sie, dass Kate eine Modeikone wie Diana sein kann?
Kate ist anders als Diana. Sie hat jetzt schon einen sehr unverkennbaren, eigenen Stil, anders als die damals sehr junge Diana, die sich anfangs noch gar nicht mit Mode befasste.
Sie haben gesagt, Kates Stil sei anders als der von Diana. Wird sich also auch ihr Brautkleid von demjenigen Dianas unterscheiden?
Ich bin sicher, dass es ganz anders aussehen wird als Dianas Kleid.
Warum?
Weil es in den 80ern designt wurde. Dianas Kleid war voluminös, hatte diese riesigen Puffärmel und Rüschchen. Typisch für die Zeit. Nur schon deshalb wird Kates Kleid ganz anders aussehen, viel weniger pompös.
Geben Sie einen Tipp ab?
Nein, es ist viel zu schwierig, weil ich wie alle anderen nicht weiss, wer Kates Designer ist. Es wird für alle eine grosse Überraschung werden. Ich bin sicher, dass Kate wunderschön aussehen wird.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.04.2011, 15:43 Uhr
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